Saalfeld/Salzwedel l Bei der SG Saalfeld ist Stephan Litka absolut glücklich geworden und möchte mit seiner Mannschaft auf lange Sicht eine gute Rolle in der Kreisliga spielen. Dazu tut der 30-Jährige dem Verein mit seiner Tätigkeit als Schiedsrichter einen weiteren großen Gefallen. Er hat schon in der Landesklasse gespielt, doch so hoch möchte Stephan Litka sportlich gar nicht mehr hinaus. Ihm reicht die Kreisliga mit der SG Saalfeld völlig aus, solange der Spaß nicht zu kurz kommt. Bei der SGS findet der Salzwedeler eine gestandene, aber auch sehr gesellige – oder mit seine Worten „saugeile“ – Truppe vor. Daher steht für den Offensivakteur und neuerdings auch Referee fest: „Ich werde den Verein nicht mehr wechseln.“

Leidenschaft für Fußball

Nebenbei war Litka, ursprünglich aus Henningen stammend, zwar von der Schule aus des Öfteren in Unihockey- oder Basketball-Mannschaften aktiv, doch sein Herz schlug eigentlich schon immer ausschließlich für den Fußball. Von dieser populären Sportart war fast seine gesamte Familie besessen. So schloss sich Stephan bereits mit sechs Jahren dem von Heinz Schramm trainierten SV Schwarz-Weiß Dähre an und wurde dort aufgrund seines eingebauten Torriechers zumeist als Angreifer aufgeboten.

Aufstieg in die Landesliga

Ab der C-Jugend schlossen sich die Schwarz-Weißen mit Langenapel und Wallstawe zu einer Spielgemeinschaft (SG Wa/La/Dä) zusammen. Noch im C-Junioren-Bereich schaffte das Team mit der Kreismeisterschaft auch den Aufstieg in die Landesliga. Es war zugleich Stephan Litkas größter Erfolg, wenngleich er den Landesmaßstab gar nicht mehr selbst miterlebte, weil er in die B-Jugend aufrücken musste. Einen weiteren großen Titel verpassten die Wallstawer, Langenapeler und Dährer in der A-Jugend, als sie das Kreispokalfinale in Beetzendorf gegen die SG Arendsee/Mechau verloren.

Mit Vollendung seines 18. Lebensjahres gehörte der Offensivakteur der ersten Herrenmannschaft des SV Langenapel an. Diese schaffte nach dem Neueinstieg in den Spielbetrieb auf Anhieb den Durchmarsch von der 2. Kreisklasse Nord bis in die Kreisliga. 2008 wechselte Stephan Litka dann aber aus beruflichen Gründen in den Süden. Es zog ihn nach München, wo er jeweils ein Jahr für den FC Wacker sowie für den SV Siemens aktiv war.

Trainer in München

Bei den Münchner Wackeranern fungierte der Westaltmärker zudem kurzzeitig auch als E-Junioren-Trainer. Aus großer Verbundenheit zog es Litka jedoch 2010 zurück in die Heimat. Dort schloss er sich direkt wieder dem SV Langenapel an, den er jedoch nach zwei Jahren in Richtung Diesdorfer SV verließ. Beim DSV spielte der Offensivakteur sogar eine Saison in der Landesklasse. 2014 entschloss sich Stephan jedoch dazu, eine fußballerische Pause einzulegen. Aufgrund beruflicher Verpflichtungen hätte er den Partien und Trainingseinheiten nur noch sehr unregelmäßig beiwohnen können.

Freude auf Training und Spiel

Drei Jahre später juckte es dann aber plötzlich doch wieder in den Knochen. Da passte es gut, dass Patric Peysa bezüglich eines Probetrainings bei der SG Saalfeld anfragte. Dieses Angebot nahm Stephan Litka gern an und merkte schon nach der ersten Einheit: „Die Jungs haben echt Spaß am Fußball.“ So stieg Litka im September 2017 beim damaligen Vertreter der 1. Kreisklasse ein. „Alles ist hier sehr familiär. Fast immer sind die Frauen und Kinder mit dabei. Zudem haben wir hier immer Spaß – egal ob wir gewinnen oder verlieren. Die Stimmung ist immer gut, man freut sich auf jedes Training und jedes Spiel. Ich hoffe, dass das auch so bleibt“, hat der 30-Jährige nach nur einem Jahr in Saalfeld ein durchweg positives Fazit gezogen. Nach drei Jahren Pause musste sich Stephan – erstmals kam er im Kreispokalspiel gegen den SV Engersen (2:3) zum Einsatz – allerdings erst wieder richtig eingewöhnen.

Doch das schaffte er recht schnell und entwickelte sich ebenso rasch zu einem Leistungsträger in der Elf von Trainer Jörg Pollehn. Immer, wenn es für Litka möglich ist, nimmt er an den Trainingseinheiten teil, sein Fitnesszustand hat sich mittlerweile stark verbessert. Nachdem die SGS in der Vorsaison Vizemeister der 1. Kreisklasse hinter dem mittlerweile zurückgezogenen SV Eintracht Salzwedel III wurde, stieg sie in die Kreisliga auf. „Wir brauchen uns in dieser Liga nicht zu verstecken und wollen dort etwas erreichen“, gibt sich der 30-Jährige kämpferisch. Er sieht in der Mannschaft eine hohe Qualität und traut ihr durchaus einen Platz im Mittelfeld zu. „Als Aufsteiger lautet unser vorrangiges Ziel aber erst einmal Nichtabstieg“, fügt Litka, der wechselweise im Angriff oder im Mittelfeld zum Einsatz kommt, an.

Einsatz als Schiedsrichter

Zum Einsatz kommt Stephan Litka demnächst auch als Schiedsrichter. Weil zuvor lediglich Bärbel Habedank für den Verein zur Pfeife griff, hatte die SG Saalfeld ein Referee-Problem. „Als wir das Thema irgendwann mal angesprochen haben, habe ich eher aus Spaß gesagt, dass ich das machen würde“, verrät Stephan. Aus Spaß wurde jedoch Ernst. Das freute den Vereinsvorsitzenden Remo Günther natürlich zu hören. Er meldete sich selbst, aber eben auch Litka zum Lehrgang in Arendsee an. „Einerseits möchte ich dem Verein helfen, da er sonst eine hohe Strafe erhält, andererseits reizt mich diese Aufgabe aber auch. Oft schimpft man ja als Spieler selbst über den Schiedsrichter, nun steht man selbst mit der Pfeife auf dem Feld“, erklärt der Salzwedeler.

Sowohl Günther als auch Litka bestanden wie auch die weiteren neun Teilnehmer die Prüfung („Als Spieler hat man natürlich gewisse Vorkenntnisse, doch manche Regeln muss man erst noch lernen“) zum Erwerb der Referee-Lizenz Mitte August im Salzwedeler Werner-Seelenbinder-Stadion. Beide erhalten in nächster Zeit ihre Ausweise und dürfen dann auch Partien leiten. „Ich freue mich drauf“, verrät der 30-Jährige, der zunächst einmal von Einsätzen als Assistent ausgeht. Ansonsten wird der Westaltmärker wohl hauptsächlich bei Nachwuchs- und Altherrenpartien eingesetzt. „Sonntags wird es natürlich schwierig, da ich dort selbst spiele, was für mich aktuell auch noch Vorrang genießt“, gibt Stephan Litka, der Partien bis hin zur Kreisoberliga leiten darf, zu verstehen.

Aufstieg gerne gesehen

Große Ziele hat sich Litka allerdings nicht als Unparteiischer gesetzt. „Höher als Kreisoberliga muss es für mich nicht sein. Die weiten Strecken zu höherklassigen Partien, verbunden mit dem Aufwand, muss ich nicht haben. Aber mal sehen, was sich noch ergibt“, lässt sich der 30-Jährige überraschen. Mindestens sieben Einsätze als Referee muss Stephan Litka in dieser Saison noch vorweisen, ab der kommenden Spielzeit sind es dann deren 15. Seinen Fokus legt Stephan aber hauptsächlich auf seine Spielerlaufbahn. „Ich möchte noch einige Jahre spielen. Unser Ziel in Saalfeld ist es, dauerhaft in der Kreisliga eine gute Rolle zu spielen. Wenn es irgendwann vielleicht mal zum Kreisoberliga-Aufstieg reichen sollte, nehmen wir das natürlich gern mit“, blickt der Offensivakteur optimistisch in die Zukunft.

Freuen würde er sich über weiteren, vor allem jungen, Zuwachs. Zur aktuellen Spielzeit schlossen sich zwar mehrere junge Talente wie Til Engling, Justin Schebesch, Felix Petrick oder auch Leon Pieper dem Verein an, doch die recht routinierte SGS-Herrentruppe ist auf Dauer natürlich auf weitere Nachwuchsspieler angewiesen. Mittlerweile wird in Saalfeld auch wieder eine Jugendmannschaft aufgebaut. Unter der Leitung von Trainer René Pollehn trainieren seit wenigen Wochen die G-Junioren, um womöglich auch bald in den Spielbetrieb einzusteigen. Auch Stephan Litka könnte sich irgendwann den Erwerb einer Trainerlizenz vorstellen – allerdings erst nach seiner aktiven Laufbahn, denn mit der SG Saalfeld hat der 30-Jährige in den nächsten Jahren noch einiges vor.