Die Kicker des 1. FC Lok Stendal überwintern in der Verbandsligaserie 2011/12 auf dem neunten Tabellenplatz. Nach Lage der Dinge wird es für sie sehr schwer, nach Abschluss der Saison abzusteigen.

Stendal l Nicht zum ersten Mal in der jüngsten Geschichte des sachsen-anhaltischen Fußball ist es der Fall, dass eine Mannschaft sich während der Punktspielsaison aus dem Feld zurückziehen muss. Diesmal betrifft es das Team des pleite gegangenen Vereins Grün-Weiß Wolfen.

Damit gibt es neben dem potentiellen Zwangsabsteiger Grün-Weiß in der laufenden Saison nur noch ein Team, das in die Landesliga absteigen muss. Und von diesem Rang, der derzeit von Fortuna Magdeburg belegt wird, sind die Altmärker zwölf Punkte entfernt.

Wenn man einen Fakt herausstellen will, um die Situation der Stendaler Mannschaft in der Hinrunde besonders herausstellen will, dann den: Ersatzkeeper Konrad Javell musste im Auswärtsspieler bei Spitzenreiter Preussen Magdeburg als Feldspieler ran.

Das heißt nichts anderes, als dass der Lok-Spielerkader zweifellsfrei entschieden zu klein ist. Nicht weniger als acht Spieler (unter anderem Eggemann, Werner, Butze, Runge) verließen den Verein in der Sommerpause. Dazu löste sich außerdem die 2. Mannschaft durch Weggänge en gros praktisch von selbst auf.

Trainer Volcan Uluc vor allem war es zu verdanken, dass der Kader zumindest zum Teil wieder aufgefüllt wurde. Vor allem durch Ulucs alte Bekannte vom Berliner FC Dynamo (Thomaschawski, Spork, Meinhardt, Hoxha). "Wir haben eine ganz gute Mischung zwischen Routiniers und vielen jungen Spielern hinbekommen. Die Atmosphäre in der Mannschaft ist gut, wie nicht zuletzt die Weihnachtsfeier gezeigt hat. Ich wünsche mir aber, dass die Älteren noch etwas mehr Geduld mit der Jugend haben", so der Coach.

Sportlich lief es durchwachsen. Nach tollem Start haperte es im Saisonverlauf, nicht zuletzt wegen etlicher Ausfälle (Hoxha, Spork, Nellessen). Im Schlussgang aber, wieder mit voller Truppe, bereitete das Team den Fans mit zwei Siegen in Folge (Fortuna Magdeburg, Arnstedt) noch einige Freude, zeigte seine gewiss nicht schlechten Qualitäten.

Zur Entwicklung des Spielerkaders: Trainer Uluc hat bislang noch nichts davon gehört, dass sich ein Spieler aus dem Kader in der Winterpause verabschieden wird. "In Stendal ist es allerdings nicht unüblich, dass das erst am letztmöglichen Tag erfolgt", meint er. Der ab dem 1. Januar 2012 für Lok spielberechtigte Franzose Cabrel Wanda weilt gegenwärtig in Frankreich. Zu Lok ist inzwischen durchgedrungen, dass er eventuell erst Anfang Februar kommen will. Volcan Uluc dazu: "Wenn er bis zum 10. Januar nicht hier ist, rechnen wir nicht mehr mit ihm."Der Coach ist derzeit intensiv bemüht, sowohl für die Abwehr als auch für das Mittelfeld und den Angriff noch je einen Spieler zu gewinnen. "In der Rückrunde wollen wir uns stabilisieren und die Grundlagen für die neue Saison legen. Und wir sind bemüht, Spieler aus dem Umfeld für uns zu gewinnen, die jung und willig sind", zielt Uluc auf eine Steigerung in den nächsten Monaten ab.

Auftakt 2012 am 5. Januar

Der Start ins Fußballjahr 2012 wird von Lok Stendals Kickern am 5. Januar ab 18 Uhr am Hölzchen vollzogen. Es folgen die üblichen Hallenturnier-Teilnahmen in Beetzendorf und Goldbeck. Bislang ist erst ein Testspiel im Freien geplant, und zwar am 21. Januar in Schönebeck. Weitere Termine sind angedacht, richten sich aber natürlich nach den Wetterbedingungen.

Anmerkung: Die unten aufgeführten Statistiken vom Landesverband berücksichtigen immer noch die finanziell gescheiterten Wolfener. Aus der internen Lok-Statistik hingegen ist das Grün-Weiß-Team herausgerechnet.