Kalbe/Milde l Im Altmark-Derby gegen den BBC Stendal wussten die Kängurus um Trainerin Andrea Schmieder zu Gefallen und haben mit dem deutlichen Sieg ein großes Ausrufezeichen in Sachen Bezirksliga-Meisterschaft gesetzt.

Erstes Viertel ohne Gegenpunkte

Besonders bis zum Ende des ersten Viertels glich die Begegnung einer Machtdemonstration des VfL im eigenen Wohnzimmer. Dabei nutzte die Schmieder-Truppe die offensichtlichen Stellungsfehler der Gäste aus. Diese konnten weder am eigenen Korb, noch am Gegenspieler Zugriff bekommen. Die Übermacht des VfL spiegelte sich bis dato im Ergebnis wieder. Mit 18:0 schlossen die Kängurus das erste Viertel ab.

Während der VfL weiterhin im Spielfluss blieb, konnte der BBC seine Idee vom Basketball nicht umsetzen. Mit zu vielen Dribblings in den Gegenspieler, verhinderten aussichtsreiche Gelegenheiten für die Stendaler.

Dagegen lief die Maschinerie beim VfL durch gelungene Kombinationen über Richard von Glahn, Tjark Jäger und Fritz Pietscher, die das magische Dreieck bei den Gastgebern bildeten. Zu verhalten und fahrig dagegen lief es bei den Gästen, deren Offensivspiel nicht effizient genug blieb. In der Defense fehlte dem BBC zudem die Zielstrebigkeit, den Gegner um jeden Preis am erfolgreichen Abschluss zu hindern.

Hohe Führung zur Pause

Bis sich der BBC besser organisieren konnte, mussten einige Korrekturmaßnahmen und aktives Coachen bei Stendal-Trainerin Anna Irtyschow in der Auszeit herhalten. Der große Umschwung blieb aus, jedoch befeuerten die Lizards das Offensivspiel. Über Fabian Kniep und Issam Hamad wirbelten die Ostaltmärker in der gegnerischen Hälfte. Die Unzufriedenheit über das Ergebnis konnte zusehends bei Seite gewischt werden. Doch die Chancenverwertung blieb ebenfalls ein ausbaufähiges Manko beim Gast. Der VfL dagegen hatte wenig Mühe beim Körbewerfen und schlug im Umkehrspiel eiskalt zu. Zur Halbzeit ging es mit 43:18 in die Kabinen.

Die 100er-Marke knapp verpasst

Im letzten Viertel versuchten die Kängurus die 100-er Punktemarke zu knacken. Die Gelegenheit dazu war ohne Zweifel vorhanden. Doch mit unsauberen Zuspielen und seltenen, aber vorhandenen Ballverlusten, konnte der BBC dieses Unterfangen der Gastgeber verhindern. Die Stendaler zeigten Moral und stellten das Offensivspiel keinesfalls ein. Euphorisiert von den eigenen Körben und übermotiviert, gingen die Lizards konsequenter in der Defense zu Werke. Dabei vergaßen die Gäste den Spielstand. Obwohl nur noch mit theoretischen Chancen auf einen Punktgewinn, ließen sich die Irtyschow-Schützlinge zu Fouls ohne Ball hinreißen. Die Einsatzfreude, die in unnötiger Aggressivität am Gegenspieler mündete, änderte wenig am Ausgang der Partie.

Der VfB behielt in einer ruppigen und unbequemen Endphase des Spiels die Oberhand und nahm den Stendalern den Wind aus den Segeln. Der BBC warf sich zwar weiterhin in die Zweikämpfe und verteidigte mit Haken und Ösen, doch die stärkeren individuellen Fähigkeiten halfen den Kängurus dabei, noch Körbe für das eigene Torverhältnis zu werfen. Bei den Gästen versuchten Abdalgader Kice und Issam Hamad ihre Mitspieler noch einmal mitzureißen.

Fokus auf das nächste Spiel

Das Aufbäumen kam für den BBC allerdings zu spät. Der VfL Kalbe gewann mit einem verdienten 94:53 die Partie. Kalbe-Trainerin Andrea Schmieder freute sich über das Ergebnis, richtete den Blick aber vor allem auf das Spitzenspiel in der Liga gegen die Aschersleben Tigers: „Dieses Spiel wird die Meisterschaft entscheiden. Dort werden wir unser Spiel konsequenter vortragen müssen. Am Schluss haben wir zu viele Momente in unserem Spiel gehabt, in denen wir die falschen Entscheidungen getroffen haben. Statt den freien Mann anzuspielen, haben wir uns in Dribblings verstrickt. Am Schluss wirkten wir auch etwas konfuser. Gegen Aschersleben werden wir sicherlich noch mehr gefordert sein.“

Stendal-Trainerin Irtyschow dagegen zeigt sich mit anderen Zielen konfrontiert: „Der VfL hatte ein gutes Teamspiel. Das hat bei uns gerade in der Anfangsphase gefehlt. Dahin müssen wir noch kommen. Positiv war, dass wir uns trotz des Rückstandes nicht hängen ließen. Wir müssen unsere Stärken und unsere Aggressivität aber noch besser einsetzen.“

Am nächsten Wochenende steht für den BBC Stendal kein richtungsweisendes Duell an. Für den VfL Kalbe dagegen könnte eine kleine Vorentscheidung in der Titelfrage fallen. Sonnabend um 12 Uhr empfangen die Kängurus die zweitplatzierten Tigers aus Aschersleben zum Gipfeltreffen.

Statistik

VfL Kalbe: Brohmann (8), Jäger (19), J. Kersten, S. Kersten (1), Klopp (8), Nowacki (8), Pietscher (26), Radtke (2), Schulz (4), von Glahn (18).

BBC Stendal: Abdalgader (3), Awad (12), Elgeadi (8), Grobler, Hamad (3), Kniep (16), Okon (11).