Salzwedel/Stendal l Etwas über fünf Monate, nachdem die vergangene Spielzeit aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen wurde, geht es in der Fußball-Landesklasse wieder in die Vollen. Trotz des Saisonstarts, wird es aber ein paar Änderungen für die Zuschauer geben.

Zum einen gibt es die Auflage des Kontaktformulars, damit eventuell auftretende Corona-Infektionen besser und schneller nachverfolgt werden können.

Punktspiele unter Auflagen

Dazu kommt die Nutzung einer Mund- und Nasenmaske an Orten, an denen der Mindestabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden kann. Sollten sich alle Zuschauer an diese Regeln halten, steht einem schönen Sportplatz-Besuch eigentlich nichts mehr im Weg.

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Derby-Revanche auf der Flora?

Der erste Spieltag bietet direkt zu Beginn sehr vielversprechende Partien. So empfängt der FSV Heide Letzlingen am Sonnabend den SV Medizin Uchtspringe. Das vermeintliche Topspiel des ersten Spieltages findet jedoch auf der Salzwedeler Flora statt, wo die gastgebende Eintracht - nur eine Woche nach dem gewonnenen Kreispokal-Halbfinale - den SV Liesten 22 zum Tanz bittet.

Aufsteiger-Duell in Stendal

Des Weiteren gastiert der Kreveser SV beim Landesliga-Absteiger Möringer SV und der SV Rot-Weiß Arneburg bekommt es mit den jungen Wilden vom Osterburger FC zu tun. Außerdem steht noch ein Duell zweier Aufsteiger auf dem Programm. Die Oberliga-Reserve des 1. FC Lok Stendal kreuzt mit dem SV Grün-Weiß Potzehne die Klingen.

Viel Spannung wird auch in Jerichow erwartet, wo direkt zum Ligastart zwei Mannschaften aufeinander treffen, die höchstwahrscheinlich auch in der kommenden Spielzeit gegen den Abstieg spielen werden. Zu Gast ist nämlich der SV Germania Tangerhütte.

Alle Partien vom Sonnabend werden zeitgleich um 15 Uhr angepfiffen. Am Sonntag um 14 Uhr greift dann auch der vermeintliche Top-Favorit, wenn es um den Aufstieg geht, ins Geschehen ein. Der TuS Wahrburg will zum Auftakt seine Ambitionen beim Rossauer SV untermauern. Der MTV 1880 Beetzendorf ist indes spielfrei und hat somit noch zwei Wochen länger Zeit für die Vorbereitung, um dann am 29. August auf dem Punkt fit zu sein.

Heide Letzlingen - Medizin Uchtspringe

Diese Partie verspricht im Vorfeld viel Spannung. Das liegt vor allem daran, dass sich der FSV Heide Letzlingen und der SV Medizin Uchtspringe in ihrem Spielstil und in ihrer Körperlichkeit sehr ähneln.

Duell auf Augenhöhe erwartet

Die Mediziner beendeten die vergangene Saison auf dem dritten Platz, während die Letzlinger nur Achter wurden. Dennoch wäre es wohl vermessen, wenn man Uchtspringe aus diesem Grund gleich in die Favoritenrolle drängt. Schließlich spielt der FSV zu Hause und hat sich viel für die kommende Saison vorgenommen.

Letzlingen blickt auf eine schwierige Vorbereitung zurück. „Die Vorbereitung lief insgesamt durchwachsen. Wir müssen aber - wie andere Mannschaften auch - das Beste daraus machen“, wie der Trainer Dirksen Höft fordert.

Insgesamt konnten die Westaltmärker zweimal testen und diese Partien deutlich gewinnen. Zudem zogen die Heide-Kicker durch einen 4:0-Erfolg über den SSV 80 Gardelegen II ins Kreispokal-Finale ein, was letztlich aber ebenfalls als Vorbereitungsspiel gesehen werden kann. Uchtspringe startete mit zwei Niederlagen gegen höherklassige Mannschaften in die Vorbereitung, konnte danach aber auch drei Erfolgserlebnisse feiern.

„Die Vorbereitung lief an sich ganz gut. Wir konnten an vielen Dingen arbeiten. Letztlich wäre ich aber auch froh gewesen, wenn wir noch ein Woche länger gehabt hätten“, wie der Mediziner Trainer Lars Reifke erklärt.

Scheel fällt aus

Personell gehen beide Mannschaften gut aufgestellt in diese Partie. Während die Gäste nur den Ausfall von Christoph Scheel kompensieren müssen, müssen die Letzlinger definitiv auf die beiden Langzeitverletzten Christian Wernecke sowie Tobias Benecke verzichten. „Hinter dem Einsatz von Martin Müller steht noch ein kleines Fragezeichen“, fügt Höft hinzu.

Sowohl Letzlingen und auch Uchtspringe gehen ambitioniert in das Spiel. Natürlich ist es klar, dass jede Mannschaft ihr Auftaktspiel gewinnen möchte, um bestmöglich und mit einem positiven Gefühl in die neue Spielzeit zu kommen.

„Uchtspringe ist eine sehr erfahrene Mannschaft mit unheimlich vielen Qualitäten. Wir freuen uns auf das Spiel, haben aber keine Angst. Der Respekt ist sicher auf beiden Seiten da. Wir wollen das Spiel auf jeden Fall nicht verlieren“, schätzt Höft den kommenden Gegner ein und formuliert zugleich die Zielsetzung.

Eintracht Salzwedel - SV Liesten

Beide Mannschaften trafen am vergangenen Sonnabend im Liestener Waldstadion aufeinander. Im Halbfinale des Kreispokals zeigte der SV Eintracht Salzwedel eine starke Leistung und setzte sich verdient mit 3:1 beim SV Liesten 22 durch. Ob das am kommenden Sonnabend auf der Salzwedeler Flora erneut gelingt, bleibt abzuwarten.

SV Liesten will sich revanchieren

Fest steht, dass sich an den Vorzeichen nicht so viel geändert hat. Helge Kietzke und Michael Piotrowski konnten sich zwar jetzt schon einmal einen Eindruck vom Gegner machen, doch für große Überraschungen, kennen sich beide Seiten eigentlich zu gut.

„Ich erwarte dieses Mal ein anderes Spiel, als wie noch am letzten Sonnabend. Zum einen ist es nicht mehr ganz so heiß und zum anderen hat man sich jetzt schon einmal gesehen. Ich erwarte ein taktisch geprägtes Spiel, in dem Liesten versucht, wieder etwas gutzumachen. Wir wollen genauso auftreten wie zuletzt und mit hohem Tempo agieren. Zu Hause wollen wir das Spiel selbstverständlich gewinnen“, fordert der Salzwedeler Trainer Kietzke.

Während die Jeetzestädter also eine enge Partie erwarten, sind die 22er in erster Linie sicher um Wiedergutmachung bemüht. „Am Sonnabend müssen wir definitiv mehr machen, als in den ersten 60 Minuten am letzten Wochenende. Da waren wir physisch und spielerisch nicht gleichwertig und das gilt es zu verbessern“, erhöht Piotrowski etwas den Druck auf seine Mannschaft.

Fest steht, dass Salzwedel vor allem körperlich und konditionell große Vorteile gegenüber dem SVL hatte. Ob man diese Dinge innerhalb von nur sieben Tagen tatsächlich verbessern kann, muss man am Sonnabend abwarten. Während Liesten mit dem gleichen Kader, wie am vergangenen Sonnabend, ins Spiel geht, hat sich auch bei Salzwedel nicht besonders viel getan.

„Niklas Gille und Sebastian Heuer fallen definitiv für das Spiel aus. Hinter dem Einsatz von Malte Liestmann steht noch ein großes Fragezeichen. Jan Plewe kehrt indes in den Kader zurück“, bestätigt Kietzke. Insgesamt wird am Sonnabend schon ein richtig gutes Fußballspiel erwartet. Liesten weiß nun, was auf sie zukommen wird und wird sich nicht erneut den Schneid abkaufen lassen. Die Salzwedeler sollten indes nicht denken, dass das nach dem letztwöchigen Sieg ein Selbstläufer wird und stattdessen sehr konzentriert ins Spiel gehen. Auch in diesem Duell kann das Pendel schnell in die eine oder die andere Richtung austreten, weshalb eine Prognose kaum möglich ist.

1. FC Lok Stendal II - Grün-Weiß Potzehne

Die Oberliga-Reserve des 1. FC Lok Stendal ist eine junge und hungrige Mannschaft. Auf der anderen Seite haben viele Spieler des SV Grün-Weiß Potzehne die besten Fußballjahre vermutlich schon hinter sich, verfügen dafür aber über enorme Erfahrung.

Die Lok-Reserve konnte während der Vorbereitung nur einmal richtig testen, konnte das Spiel gegen den Lokalrivalen Post SV Stendal aber mit 1:0 gewinnen.

„Mit der Vorbereitung bin ich letztlich sehr zufrieden, obwohl wir nur einmal testen konnten. Dafür sah es in dieser Partie aber schon recht ordentlich aus“, resümierte der Lok-Trainer Martin Obst.

Potzehne konnte indes vier Spiele absolvieren und hatte somit weitaus mehr Möglichkeiten, um sich entsprechend einzuspielen. Dennoch ist der Potzehner Trainer Steffen Schulze nicht vollends mit der Vorbereitung zufrieden. „Die Vorbereitung lief insgesamt sehr gut, hätte aber aufgrund mangelnder Trainingsbeteiligung besser sein können“.

Talent gegen Erfahrung

Während Coach Obst mit Potzehne „einen sehr robusten Gegner mit enormer Erfahrung“ erwartet, sieht Schulze die Eisenbahner als „eine kleine Wundertüte mit jungen und gut ausgebildeten Spielern“. Wo eine gewisse Einigkeit besteht, ist an der Zielsetzung für das Spiel zu sehen. „Wir haben das Ziel, die Punkte bei uns zu behalten. Die Richtlinie ist der Klassenerhalt, weshalb man natürlich solche Spiele gewinnen muss. Wir wollen das Spiel beherrschen und werden uns nicht hinten herein stellen“, gibt Obst die Marschroute vor.

Schulze hält es hingegen mehr mit der Huub-Stevens-Taktik: „Ich erwarte einen guten Gegner, der uns immens fordern wird. Das erste Punktspiel der Saison will natürlich jeder gewinnen, gerade als Aufsteiger ist das schon sehr wichtig. Deshalb fahren wir auch nach Stendal, um die Punkte dann mitzunehmen. Wir wollen aus einer sicheren Defensive heraus agieren und nicht blind anlaufen. Die Null hinten muss stehen.“

Auch aus personeller Sicht, sieht es bei beiden Mannschaften sehr gut aus. Sowohl die Stendaler und auch die Grün-Weißen aus Potzehne treten wohl mit voller Kapelle an. Bei Stendal muss man allerdings noch abwarten, ob eventuell noch Spieler aus dem Oberliga-Kader dazustoßen. Von der A-Jugend gibt es laut Obst keine Spieler, weil es dort wohl personelle Engpässe gibt.

Insgesamt ist es ein Duell, das schwer einschätzbar ist. Potzehne ist nur als Dritter der Kreisoberliga Altmark West aufgestiegen. Zudem ist die Mannschaft in die Jahre gekommen, weshalb es wohl nur um den Klassenerhalt geht.

Rossauer SV - TuS Wahrburg

Der Top-Favorit auf den Staffelsieg greift am Sonntag ins Spielgeschehen ein. Der TuS Wahrburg reist als haushoher Favorit zum Rossauer SV. Alles andere als drei Punkte für Wahrburg, wären eine große Überraschung. Das liegt aber auch daran, dass die Gastgeber personell derzeit sehr gebeutelt sind.

Doch auch bei den Wahrburgern sieht es beim Blick auf den Kader alles andere als rosig aus. „Aktuell ist es vom Personal her kritisch bei uns. Wir haben sechs Spieler im Urlaub, ein Spieler ist gesperrt und dazu kommen noch vier verletzte Spieler. Uns werden also elf Akteure am Sonnabend fehlen und gehen somit arg gebeutelt in das erste Ligaspiel“, sucht Robert Riep keine Ausreden.