Liesten/Stendal l Gab es in der Saison 2017/2018 gegen den 1. FC Magdeburg eine sehr deutliche Pleite, so hielten die Altmärker diesmal - gegen Oberligist 1. FC Lok Stendal - die Niederlage beim 0:3 in Grenzen. Doch sie hielten die Niederlage nicht nur in Grenzen, sondern spielten phasenweise auch sehr gut mit und übernahmen zu Beginn der zweiten 45 Minuten sogar das Kommando auf dem Platz gegen den haushohen Favoriten.

Der blieb allerdings - trotz seiner personellen Engpässe - vieles schuldig. Zu behäbig und ideenlos wirkten die Stendaler im Spielaufbau, so fehlte auch vorne die Durchschlagskraft. Zwar mühten sich zunächst die beiden Außen Niclas Buschke und Chris Kiesse Wete und auch Angreifer Tim Seidel-Holland redlich, aber ohne Erfolg. Ein Lattentreffer des ansonsten ganz schwachen Kiesse Wete war zunächst das einzige offensive Highlight.

SVL-Keeper Szczerbik patzt

Erschwerend kam natürlich hinzu, dass die Ostaltmärker ab der 10. Minute auf Antriebsfeder Martin Gödecke verzichten und erneut umbauen mussten.

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Und irgendwie durften sich die Stendaler bei Liestens Keeper Dawid Mateusz Szczerbik bedanken, dass ihm - augenscheinlich erneut folgenschwer - ein Patzer unterlief und die Ecke von Franz Erdmann in Minute 37 durch die Handschuhe des SVL-Schlussmannes direkt in die Maschen ging.

Fehler mit Folgen

„Wer weiß, was gewesen wäre, wenn Dawid den Fehler nicht gemacht hätte. Ich denke schon, dass dann der zweite Lok-Treffer auch nicht gefallen wäre und wir mit einem 0:0 in die Pause hätte gehen können“, so Stadionsprecher Jens Schulz.

Und irgendwie erinnerten sich wohl auch zahlreiche Zuschauer am Sonnabend an Szczerbiks Ausflug mitten in den 16er im letzten Spiel der Landesklassensaison 2017/2018 beim Stand von 3:3 gegen den SSV 80 Gardelegen. Das Ergebnis ist bekannt.

Doch Szczerbik steigerte sich im Spielverlauf, parierte danach einige Stendaler Möglichkeiten sicher und hielt seine Liestener damit im Spiel.

Chancen werden nicht verwertet

Die schluderten aber bereits in Halbzeit eins mit ihren Möglichkeiten. Die beste vergab wohl Sebastian Kordus per Kopf. Kordus selbst hätte aber spätestens - wie auch Henning Schröder, Marcin Galkowski oder Matthias Wiese - in Halbzeit zwei zumindest eine der zahlreichen hundertprozentigen Chancen nutzen können, wenn nicht gar müssen.

Doch zum einen war Lok-Schlussmann Kycek gut drauf, und zum anderen scheiterten die Liestener zumeist an den eigenen Nerven. Da macht sich eben doch das Fehlen der kompletten Angriffsabteilung bemerkbar. Während die Neuzugänge Florian Mönke und Steffen Schmidt beide mit Kreuzbandrissen fehlten, nahm auch Niels Bierstedt auf der Bank platz, anstatt für den SVL zu stürmen.

„Das dürfen wir nicht vergessen, dass beide Neuzugänge wegen Verletzungen und weitere Spieler gefehlt haben, von daher haben wir schon eine gute Leistung geboten“, so Schulz weiter.

Selbstvertrauen für kommende Aufgaben

Der SV Liesten um Trainer Michael Piotrowski kann sich nun wieder voll auf die Liga konzentrieren und zumindest noch im Kreispokalwettbewerb weit kommen. „Wenn wir in der Liga mal so spielen könnten wie heute, aber die meisten Gegner stellen sich ja einfach hinten rein“, so Matthias Wiese, der mit dem TuS Wahrburg am kommenden Landesklassespieltag aber eine „spielfreudigere“ Mannschaft erwartet. Und wenn die Liestener dann auch noch vorn genauer zielen würden, könnte endlich wieder ein Dreier herausspringen.