Die Helden von Empor (heute Saxonia) Tangermünde, die vor 30 Jahren in die DDR-Fußball-Liga (damals zweithöchste Klasse unter der Oberliga) aufgestiegen sind, haben sich am Freitagabend wieder getroffen.

Tangermünde l Jürgen Dobberkau hat das Jubiläumsfest organisiert. Auf seinem Grundstück (im Garten und der Garage) wurde dann auch gebührend gefeiert.

Eingeladen waren die Spieler und Funktionäre aus der glorreichen Zeit. Es kamen auch fast alle. Es fehlten aus privaten Gründen nur Dieter Matschkus, Hartmut Schulze und der damalige Spielertrainer Reiner Wiedemann. Verstorben ist Rainer Guhla.

"Wir haben Geschichte geschrieben und Großartiges geleistet."

Wiedemann übernahm 1982/83 die Mannschaft und brachte auch einige junge Talente mit nach Tangermünde. Unter seiner Leitung gelang schließlich der ganz große Wurf. Empor wurde Meister des Bezirkes Magdeburg und stieg somit in die zweithöchste Spielklasse der Republik, der DDR-Liga, auf.

Damit spielten die Elbestädter in dieser Serie höherklassiger als Lok Stendal, die eine Klasse tiefer kickten.

Jürgen Dobberkau betonte in seiner Eröffnungsrede: "Wir haben Geschichte geschrieben und Großartiges geleistet."

Schon legendär: Gleich im ersten DDR-Ligaspiel gegen den Oberliga-Absteiger Chemie Böhlen kam es zu einer Sensation. Vor über 3000 Zuschauern gewannen die Tangermünder die Partie 3:2 im eigenen Stadion. Davon wird heute immer wieder gern erzählt. Die Erfolgsgeschichte ging sogar noch weiter, denn auch im zweiten Spiel in Wernigerode gab es ein 1:1. Damit war nicht zu rechnen.

Im weiteren Verlauf der Serie mussten die Elbestädter aber die Überlegenheit anderer Mannschaften (unter anderem aus Dessau, Leipzig, Weißenfels, Schkopau), die schon damals teilweise unter Profibedingungen trainierten, feststellen und anerkennen.

Nach einem Jahr war das Abenteuer DDR-Liga vorbei. Der Trainer und einige Spieler verließen Tangermünde.

Über all diese Geschichten wurde am Freitagabend erzählt. Bei einem Bier und Gegrilltem holten die Kicker so manche Story wieder hervor. Fußball, Familie und auch die eine oder andere Feier standen vor 30 Jahren bei den Empor-Kickern im Einklang.

"So wie wir heute oder vor 30 Jahren mit unseren Frauen feiern, das gibt es in den jetzigen Mannschaften kaum noch", sagte Jürgen Dobberkau, der es wissen muss, schließlich war er jahrelang als Trainer in verschiedenen Vereinen aktiv.

"Beide Erfolge sind nicht zu vergleichen."

Mit Saxonia Tangermünde wurde er in den 90er-Jahren noch einmal Zweiter der Verbandsliga und damit Vize-Landesmeister. Torschützenkönig in Sachsen-Anhalt war damals übrigens Sven Suckow. "Beide Erfolge kann man nicht miteinander vergleichen", erklärte Dobberkau.

1997 feierte Saxonia noch einmal einen großen Erfolg. Die A-Junioren-Mannschaft unter dem Trainer Peter Lehmann wurde Landesmeister von Sachsen-Anhalt. Beide Finalspiele gegen Dessau gewannen die Elbestädter souverän. Die Leistungsträger dieser Truppe waren unter anderem Martin Reinke, Mario Habel, Steven Dobberkau, Nils Müller, Ronny Köppe, Sven Reckstadt oder Benjamin Witt.

Die Fußballoldies ließen sich am Freitagabend nicht lumpen und spendeten Geld für eine Flutopfer-Familie in Schönhausen.

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