Salzwedel l Am 18. Spieltag probiert es der SV Medizin Uchtspringe, den Tabellenführer ein zweites Mal in die Knie zu zwingen.

Nicht nur das Spitzenduell zwischen Uchtspringe und Letzlingen verspricht am Sonnabend ab 15 Uhr eine Menge Brisanz. Auch im Nachbarschaftsduell zwischen dem SV Eintracht Salzwedel und dem SV Liesten 22 dürfte es heiß her gehen. Kellerduelle, in denen es um enorm wichtige Punkte geht, haben jeweils auf fremden Plätzen der MTV Beetzendorf (SV Grieben) und der SV Grün-Weiß Potzehne (SV Germania Tangerhütte) vor der Brust.

Eintracht Salzwedel - SV Liesten

Mit deutlich breiterer Brust wird die gastgebende Eintracht in dieses Stadtderby gehen. Während die Mannen von Trainer Helge Kietzke langsam wieder an die Form zum Ende der Hinrunde anknüpfen, erleben die Liestener im bisherigen Verlauf der zweiten Halbserie eine Berg- und Talfahrt. So trennen beide Teams im Klassement stolze zehn Punkte.

Eintracht-Trainer sieht keinen klaren Favorit

Doch von einer Favoritenrolle möchte SVE-Coach Kietzke im Vorfeld nichts wissen: „Unsere Form ist zwar derzeit gut, aber wir sollten das auch nicht überbewerten. Ein Derby hat immer seine eigenen Gesetze. Da spielt die Tabelle keine Rolle, sondern da hängt sehr viel von der Tagesform ab.“ Letztere stimmte auf Salzwedeler Seite im Hinspiel. So sprang ein klarer 3:0-Erfolg im Waldstadion heraus, der eine längere Erfolgsserie nach sich zog. „Die Jungs haben sich gedacht: ‚Wir haben nichts zu verlieren. Was soll uns passieren?‘ Dementsprechend konzentriert und druckbefreit sind sie ins Spiel gegangen.

Diesmal sehe ich die Vorzeichen allerdings etwas anders“, so der Eintracht-Trainer, der jedoch anfügt: „Wir machen uns selbst keinen Druck. Wir befinden uns schließlich noch im Umbruch, nehmen die Erfolgserlebnisse aber natürlich gern mit.“ Den Kontrahenten aus Liesten schätzt Helge Kietzke als spielerisch stark („Wir müssen uns im Spiel auf den Gegner einstellen“) ein und möchte ihm wenige Chancen zur Entfaltung geben. Auch ohne den verletzten Sebastian Heuer sowie den im Urlaub befindlichen Raik Zipperling – bei Hannes Pietscher und Jan Plewe hofft Kietzke, dass sie rechtzeitig aus dem Skiurlaub heimkehren – soll nämlich der zweite Derbysieg eingefahren werden.

Dass sein Team diesmal nicht unbedingt der Favorit ist, nimmt Liestens Trainer Michael Piotrowski sogar ein Stück weit dankbar hin. „Natürlich wollen wir schon versuchen, unser Spiel durchzudrücken. Doch Salzwedel steht eher unter Zugzwang und muss uns ja auch etwas anbieten. Wir haben einen Plan und schauen mal, wie der Gegner darauf reagiert“, äußert sich Piotrowski im Vorfeld des Nachbarschaftsduells. Im Hinrundenspiel präsentierten sich Bresch & Co. zu blauäugig und wurden dreimal eiskalt ausgekontert. „Wir wissen ja, dass die Eintracht ihre Stärken im Umschaltspiel hat“, wollen es Piotrowski und seine Mannen diesmal cleverer lösen.

EInsatz von Mangrapp fraglich

Nachdem Liesten vor sechs Tagen beim 2:1 gegen Grieben eine starke erste Hälfte absolvierte, weitaus höher hätte führen müssen, ließ man nach der Pause („Das darfst du dir gegen keinen Gegner dieser Liga erlauben“) allerdings zu stark nach. In der Liga möchten die Rot-Weißen, die morgen noch um den Einsatz des am Oberschenkel verletzten René Mangrapp bangen, mindestens unter die Top-Fünf. Einen ersten großen Schritt in diese Richtung wollen sie schon morgen auf der Flora machen.  Schiedsrichter: Kevin Shaikh

Medizin Uchtspringe - Heide Letzlingen

Wenn der Tabellenführer (Letzlingen) beim Rangvierten (Uchtspringe) antritt, kann man durchaus von einem Spitzenspiel sprechen. Dazu sind die Mediziner die bislang einzige Mannschaft, die dem FSV Heide eine Niederlage zufügen konnte. Im Hinspiel setzten sie sich auswärts mit 2:1 durch. Das Wort „Revanche“ nimmt Letzlingens Coach Dirksen Höft im Vorfeld aber nicht in den Mund. „Sicherlich sind wir als Spitzenreiter schon der Favorit, aber wir wissen auch, dass uns eine ganz schwere Aufgabe erwartet. In Uchtspringe wird schon seit Jahren sehr gute Arbeit geleistet, es wird ein echter Gradmesser“, so Höft im Vorfeld.

Ähnlich konzentriert wie in der Vorwoche beim 4:1 gegen Arneburg möchte der Primus auch in dieses Duell gehen. „Das hat natürlich gut funktioniert, doch es läuft auch nicht immer so. Es ist ein neues Spiel, in dem wir wieder von Beginn an voll konzentriert sein müssen“, weiß Letzlingens Übungsleiter. Der muss ohne die beiden verletzten Thomas Lübke und Marcel Grabau auskommen, hat ansonsten aber die Qual der Wahl. „Das ist sicherlich einerseits schön, aber teilweise auch schwierig“, weiß Dirksen Höft um die große Qualität im Kader. Diese soll auch im Spitzenspiel in Uchtspringe („Ein enorm durchschlagkräftiger und heimstarker Gegner“) natürlich wieder zum Vorschein kommen. Schiedsrichter: Marko Schmidt

SV Grieben - MTV Beetzendorf

Das Herz von MTV-Trainer Michael Banse wurde in der Vorwoche stark beansprucht. Erst in der dritten Minute der Nachspielzeit „erlöste“ Fabian Panhey seine Beetzendorfer mit dem so wichtigen 3:2-Siegtreffer im Kellerduell gegen Tangerhütte. Wenn es nach Banse ginge, könnte die morgige Partie gern früher entschieden sein – möglichst zugunsten seines MTV. „Wir wollen natürlich nachlegen, ansonsten ist der Sieg gegen Tangerhütte nicht mehr viel wert. Wir müssen ähnlich auftreten und dürfen keinen Prozent nachlassen“, so der Beetzendorfer Übungsleiter.

Der freut sich, dass sein Kader mit der Zeit wieder etwas größer wird. Ausfallen werden diesmal „nur“ noch die privat verhinderten Tim Langenbeck und Christian Fischer sowie der verletzte Daniel Stehr. So kann Michael Banse nahezu die gleiche Elf wie in der Vorwoche auf den Rasen schicken. „Von der Tabelle lassen wir uns nicht blenden. Meiner Meinung nach ist das das schwerste Auswärtsspiel der gesamten Saison. Ein früher Führungstreffer wäre sehr wichtig für uns“, so Banse vor dem Duell beim Rangletzten, gegen den man sich keine Niederlage erlauben darf. Schiedsrichter: Felix Boin

Germania Tangerhütte - GW Potzehne

Dass es sich um ein Alles-oder-Nichts-Spiel handelt, verrät schon ein kurzer Blick auf die Tabelle. Potzehne auf dem ersten Abstiegsrang liegt aktuell vier Zähler hinter den Germanen, die den ersten Nichtabstiegsplatz einnehmen. „Es ist klar, dass wir nicht verlieren dürfen. Gegen einen direkten Konkurrenten müssen wir eigentlich gewinnen. Die Spiele werden immer weniger, und wir müssen nun einfach anfangen zu punkten“, weiß natürlich auch Grün-Weiß-Trainer Michael Friedrichs um die Wichtigkeit dieser Begegnung. Zuletzt beim 1:2 gegen Krevese vermisste Friedrichs die nötige Spritzigkeit: „Wir hatten zuvor eigentlich gut trainiert, haben im Spiel dann aber saft- und kraftlos agiert.

Zudem konnten wir aber auch die vier Ausfälle nicht kompensieren.“ Diesmal ist lediglich der Einsatz von Routinier Thomas Müller (Leistenprobleme) mit einem Fragezeichen versehen. Personell gesehen stehen die Vorzeichen für die Westaltmärker vor dem Duell mit dem Tabellennachbarn („Tangerhütte ist ein unangenehmer und schwer einzuschätzender Gegner“) also nicht schlecht. Mit der richtigen Einstellung wollen sie sich nun auch noch die nötigen Punkte auf dem Platz holen und dann wieder optimistisch nach vorne schauen.