Salzwedel l Zieht man die ersten vier Spieltage ab, wäre der SV Eintracht Salzwedel souveräner Tabellenführer der Fußball-Landesklasse, Staffel I. In der Saisonanfangsphase erlaubte sich die Mannschaft von Neutrainer Helge Kietzke nämlich gleich drei Niederlagen, um dann aber eine satte Siegesserie zu starten und sich am Jahresende mit 28 Punkten noch auf Rang zwei zu platzieren.

„Ich hatte im Vorfeld damit gerechnet, dass es Zeit braucht, bis die Mannschaft meine neue Taktik verinnerlicht. Ehrlich gesagt war ich überrascht, dass es so schnell ging“, blickt SVE-Coach Kietzke auf den ersten Teil der Saison zurück. Er kann nach neun Siegen, einem Remis sowie drei Niederlagen absolut zufrieden sein. Schließlich sind die Kreisstädter aktuell der ärgste Verfolger vom Spitzenreiter aus Letzlingen.

Wendepunkt nach dem Derby in Liesten

Den Knackpunkt sieht Salzwedels Übungsleiter im mit 3:0 gewonnenen Derby in Liesten am fünften Spieltag. „Von da an hatte die Mannschaft absolutes Vertrauen in das neue System“, blickt Helge Kietzke zurück. Zuvor musste sich das Team erst finden. Die Ergebnisse stimmten (noch) nicht. Es setzte zum Auftakt zwei 0:2-Niederlagen in Wahrburg sowie auch daheim gegen Uchtspringe, bei denen aber auch viel Pech im Spiel war. Auch an Spieltag Nummer vier gingen die Salzwedeler beim 0:1 gegen Möringen leer aus.

Von den restlichen neun Begegnungen gewannen sie acht, nur noch im Spitzenduell in Letzlingen (0:0) gab es eine Punkteteilung. Die Mannschaft entwickelte sich von Spiel zu Spiel weiter und harmonierte super miteinander. „Speziell die älteren Spieler haben immer mehr an den Erfolg geglaubt“, verrät Kietzke. Damit zogen sie zugleich auch die Youngster mit.

Zwar war der langfristige Ausfall von Mittelfeldstratege Sebastian Heuer, der im System von Helge Kietzke eine wichtige Rolle spielt, bitter, doch diesen konnte das Team im Verbund gut kompensieren. „Gerade die jungen Spieler haben diese Lücke sehr gut gefüllt. Die Mannschaft ist zu einer echten Einheit geworden, es herrscht schon ein Stück weit Familienatmosphäre“, schwärmt Kietzke.

Trainer lobt Disziplin

Der lobt zudem die hohe Disziplin in seiner Elf. Aus einer sicheren und kompakten Abwehr – mit nur acht Gegentreffern übrigens die mit Abstand beste der Liga – heraus wurde immer wieder zielstrebig der Weg in die Offensive gesucht. „Allerdings muss die Chancenverwertung noch besser werden. Wir bekommen nicht mehr so viele Gelegenheiten wie in den Jahren zuvor, müssen sie aber trotzdem besser nutzen“, weiß Salzwedels Trainer.

Der sah in Liesten (3:0) sowie in den Heimspielen gegen Arneburg (2:1) sowie Tangermünde (1:0) die besten Auftritte seiner Schützlinge. Dagegen passte beim 0:1 gegen Möringen („Unser mit Abstand schlechtestes Spiel“) nur wenig zusammen. Doch der SV Eintracht Salzwedel hat nach genau dieser Partie eine Serie von neun Begegnungen in Folge ohne Niederlage gestartet, die er auch in der Rückrunde – um weiterhin ganz oben mitzumischen – möglichst lange aufrechterhalten möchte.