Langenweddingen l Abschied nehmen hieß es am Freitagabend für die Handballer des SV Langenweddingen. Für einige von ihnen war die Sachsen-Anhalt-Liga-Partie gegen den Dessau-Roßlauer HV das letzte Heimspiel im Dress des SVL. Für alle aber war es das vorerst letzte Heimspiel in dieser Spielklasse. Das Endergebnis – eine 27:31-Niederlage – interessierte am Freitag nur am Rande. Im Fokus standen ganz klar die Verabschiedungen, die der Verein schon vor Spielbeginn vornahm.

Mit Präsentkörben und warmen Worten wurden gleich zehn Spieler aus dem Kader entlassen. Nick Bollmann, Stefan Schult, Andreas Wisotzky, Marc Elschner, Florian Bethge, Denny Friedl, Marcus Peschke, Fabian Thürmer, Eric Merkel und Christian Böhm, der seine Entscheidung erst nach dem Spiel der Mannschaft mitteilte, werden künftig nicht mehr mit dem SVL in der Sachsen-Anhalt-Liga auflaufen. Und auch für die verbliebenen Akteure um Routinier Ricardo Schult geht es nicht in der höchsten Spielklasse des Landes weiter.

Spieler aus Magdeburg sollen helfen

Aufgrund des extremen personellen Aderlasses hat sich der Verein entschieden, die Erste, obwohl sportlich der Klassenerhalt geschafft wurde, 2019/20 nur noch in der Verbandsliga antreten zu lassen. Aufgefüllt wird der Kader mit Spielern aus Magdeburg.

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Das Ende einer Ära

Dieser schwere Schritt war unvermeidbar, da aufgrund der lückenhaften Nachwuchsarbeit in der Vergangenheit schlicht der Unterbau fehlt. Eine mögliche Zusammenlegung mit der Zweiten, die in der Bezirksliga aktiv ist, war nicht erwünscht, zumal zumindest fraglich ist, ob die Qualität eines solchen „Mix-Teams“ für die höhere Spielebene ausreichend gewesen wäre.

Für den SV Langenweddingen endet damit eine unglaublich erfolgreiche Ära, in welcher über Jahre der Landesmeistertitel, Landespokalsiege und viele Medaillen gesammelt wurden. Nachdem schon während der laufenden Saison Ingo Friedl seinen Trainerposten aufgegeben hatte, steht auch Karl Herrmann nicht mehr zur Verfügung.

Das neu formierte Team wird künftig von Tobias Deutscher, einem echten Langenweddinger Eigengewächs, trainiert. Er hat bereits im Nachwuchsbereich und bei der Reserve Erfahrung als Coach gesammelt und kennt als langjähriger Aktiver im Team die Mannschaft und das Umfeld bestens. Für den engagierten, jungen Trainer und seine neue „Sieben“ bleibt zu hoffen, dass sie vom erfolgsverwöhnten Langenweddinger Publikum in der neuen Saison gut aufgenommen werden. Vielleicht kann das, was aktuell nach einem großen Schritt zurück aussieht, sich dann in Zukunft ja als ein Anlaufnehmen für eine neue, aufblühende Ära im Handball-Dorf entpuppen.

Bevor die Langenweddinger sich endgültig verabschieden, steht am Sonnabend um 18 Uhr das letzte Spiel an. Noch einmal haben die Fans dabei die Möglichkeit, ihr Team im Bus zu begleiten, wie es in früheren Zeiten bei vielen erfolgreichen Auswärtsfahrten der Fall war. Abfahrt nach Kühnau ist am 11. Mai um 15.30 Uhr vom Parkplatz am alten NP in Langenweddingen.