Gröningen l Die Tischtennisspieler des TTC 1990 Gröningen haben eine sehr gute Saison hinter sich. Sie erreichten den zweiten Tabellenplatz in der Landesliga Magdeburg und haben jetzt die Möglichkeit, durch die Relegation in die Verbandsliga aufzusteigen. Für den Vereinsvorsitzenden Mike Staginnus ist der Erfolg keine Selbstverständlichkeit. Dafür verantwortlich ist bei den Gröningern eine ganz besondere Zutat.

Der TTC gründete sich 1990 mit acht Mitgliedern, doch wurde Tischtennis schon seit 1965 im Verein Traktor Gröningen gespielt. Mit der Neugründung war man unabhängiger und begann damit eine Erfolgsserie. Der Verein startete in der zweiten Kreisklasse und spielte sich mit der ersten Mannschaft bis heute in die Landesliga Magdeburg hoch.

Spieler aus den eigenen Reihen

„Wir haben schon immer auf den Nachwuchs gesetzt. Alle Spieler der ersten Mannschaft haben bei uns das Tischtennisspielen gelernt“, so Mike Staginnus. Laut dem Vereinsvorsitzenden ist das auch das Erfolgsrezept: „Wir wissen, was wir an unseren Jungs haben und kennen sie von klein auf.“ Ein weiterer Vorteil ist laut Staginnus, dass alle auf dem gleichen Stärkelevel sind. Das macht die Mannschaft dynamischer in den Wettkämpfen.

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Diese Dynamik könnte ihnen im Relegationskampf um den Aufstieg in die Verbandsliga zu Gute kommen. Hier würde die erste Mannschaft des TTC am Ende entweder auf den TuS Haldensleben oder VSG Weißenfels treffen. „Das sind beides sehr starke Mannschaften. Es wird aber nicht einfach für uns werden, da auch DJK Biederitz II und Alemania Riestedt von den Relegationsplätzen der anderen beiden Landesligen aufsteigen wollen“, weiß Staginnus, dass vor dem eigentlichen Aufstiegsspiel noch der Vergleich mit den beiden anderen Teams aus den Landesligen Dessau und Halle ansteht. Doch auch falls sie nicht aufsteigt, ist Staginnus stolz auf seine Mannschaft, dass sie so weit oben mitspielen kann.

Der Verein hat 45 Mitglieder und neben der ersten Mannschaft, ist auch die zweite erfolgreich in der Bezirksliga unterwegs. Dort belegt sie zurzeit den vierten Platz. Die dritte Mannschaft des TTC ist noch in der Kreisoberliga, wird jedoch in der kommenden Spielzeit eine Liga tiefer spielen, da sie am Saisonende auf dem Abstiegsplatz steht.

Nachwuchs als Rückgrat

Der Nachwuchs ist für die Gröninger das Rückgrat des Vereins und steht immer im Vordergrund. Zurzeit besitzt der TTC zwei Schülergruppen, die beide erfolgreich Tischtennis in der Schülerkreisliga spielen. In der kommenden Saison sollen diese ausgebaut werden. Dann kommt eine reine Mädchen-Schülergruppe hinzu. Mitmachen bei den Gröningern kann jeder. Alle Informationen dazu gibt es auf der Internetseite des Vereins www.ttcgroeningen.jimdo.com.

Doch gab es für den Verein nicht nur schöne Momente. Auch Tiefen gehören zum Vereinsleben, genauso wie kuriose Geschichten. Mit dem Umzug des Vereinsregisters von Oschersleben nach Stendal Anfang der 2000er Jahre ging der Eintrag der Gröninger verloren. Das wurde allerdings erst gut zehn Jahre später durch Zufall bemerkt, da Staginnus 2010 einen aktuellen Registerauszug für die Bank brauchte. Doch den gab es nicht.

Alles musste erneuert werden

„Wir haben offiziell nicht existiert und mussten kurzfristig alles neu machen. Eine neue Satzung, Mitgliederversammlung, Vorstandswahl sowie die Beglaubigung durch einen Notar – und das alles auf unsere eigenen Kosten“, erinnert sich Staginnus. Immerhin lagen diese bei rund 100 Euro. Auch wenn es laut Staginnus die Schuld des Vereinsregisters war, blieben die Gröninger auf den Kosten sitzen. Einklagen wollten sie ihr Recht jedoch nicht. „Wir wollten kein böses Blut schaffen und die Sache auf sich beruhen lassen“, so Staginnus. Am Ende, ist sich Staginnus jedoch sicher, sind es solche Herausforderungen, die sehr viel Mühe und Geduld kosten, aber auch zusammenschweißen.

Für die Zukunft wünscht sich der Vorsitzende, dass es auch weiterhin so einen guten Zusammenhalt und eine gute Kommunikation im Verein gibt wie bisher. Denn auch künftig sollen sportliche Erfolge eingefahren werden.

Mike Staginnus selbst wird im Sommer zum vierten Mal bei den Europameisterschaften der Senioren an den Start gehen. Dafür wird er auch schon bald wieder das Training aufnehmen. Doch zurzeit muss er pausieren, da er sich einen Muskelfaserriss zugezogen hat und die nächsten vier Wochen nicht spielen darf.