Liesten l  Eine Woche nach der vermeidbaren Auswärtsniederlage in Tangerhütte, scheiterte die Mannschaft von Michael Piotrowski nun vor heimischer Kulisse gegen den FSV Heide Letzlingen mit 0:1 (0:1).

Die Heide-Kicker, die auf mehrere Stammspieler verzichten mussten, machten den personellen Aderlass mit viel Kampf und Laufbereitschaft weg. Am Ende avancierte Kay Knackmuß mit seinem verwandelten Foulelfmeter zum Matchwinner in dieser Partie. Während die Letzlinger durch diesen Auswärtserfolg auf Position sechs klettern, treten die 22er auf Rang vier auf der Stelle.

Tor des Tages durch einen Elfmeter

Bereits nach 120 Sekunden gab es im Liestener Waldstadion den ersten Aufreger. Liestens Abwehrchef Lucas Bresch ging im eigenen 16er zu ungestüm zu Werke und holte Martin Müller von den Beinen, weshalb dem Unparteiischen Cederic Camehl keine Wahl blieb - Strafstoß. Kay Knackmuß übernahm als Kapitän die Verantwortung und vollendete zum 1:0. Liestens Schlussmann Jonathan Gehrke ahnte zwar die Ecke und hatte die Hände auch am Ball, konnte dem Leder aber nicht mehr die entscheidende Wendung geben.

In der Folge entwickelte sich das erwartete Bild. Während sich die Letzlinger nun tief in die eigene Hälfte zurückzogen und fortan fast ausschließlich gegen den Ball arbeiteten, war der SV Liesten um Spielkontrolle bemüht. Der SVL machte es auch gar nicht schlecht und fand auch die Lücken im Defensivverbund der Gäste. Weil aber Stephan Benecke (8./vorbei), Sebastian Grzegorz Kordus (14./stark gehalten) und Niels Bierstedt (20./vorbei) beste Gelegenheiten ungenutzt ließen, blieb es bei der Letzlinger Führung.

Letztlich probierte der SV Liesten viel, stellte während der ersten Halbzeit auch von einer Dreierkette auf eine Viererkette um. Insgesamt fehlte allerdings sowohl beim Passspiel und in der Bewegung ohne Ball das Tempo.

Ab Mitte des ersten Abschnitts wurde der FSV in der Offensive etwas mutiger. Vor allem über Müller und dem Rechtsaußen Günter Ahlfeld, strahlten die Gäste hin und wieder Gefahr aus. Doch auch dort fehlte in vielen Situation die letzte Konsequenz und auch die Genauigkeit beim letzten Pass, weshalb es schließlich mit dem 1:0 für den FSV Heide Letzlingen in die Kabinen ging.

SVL drückt auf den Ausgleich

Die Platzherren kamen mit viel Schwung aus der Pause. Phasenweise sah es fortan aus, wie beim Handball. Letzlingen kämpfte, verteidigte mit Mann und Maus und war gerade in den ersten 15 Minuten froh, wenn das Leder aus dem eigenen Strafraum raus war. Dennoch verbuchte Liesten die Möglichkeiten, um den Ausgleich zu erzielen, blieb aber weiterhin glücklos.

Erst scheiterte Bierstedt wenige Sekunden nach Wiederanpfiff knapp, dann fand Bresch seinen Meister im FSV-Keeper Andreas Lenz (60./starke Fußabwehr) und in der 69. Minute traf René Mangrapp per Schlenzer nur den Pfosten. Es war also nicht so, als wenn Liesten keine Lücken im Abwehrbollwerk fand. In den meisten Situationen scheiterten die Gastgeber an sich selbst. So auch in der 75. Minute. Nach einem Zuspiel von Timm Müller stand Mangrapp freistehend vor Lenz und scheiterte erneut (stark gehalten).

Obwohl die personell arg gebeutelten Letzlinger mit jeder Minute immer müder wurden, hatte man in der Schlussphase dennoch nicht mehr das Gefühl, dass bei den Platzherren noch etwas geht. Dafür schlichen sich nachher einfach zu viele Ungenauigkeiten ein.

Höft lobt starke Teamleistung

Insgesamt holte am Sonnabend sicher nicht die bessere Mannschaft die drei Punkte. Dennoch ist der Sieg nicht unverdient. Letzlingen hat gegen den Favoriten aufopferungsvoll gekämpft und sich dabei einfach auf die Grundtugenden beschränkt.

Liestens Trainer Michael Piotrowski war nach dem Abpiff erstmal bedient. Sein Letzlinger Kollege Dirksen Höft war verständlicherweise besser drauf. „Wir haben heute sehr diszipliniert agiert und haben kaum etwas zugelassen. Liesten hat die eigenen wenigen Chancen kläglich vergeben, weshalb wir auch hochverdient gewonnen haben. Mit ein bisschen Glück bekommen wir noch einen zweiten Elfmeter und sorgen so für mehr Ruhe. Insgesamt war das heute eine super Teamleistung. Die Truppe hat super gekämpft. So stelle ich mir das vor“, schätzte Höft nach Spielschluss die Partie ein.