Kalbe l Doch auch ohne den Druck aufbauenden Vergleich, ähnelt der Neunjährige zumindest optisch der Würzburger Basketball-Legende der Dallas Mavericks. Die Volksstimme schaute beim Mini-Turnier der U-10 in Kalbe genauer auf den Blondschopf und sieht rosige Zukunftsaussichten für den VfL-Nachwuchs.

Groß, blond, überragende Wurftechnik am Korb. Moritz Gille ist in dieser Saison zum ersten Mal Mannschaftskapitän der U-10 des VfL Kalbe und übernimmt damit frühzeitig Einfluss und Verantwortung auf Spielgeschehen und Mannschaftsgefüge.

Gille geht voran

Als Vorgänger Richard von Glahn nach der vergangenen Spielzeit die U-10 des VfL aus Altersgründen Richtung Altersgruppe U-12 verließ, übernahm Gille die Aufgabe des Kapitäns. Eine große Ehre für den Schüler der Evangelischen Grundschule, die bei Bekleiden des neuen Amtes dafür sorgte, mit einer kleinen Portion Nervosität in die Spiele zu gehen: „Moritz war so erfreut und mit Stolz erfüllt, das Team anzuführen, dass ihm seine Nervosität zu Beginn deutlich anzumerken war. Für ihn ist es etwas ganz Besonderes“, so Romy Gille.

Alles andere als nervös, zeigt sich der neue Kapitän vor dem Korb. Gille verwandelt zwei Freiwürfe direkt im Spiel gegen Magdeburg beim Mini-Cup-Turnier der U-10 in Kalbe, welches bei ihm eine schöne Abwechslung zum wöchentlichen Training darstellt.

Auszeichnung durch BVSA

„In den letzten Monaten hat er auch in der U-14 des VfL mit trainiert und konnte stellenweise bereits gut mithalten“, so Mutter Gille. Der Basketballverband Sachsen-Anhalt (BVSA) kürte Gille nach dem Turnier zum besten Spieler seiner Mannschaft.

Unterstützung durch die Mutter

Die sportlichen Anlagen samt Affinität zum Basketballsport von Mutter Romy Gille helfen Moritz im Wettkampf. Romy ist selbst Basketballerin gewesen und spielte mit ihrer für eine Frau recht ordentlichen Körpergröße von 1,78 Metern aktiv beim SSJ 93 Gardelegen Basketball. Unter der Regie von Trainer Thomas von Glahn begann Romy Gille ihre Basketball-Laufbahn als Spielerin. Aus der sportlichen Zusammenarbeit zwischen Glahn und Gille erwuchs eine Freundschaft. Diese verbindet beide Basketballprotagonisten noch heute.

Nach der Spielerlaufbahn von Gille arbeiten die ehemaligen Spielerkollegen an der Seitenlinie des VfL Kalbe. Da auch Romy Gille die Trainerlaufbahn einschlägt, finden die beiden Freunde wieder zusammen. Von dieser Verbindung profitiert Sohn Moritz, der seine ersten Basketballschritte in Kalbe mit vier Jahren durchläuft.

Auf Einladung von Thomas von Glahn, absolviert Sohn Moritz zunächst ein Probetraining bei den „Kängurus“. Seitdem packte Moritz ebenfalls das Basketball-Fieber. Unter der Leitung von Thomas von Glahn, fühlte sich der gebürtige Gardeleger Moritz richtig aufgehoben und blieb dem Verein aus Kalbe erhalten.

Gille möchte weiter träumen

Die Basketball-Hochburg Kalbe wird zum zweiten Zuhause für Moritz Gille. Die Sportart fasziniert den Junior gegenwärtig noch immer und zieht ihn in seinen Bann. Wie bei vielen Jugendspielern, manifestiert sich bei Moritz der Traum, sich eines Tages vom Jugendspieler zum Basketball-Star zu entwickeln.

„Moritz wächst noch und kann damit auch aufgrund seiner Körpergröße noch besser werden. Vielleicht erfüllt sich sein Traum, einmal Basketball-Profi zu werden. Wer weiß. In erster Linie ist aber der Spaß am Sport wichtig“, so Romy Gille.

Moritz identifiziert sich mit dem VfL und ist jederzeit in der Sporthalle, wenn die Zeit es zulässt. Auch wenn seine Mannschaft nicht spielt, will er am Wochenende in die Halle zum Zugucken vorbei schauen.

„Ich erkläre Moritz Spielsituationen, die er schnell versteht. Dadurch kann er in seinem Alter bereits ein Spiel lesen und einschätzen. Er ist hellwach und intelligent“, so Gille.

Leistung auch in der Schule gut

Eine hohe Auffassungsgabe zeigt sich beim Grundschüler der Evangelischen Grundschule in Gardelegen, auch in der vierten Schulklasse. Dort gehört er zu den Noten-Besten, ohne viel Lernen zu müssen.

Am Basketball fand der Blondschopf so viel Gefallen, dass er auch abseits des Hallenbodens in Kalbe, weiterhin Körbe anvisiert, regelmäßig 3er-Würfe trainiert und diese sogar ab und an mit einem Treffer vollendet.

„Der Basketballsport begeistert ihn so sehr, dass er mich nach einem langen Arbeitstag im Büro, noch zuhause am Korb zum Duell auffordert. Dort haben wir einen mobilen Korb installiert. Zumeist hat er dann die Nase vorn, wenn es zum Duell kommt“, so Gille.

Doch nicht nur Basketball steht für Moritz im Fokus. Abseits der Körbe zeigt Gille reges Interesse sobald es zum Skaterpark nach Magdeburg geht. Vor allem die Tricks mit seinem Scooter begeistern ihn. Sportart Nummer eins bleibt allerdings Basketball, die seinen Charakter maßgeblich prägte.

„Er ist sehr schüchtern gewesen, bevor er mit dem Basketballspielen begann. Das legte sich Dank der ausgezeichneten Arbeit seines Trainers, den Mannschaftskameraden und dem Training. Dank der Erfolge des Teams wächst das Selbstvertrauen von Moritz und seinen Teamspielern. Darüber bin ich froh, denn jetzt taut Moritz auf. Er geht offener auf Menschen zu und scheut sich nicht, etwas zu sagen, wenn er etwas zu sagen hat. Moritz stellt immer wieder wissbegierig Fragen zum Basketball-Sport und will sich so viel Wissen wie möglich aneignen“, so Gille.

Lob an die Trainer

Dem Erfolgsweg des VfL Kalbe mit Moritz Gille steht in der Zukunft nichts im Weg. Auch Dank der engagierten Trainerarbeit, die den Trainings-und Spielbetrieb des VfL in allen Altersklassen sichert, profitiert Moritz in der Gegenwart und der nahen Zukunft. An einen späteren Vereinswechsel denkt weder Moritz, noch seine Mutter. „ Moritz genießt jede Sekunde am Korb des VfL Kalbe“, so Gille.

Trainer Thomas von Glahn dürfte diese Worte mit Freude vernehmen. Der VfL Kalbe darf sich weiterhin auf ein großes Basketballtalent freuen, das die Zukunft des Vereins in der überdurchschnittlich stark aufgestellten Basketballsektion prägen kann.