Vienau l Es war das einzige Spiel, das am 4. Advents-Sonntag in der Kreisoberliga über die Bühne ging, da alle weiteren angesetzten Nachholspiele abgesagt wurden. Und wenn es nach den Beetzendorfern gegangen wäre, hätte auch die Partie in Vienau nicht angepfiffen werden sollen. Die MTV-Kicker empfanden den Platz als nicht bespielbar. Schiedsrichter Marcel Leppin pfiff das Spiel aber dennoch an und so entwickelte sich auf tiefem, seifigen Boden ein ruppiges Fußballspiel mit wenigen spielerischen Höhepunkten.

Dabei stellten sich die abstiegsbedrohten Vienauer mit viel Einsatz und Leidenschaft dem Spitzenreiter gegenüber, während der favorisierte MTV mit zu wenigen Ideen aufwarten konnte. Dem Team von Trainer Mayk Zürcher gelang es über 90 Minuten nicht vollends, seine höhere individuelle Klasse auszunutzen.

„Eine klare Rote Karte“

Folgerichtig gab es in der ersten Spielhälfte kaum Höhepunkte. Die Gäste sorgten durch Christian Lenz, der einen Freistoß knapp am Eintracht-Tor vorbei zirkelte (11.), und Tim Stapel (37.) für ein wenig Torgefahr. Den Vienauern gelang indes nur ein wirklich guter Konter. Doch dieser hätte den MTV teuer zu stehen kommen können. In Spielminute 30 wurde Eintracht Stürmer Andreas Palm glänzend in Szene gesetzt und kurz vor dem Strafraum von Christian Lenz von den Beinen geholt. „Das war eine klare Rote Karte“, schätzte Vienaus Trainer Dirksen Höft die Situation so ein, wie sie auch viele Zuschauer am Spielfeldrand sahen. Schiri Leppin beließ es beim gelben Karton.

Doch auch der MTV reklamierte in der Schlussphase zweimal lautstark. Tim Stapel kam zweimal im Strafraum zu Fall, doch der Elfmeterpfiff blieb jeweils aus. „Er hat es gar nicht nötig, sich wie ein Schwalbenkönig aufzuführen“, urteilte Vienau-Coch Höft nach dem Spiel über Beetzendorfs besten Torschützen. Dieser ging zumindest im Laufduell mit Martin Palm (43.) viel zu leicht zu Boden. Anders sah es MTV-Trainer Zürcher, der beide Szenen als strafstoßwürdig einschätzte.

Schiedsrichter weiter im Mittelpunkt

Nach dem Seitenwechsel verzogen sich die dunklen Wolken am Beetzendorfer „Gefühls-Himmel“. Fabian Panhey traf zum 1:0 für die Gäste (48.). Doch die Gastgeber verdauten den Rückstand schnell. Steve Sonntag hätte schon drei Minuten später ausgleichen müssen, scheiterte aber freistehend an den eigenen Nerven. Besser machte es Martin Palm. Vienaus Abwehrchef schlich sich mit nach vorn und erzielte den 1:1-Ausgleich (53.). Allerdings stoppte Palm das Leder vor dem Torschuss unabsichtlich mit der Hand. In der Bundesliga wäre dieser Treffer also vermutlich aberkannt, mindestens aber tagelang heiß diskutiert worden. Und so blieb Schiedsrichter Leppin weiter im Fokus. Dieser hatte anschließend seine letzte Aktion der Partie. Und die war ein Fingerzeig auf den Anstoßpunkt. Andreas Palm hatte zuvor die Partie mit seinem Treffer zum 2:1 für Vienau gedreht (55.).

Schiri Leppin verließ nun verletzt das Feld und Assitent Dirk Reichelt leitete fortan die Partie. In der drängten die favorisierten Beetzendorfer nun vehement auf den Ausgleich. Richtig gefährlich wurde es für die Vienauer zunächst jedoch nur bei einem Drehschuss von Tim Stapel, der jedoch knapp vorbei ging (58.). Ansonsten versuchte es der MTV zumeist mit langen, aber viel zu ungenauen, Bällen.

Folgerichtig musste ein kapitaler Schnitzer der Vienauer herhalten, um den Beetzendorfern den Ausgleich zu ermöglichen. Die Eintracht-Defensive klärte nicht konsequent und so wurde Tino Fricke im Fünfmeterraum freigespielt, wo der Stürmer wenig Mühe hatte, den Ball über die Linie zu grätschen - 2:2 (64.). Danach drängten die Gäste auf den Sieg, doch Stapel und Panhey (86., Doppelchance) als auch Timm Müller (87.) konnten Christoph Engel im Vienauer Tor nicht noch einmal überwinden. Auch in der achtminütigen (!) Nachspielzeit fiel kein Treffer mehr.

Deshalb sprach MTV-Trainer Zürcher von zwei verlorenen Punkten: „Wir waren besser, haben hinten aber zweimal gepennt. Außerdem waren wir im Abschluss zu überhastet“, so Zürcher. Zufrieden war indes Dirksen Höft mit dem Punktgewinn. „Kämpferisch waren wir ganz stark und haben uns den Zähler verdient. Beetzendorf ist sehr überheblich aufgetreten“.

Tore: 0:1 Fabian Panhey (48.), 1:1 Martin Palm (53.), 2:1 Andreas Palm (55.), 2:2 Tino Fricke (64.).

Eintracht Vienau: Engel - Wilk, M. Palm, Wernicke, Bremer (67. Markus Sonntag), A. Palm, J. Müller, Marian Sonntag, Schwochow (46. Noack), Draffehn, Steve Sonntag (84. Riebau).

MTV Beetzendorf: D. Panhey - Spychalski, Sobolowski, Stapel, Banse, Fricke, Müller, Lenz (56. Wünsch), Fritsche, Diekmann, F. Panhey.