Mieste l Nicht wie erwartet die "verdächtigen" Turnierfavoriten, Gastgeber und Vorjahressieger HV Solpke/Mieste I und SVT Uelzen Salzwedel, sondern Nordligist SG Neuferchau/Kunrau sicherte sich vergangenen Sonnabend den Sieg beim 2. Drömlings-Cup des HV Solpke/Mieste. Die SG-Sieben heimste damit den opulenten Pokal eines lokalen Anzeigenblattes ein, der noch garniert war mit Freikarten für ein Erlebnisbad für die gesamte Mannschaft. SVT Uelzen/Salzwedel griff erst gar nicht in das Turniergeschehen ein. "Schade eigentlich, denn die SVT-Männer hätten bestimmt eine gute Rolle gespielt. Doch Freitag gegen 16 Uhr sagten sie ihre Teilnahme wegen Spielermangels ab", erklärte HV-Spielwart Jürgen Kroschke das Ausbleiben des niedersächsischen Landesligisten.

Mit personellen Problemen mussten auch die anderen Teams klarkommen. So fehlten in der 1. Mannschaft des Gastgebers mit Philipp Gürtler, André Fehse und Max Texdorf gleich drei Korsettstangen, was Trainer Lars Füchsel zu einigen Umstellungen zwang. Doch das war sicherlich nicht der Grund, warum dem Verbandsligisten als nomineller Favorit der Turniersieg versagt blieb. Schwächen beim vorbereiten und erfolgreichen Abschluss der Angriffe sowie große Schwankungen im Abwehrverhalten waren offenkundig. Lichtblicke gab es lediglich beim Tempogegenstoß über Dominec Soeder zu sehen sowie bei Steve Sauer, der von den Trainern der Mannschaften deshalb auch zum besten Turnierspieler gekürt wurde sowie bei Kevin Gürtler für seine Spielübersicht. Doch nach Siegen über den VfB Klötze (16:12) und die eigene HV-Zweite (15:11), kam bei der Füchsel-Sieben der entschlossene Spielfluss nicht mehr auf. "Man sah sich wohl schon als Turniersieger", grantelte HV-Trainer Füchsel über den spielerischen Einbruch seiner Mannschaft gegen Neuferchau/Kunrau. Statt spielerischer Konstanz brachen die schon geschilderten Schwächen wieder auf. Die nutzte im letzten Turnierspiel die SG Neuferchau/Kunrau clever aus, lag zur Pause der 2x15 Spielminuten mit guter Abwehrarbeit und starkem Torhüter schon 11:8 vorn und ging am Ende als verdienter 19:16-Sieger sowie damit als Drömlingspokalgewinner hervor. "Nach dem knappen Sieg über Solpke/Mieste II haben wir uns von Spiel zu Spiel steigern können und gezeigt, dass wir variabel agieren können und Durchsetzungsvermögen haben", freute sich SG-Kapitän Robert Liebelt, der mit Sohn Yanis auf dem Arm freudig den Siegerpokal in Empfang nahm.

"Regelrecht platt" war das Team des VfB Klötze. Doch nicht etwa weil es spielerisch versagt hatte. Den Purnitzstädtern, die nur mit acht Mann auskommen mussten, steckte noch die Vortagspartie beim SV Oebisfelde II in den Knochen. "Uns fehlte die Frische, Konzentration und eine besser besetzte Bank", analysierte VfB-Spieler Stefan Philipp deshalb ganz nüchtern die Leistung seiner Mannschaft. Turnierletzter wurde die zweite Mannschaft des Gastgebers, die zwar wie gewohnt solide Abwehrarbeit leistete, im Angriff aber ihre schwache Seite hatte. "Unter dem Strich war es wieder ein gelungenes Turnier, wobei ich für die Zukunft durchaus noch Luft für Verbesserungen sehe", zog HV-Vorsitzender Bernd Wießel eine Abschlussbilanz.

Turnier-Endstand:

1. SG Neuferchau/Kunrau45:30 / 6:0 2. HV Solpke/Mieste I47:42 / 4:2 3. VfB Klötze36:37 / 2:4 4. HV Solpke/Mieste II33:43 / 0:6

Bester Spieler des Turniers: Steve Sauer (HV Solpke/Mieste I).

Bester Torwart des Turniers: Michael Grabow (SG Neuferchau/Kunrau).