Salzwedel l Auch die fünf westaltmärkischen Vertreter müssen sich allesamt noch einmal beweisen. Dabei dürfte es im Liestener Waldstadion besonders interessant werden, denn dort hat der heimische SVL 22 den frisch gebackenen Herbstmeister Möringer SV zu Gast. Die weiteren vier Regionsvertreter müssen auf Reisen gehen. Während es für den SSV 80 Gardelegen (SV Krüden/Groß Garz) und den SV Eintracht Salzwedel (SV Germania Tangerhütte) gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenregion geht, haben die beiden Aufsteiger SV Heide Jävenitz (SSV Havelwinkel Warnau) und Diesdorfer SV (SV Medizin Uchtspringe) noch einmal schwere Brocken vor der Brust. Alle sieben Partien beginnen pünktlich um 13 Uhr.

SVL will MSV wieder knacken

SV Liesten 22 – Möringer SV (SR: David Hoja). Eines dürfen die Liestener, auch wenn sie gegen den Rangersten womöglich auf dem Papier die Außenseiter sind, nicht vergessen: „Wir sind eine von drei Mannschaften, die Möringen schon bezwungen haben“, woran SVL-Trainer Thomas Schulz noch einmal gern erinnert. Im Hinspiel markierte Stephan Benecke das 1:0-Siegtor für die Westaltmärker. „Da hatten wir schon zwei bis drei Chancen mehr als der Gegner und gewannen daher auch verdient“, denkt Schulz zurück. Warum sollte Förster & Co. nicht auch im insgesamt erst fünften Heimspiel ein voller Erfolg gegen den Primus gelingen? „Wir spielen nach längerer Zeit endlich mal wieder zu Hause und wollen natürlich auch gewinnen“, macht Liestens Coach, dessen Elf zuletzt in Uchtspringe unglücklich mit 1:2 verlor, deutlich. Den MSV hält Thomas Schulz allerdings für eine „spielstarke“ Mannschaft, die zudem mit einer starken Offensive ausgestattet und mit 37 Treffern auch die Torfabrik der Liga ist. „Für mich waren sie schon vor der Saison ein Titelfavorit“, erklärt Schulz, der auf René Mangrapp und Martin Böhm definitiv verzichten muss. Bleibt abzuwarten, ob die beste Abwehr der Liga aus Liesten gegen den stärksten Angriff bestehen kann.

SV Krüden/Groß Garz – SSV 80 Gardelegen (SR: keine Angabe). Der SSV hat momentan die Seuche am Fuß – nicht zwingend in spielerischer, sondern vor allem in personeller Hinsicht. „Es ist momentan eine schwierige Situation“, erklärt Trainer Norbert Scheinert. Der muss aktuell auf viele angeschlagene oder auch beruflich verhinderte Spieler verzichten. So auch morgen, denn Stephan Fraedrich, Christian Krziwanie, Daniel Leberecht, Michael Hille und Alexander Meyer fallen allesamt aus. Doch hindert das die Gardelegener nicht daran, sich beim Rangdreizehnten drei Zähler vorzunehmen. „Wir wollen natürlich als Sieger vom Platz gehen, doch wir müssen anders auftreten als zuletzt. Wir müssen agiler und schneller spielen. Hinten lassen wir momentan wenig zu, sind aber im Angriff nicht durchschlagskräftig genug“, so Scheinert. Deutlich wurde das speziell in den letzten beiden Partien in Warnau (1:3) und Haldensleben (1:1). Beim Kellerkind wollen sich die Rolandstädter, die bereits das Hinspiel deutlich mit 7:2 gewannen, steigern und mit einem Sieg in die Erfolgsspur zurückkehren.

"Rechnung noch offen"

SV Germania Tangerhütte – SV Eintracht Salzwedel 09 (SR: Rüdiger Meier). Nur äußerst ungern erinnert sich Salzwedels Coach Burghardt Schulze an das Hinspiel direkt zum Saisonauftakt zurück. Dort verschenkten die Hansestädter die Zähler förmlich an die Germanen (1:3), die mittlerweile aber in ganz anderen Sphären spielen (Platz 14) als der Tabellenfünfte aus Salzwedel. „Wir haben mit Tangerhütte noch eine Rechnung offen. Diese drei Punkte, die wir dort vergeben haben, konnten wir bis heute nicht zurückerobern“, macht Schulze deutlich. Heißt konkret: Ganz im Soll sind die derzeit formstarken Mannen um Kapitän Gregor Roth noch immer nicht. „Wir wollen unseren Trend beibehalten und natürlich gewinnen“, redet der Eintracht-Trainer nicht lange um den heißen Brei herum. Können die Jeetzestädter ihre normale Leistung über 90 Minuten abrufen, sollte dies auch definitiv machbar sein. „Wir dürfen den Gegner aber nicht unterschätzen. Ich glaube, dessen Spielweise liegt uns nicht sonderlich“, gibt Burghardt Schulze mit Blick auf die offensivstarken Germanen zu verstehen. Der „schenkte“ seiner Elf in der Nikolauswoche viel Ruhe, denn es wurde nur einmal in der Halle trainiert, somit umso mehr regeneriert. „Wir haben schließlich noch zwei harte Wochen vor uns“, verrät Schulze. Auch ohne Maximilian Müller (privat verhindert) sowie die Langzeitverletzten geht der SVE voll auf Sieg.

SSV Havelwinkel Warnau – SV Heide Jävenitz (SR: Amin Hamidi). Zwei aktuell formstarke Teams treffen in Warnau aufeinander. Beide haben sich mit tollen Serien aus dem Abstiegskampf gezogen und im Mittelfeld positioniert. So ist morgen von einer spannenden Partie auszugehen. „Der Gegner ist sicherlich im Vorteil. Er ist technisch stark, zudem kommt ihm der kleine Platz sicherlich zugute. Für uns wird es daher wohl ein schwieriges Unterfangen“, verrät im Vorfeld der Jävenitzer Co-Trainer Sören Kleinau. Doch unter Druck steht der Neuling beim punktgleichen Tabellennachbarn nicht. „Wir haben 18 Zähler gesammelt und können daher eigentlich auch befreit aufspielen“, weiß Kleinau. Die Mannen um Torjäger Salam Naom haben die große Chance, auf einem einstelligen Tabellenplatz zu überwintern, was schon mal ein erster großer Erfolg wäre. Aus dem Hinspiel wollen die Jävenitzer auch noch etwas gutmachen, verloren sie doch unglücklich mit 1:2. Vielleicht gelingt ihnen ohne Andy Ackermann, Sven Martin Kunze und Marcus Friedenreich, dafür aber wieder mit Christopher Schmidt und Keeper Florian Schröder auf fremdem Platz die Revanche.

Kuhlmann und Brauer gesperrt

SV Medizin Uchtspringe – Diesdorfer SV (SR: Elfi Schwander). Blickt man auf die Tabelle, ist die Ausgangslage klar: Der Rangdritte aus Uchtspringe ist im Duell mit dem Fünfzehnten aus Diesdorf der eindeutige Favorit. Doch das hat noch nichts zu heißen, wie beispielsweise auch das Hinspiel zeigte. In diesem bot der Aufsteiger den Medizinern eine Halbzeit lang ordentlich Paroli, ehe Letztere nach der Pause unnötige DSV-Fehler doch noch zum 3:1-Auswärtserfolg nutzten. Ähnliche Fehler darf sich die Elf von Trainer Jörg Kleiner morgen auf fremdem Platz nicht erlauben, denn genau darauf wartet die starke SVM-Offensive mit Marcel Brinkmann, Norman Horak oder auch David Büst. Mit einer disziplinierten Leistung, einer sicheren Defensive und einem ordentlichen Konterspiel könnte für den Neuling auch beim Titelkandidaten etwas möglich sein. Einen Punkt streben Wolter & Co. in der Ostaltmark an. Ärgerlich ist nur, dass durch die kurzfristige Spielabsage aus der Vorwoche in Groß Garz Michael Kuhlmann und Christopher Brauer weiterhin gesperrt sind. Dafür kehren wohl Thomas Griese und Patric Peysa in den Kader zurück, die mit dafür sorgen sollen, dass der DSV die Überraschung schafft.