Hötensleben l Er trainierte für den 6. Dan, konnte die Prüfung wegen Corona nicht ablegen und erhielt nun als Überraschung doch noch den Meistergrad. In der Schulsporthalle Hötensleben steht immer mittwochs das Karate-Training mit Sensei Gerald Nowak (5. Dan) auf dem Programm. Jüngst waren ungewöhnlich viele Schüler zum Training erschienen, was den langjährigen Trainer sehr erfreute.

Karate als Lebensmittelpunkt

Normalerweise ist es beim Karate-Training so, dass der Meister, in Hötensleben Gerald Nowak, die Kampftechniken ansagt und die Schüler diese ausführen. Um 19 Uhr bat jedoch Andrea Höde die Karateka und ihren Meister um Aufmerksamkeit. Dabei umspielte ein Lächeln die Lippen der meisten Karateka, denn sie ahnten, was nun folgen wird. In einer kurzen Ansprache erinnerte Andrea Höde an die Verdienste von Gerald Nowak und seinen sportlichen Werdegang.

„Wenn man in Hötensleben und Umgebung an Karate denkt, ist dies unweigerlich mit einem Namen verbunden: Gerald Nowak. Seit 40 Jahren bist Du als Karate-Lehrer tätig. Viele haben bei Dir den Sport lieben gelernt, erfolgreich an Wettkämpfen teilgenommen und selbst Meistergrade erlangt“, sagte Andrea Höde. Wie von ihr zu erfahren war, lebt Sensei Nowak seinen Sport – ist doch sein Motto „Karate ist Leben“. Er versteht es, diese Begeisterung für den Sport auch an den Nachwuchs weiter zu geben.

Ziel: Den 6. Dan erreichen

Die Prüfung zum 5. Dan war im Jahr 2012. Also schon ein Weilchen her und so packte Sensei Nowak in diesem Jahr nochmal der Ehrgeiz, seine sportliche Laufbahn weiter voran zu bringen. Er begann mit einem sehr bewussten Training – körperlich und mental. Eigentlich hatte er nach dieser intensiven Vorbereitung geplant, sich erneut einer Prüfungskommission zu stellen und den 6. Dan zu erkämpfen. Doch das Coronavirus machte alle Pläne zunichte. Prüfungen im Kampfsport wurden für lange Zeit aufgrund der Pandemie nicht durchgeführt.

Nowak wird überrascht

Nun kam Andrea Höde ins Spiel. Sie nahm zum Deutschen Karate Verband Kontakt auf, schilderte den Lebensweg und die Verdienste ihres Karate-Meisters und fragte an, ob man einem so verdienten Karateka den 6. Dan nicht auch verleihen könnte. Dem Antrag wurde stattgegeben.

Nun hieß es, die Familie, Freunde, Sportler, die Gemeinde und den Vereinsvorstand einzuweihen, ohne dass Gerald Nowak etwas davon ahnte. Für diese hohe Ehrung musste es einen würdigen Rahmen geben und alle Aktiven und Ehemaligen waren zur Verleihung heimlich eingeladen.

Nach ihrer Laudation überreichte Andrea Höde unter dem Beifall der Anwesenden einem sichtlich gerührten Gerald Nowak die Urkunde zum 6. Dan im Stiloffenen Karate (SOK). Das hat auch weitreichende Folgen für die Hötenslebener Karateka. Ihr Meister – bislang Sensei - ist nun ein Großmeister und wird korrekt mit Renshi angeredet. Das bedeutet „Mensch mit reifem Bewusstsein“. Die Voraussetzung sind eine entsprechende Budo-Erfahrung und Lebenserfahrung. Der 6. Dan zeichnet sich durch viel Wissen, Lebenserfahrung und eine starke innere Haltung aus – all dies trifft auf Renshi Gerald Nowak zu.

Gratulanten aus fern und nah

Neben den Karateka, die teilweise extra aus Braunschweig, Halberstadt und Frankfurt anreisten, nutzten auch viele aktive und auch ehemalige Teilnehmer der Qui Gong- und Pilates-Gruppen die Gelegenheit, Gerald Nowak persönlich zu gratulieren. Bei so manchem war es ein Wiedersehen nach langer Zeit und für alle sehr emotional. Dabei wurden die Abstandsregeln in Corona Zeiten natürlich beachtet.

Zu den Gratulanten gehörten auch der Bürgermeister und Vorstandsmitglied des örtlichen Sportvereins, Horst Scheibel sowie Wulf Biallas als Mitglied des Gemeinderates. Beide würdigten die Leistungen von Gerald Nowak und wünschten ihm auch weiterhin viel Erfolg.

Von Wulf Biallas erfuhren die Anwesenden, dass Gerald Nowak bis in die Familien wirkt. Seine Frau Monika hat zunächst Qui Gong trainiert und ist jetzt begeistert beim Pilates. Auch sein Sohn hatte mit dem Karate angefangen und wurde von Gerald Nowak maßgeblich beeinflusst. Für den neuen 6. Dan-Tränger, Renshi Nowak, gab es zahlreiche Blumen und Glückwünsche, die zeigen, welch hohes Ansehen er in der Gemeinde und im Kreis seiner Schüler und Weggefährten genießt.

Tief bewegt dankte Renshi Nowak allen für die Glückwünsche. „Heute muss ich mich auch ganz besonders bei meiner Frau Birgit bedanken. Ohne sie hätte ich das alles nicht erreichen können.“