Oschersleben l Caitlyn Pakendorf vom MSC Oschersleben e.V. im ADAC jubelte in Nordrhein-Westfalen was das Zeug hielt. Die Zehnjährige konnte sich nach den insgesamt vier entscheidenden Wertungsläufen bei den Deutschen Kartslalom-Meisterschaften der Deutschen Motorsport-Jugend vor Glückwünschen nicht mehr retten.

Erster Titel für Sachsen-Anhalt

Sie hatte im 33-köpfigen Starterfeld alle anderen hinter sich gelassen und erstmals für Sachsen-Anhalt überhaupt einen Deutschen Meistertitel errungen.

Im Regen von Wülfrath hatte Caitlyn den nassen Parcours mit verschiedenen Pylonen-Elementen am besten im Griff. Dabei war sie nach dem ersten Wertungslauf in ihrer Altersklasse der zehn- und elfjährigen Kids noch Zwölfte. Aber als auch der zweite Lauf fehlerfrei über die Bühne gegangen war, übernahm sie gemeinsam mit Jannik Roth aus Bayern die Führung des Feldes.

Eine tolle Bilanz nach dem ersten Tag, mit der Folge, dass sie am entscheidenden zweiten Tag jeweils als letzte an den Start gehen durfte. Es waren neben Können auch noch starke Nerven gefragt, denn die gesamte Konkurrenz war vor ihr dran. Aber die MSC-Fahrerin ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Nach dem dritten Lauf hatte sie sich einen Vorsprung von sechs Hundertstel Sekunden erarbeitet und war nun alleinige Führende. Darauf wollte sie sich nicht ausruhen. Sie gab auch im vierten und letzten Lauf richtig Gas und fuhr noch einmal schneller.

Der Traum wird wahr

Während Trainer und Fans bereits nach der Zieldurchfahrt lautstark jubelten, schaute Caitlyn ungläubig auf die Fehleranzeige. Alle Pylonen waren in der Markierung stehen geblieben. Sie hatte jetzt 99 Hundertstel Vorsprung auf Tobias Poschinger aus Bayern und Lion Peter aus Hessen. Ihr Traum, einmal bei einer Deutschen Meisterschaft ganz oben zu stehen, war in Erfüllung gegangen.

Die vielen Trainingsstunden in der Motorsport Arena Oschersleben hatten sich voll und ganz gelohnt. Außerdem bedeutet der Meistertitel, dass nächstes Jahr nicht nur ein sondern zwei Startplätze bei der DM für Sachsen-Anhalt in der Klasse zwei zur Verfügung stehen.

Bei der Siegerehrung mit Nationalhymne und einem neuen Kart-Reifensatz als Siegerpreis durften sich auch die anderen beiden MSC-Starter, Dean Olbrich und Cedric Pakendorf, am Ende der Meisterschaften noch einmal richtig über den phänomenalen Sieg von Caitlyn freuen und Siegermotivation mitnehmen.

Gelungene Premiere

Dean Olbrich war in der Klasse 1 der Acht- und Neunjährigen auf Platz 16 gefahren und hatte eine gelungene Meisterschaftspremiere hingelegt. Mit der siebtbesten Laufzeit im letzten Wertungslauf zeigte er, wo es in der nächsten Saison hingegen soll – noch viel weiter nach vorn.

Dies möchte auch Cedric Pakendorf im nächsten Jahr schaffen. Der große Bruder der Deutschen Meisterin hatte in der Klasse 3 alles gegeben.

Im dritten Wertungslauf lieferte er die schnellste Zeit des 38-köpfigen Fahrerfeldes ab. Er blieb in drei der insgesamt vier Wertungsläufe nicht fehlerfrei. Dafür gab es jeweils zwei Strafsekunden, sodass am Ende sechs Strafsekunden trotz schneller Fahrzeiten Platz 17 bedeuteten.

Es war seine bisher beste Platzierung bei einer Deutschen Meisterschaft. Auf den Klassensieger und deutschen Meister Korbinian Schmieder aus Bayern hatte Cedric am Ende 5,43 Sekunden Rückstand.