Salzwedel l Es war eine wahre Seuchensaison in der Fußball-Kreisoberliga für den TSV Adler Jahrstedt – vor allem in personeller Hinsicht. Mit nur elf Punkten konnten die Adler dem Rest des Feldes nach verhältnismäßig gutem Start nicht mehr folgen und wurden mit großem Rückstand Letzter. Dennoch hätten die Jahrstedter der Spielklasse – sofern sie es gewollt hätten – erhalten bleiben können. Wollten sie aber nicht, sie steigen freiwillig in die Kreisliga ab.

Aber warum? „Wir wollen erst einmal wieder Selbstvertrauen aufbauen. Zudem müssen wir unsere junge Truppe erst richtig aufbauen. Wir wissen zwar, was wir können, doch die vielen Niederlagen zuletzt waren natürlich nicht gut für die Moral“, blickt TSV-Trainer Andreas Kroggel zurück. Er ist selbst Staffelleiter dieser Spielklasse, kann sie daher gut einschätzen und hätte auch für 2018/2019 eine schwere Spielzeit prophezeit. „Wir hatten einfach zu viele Langzeitverletzte. Deren Ausfälle konnten wir bei unserem kleinen Kader nicht kompensieren“, so Kroggel.

Saisonstart glückt zunächst

Dabei waren seine Schützlinge nach sechs Spieltagen noch Sechster im Klassement. In Gardelegen (2:1) sowie auch daheim gegen Klötze (2:1) und Sanne (3:1) konnten bis dahin drei Erfolge verbucht werden. Dann allerdings begann die Verletztenmisere. Die neun Zähler standen nach mehreren nur knappen Pleiten bis zum vorletzten Spieltag – also gut ein Dreivierteljahr – auf der Habenseite. Erst dann konnten gegen Vienau (1:1) sowie in Mechau (3:3) noch zwei Zähler verbucht werden. Bis dahin waren einige Akteure nach längerer Pause zurückgekehrt. „Da lief es wieder“, stellt der Adler-Coach fest. Doch es war natürlich längst zu spät, um die Rote Laterne noch abzugeben. Während Andreas Kroggel in der Winterpause noch optimistisch klang und seinen Schützlingen die Rettung zutraute, versuchen die Jahrstedter nun einen Neuanfang in der Kreisliga: „Wir wollen oben mitspielen und hätten sicherlich auch nichts gegen den direkten Wiederaufstieg.“

Vienau geht freiwillig

Ebenfalls nicht mehr in der Kreisoberliga vertreten ist der SV Eintracht Vienau. Der zog sich, nachdem er die Spielzeit als Zwölfter beendet hatte, komplett aus dem Spielbetrieb zurück. „Das ist eine Entscheidung, die sehr schwer fällt. Dennoch gibt es keine vernünftige Alternative. Die Jungs sind in die Jahre gekommen und haben teilweise schon Familien. Da haben sich die Prioritäten geändert, was auch gut so ist“, schreibt Eintracht-Vorstandsmitglied Rüdiger Palm in seiner Stellungnahme. Aus dem von ihm geschilderten Grund hätten einige Akteure in der neuen Spielzeit nur noch sporadisch beziehungsweise gar nicht mehr zur Verfügung gestanden. „Wir wollen auf jeden Fall vermeiden, dass unser guter Ruf durch Spielabsagen oder andere Missstände geschädigt wird.

Das hat unser wunderbarer Verein nicht verdient“, so Palm. Elf Jahre gehörten die Vienauer dem Spielbetrieb des Altmarkkreises Salzwedel an. „Wir können sehr, sehr stolz sein“, erklärt der Angehörige des Eintracht-Vorstandes. Der Verein soll allerdings bestehen bleiben und möchte in der kommenden Saison eine Altherren-Vertretung in den Spielbetrieb schicken. Ebenso soll 2022 das 50-jährige Jubiläum gefeiert werden. Geladen sein wird dann wohl auch Ex-Trainer Dirksen Höft, der nun die Verantwortung an der Seitenlinie beim Landeskasse-Vertreter FSV Heide Letzlingen übernimmt. „Mit deinem grenzenlosen Optimismus hast du uns alle mitgerissen. Du bist ein fester Bestandteil der Geschichte des Vereins und hast dir hier ein Denkmal gesetzt“, bedankt sich Rüdiger Palm noch einmal für die „ausgezeichnete“ und ebenso erfolgreiche Arbeit von Höft in Vienau.

Schulz-Elf enttäuscht

Lange um den Ligaerhalt bangen musste auch der SV Rot-Blau Sanne. Doch als feststand, dass mit dem SV Heide Jävenitz nur ein westaltmärkischer Vertreter aus der Landesklasse absteigt, war klar, dass die Rot-Blauen durchschnaufen dürfen. Dies bedeutete nämlich, dass es in der Kreisoberliga auch nur einen sportlichen Absteiger geben würde, der zu diesem Zeitpunkt mit Jahrstedt bereits ermittelt war.

Dennoch hätte die Schulz-Elf zumindest gern noch einen Platz gutgemacht, blieb aber mit ihren 19 Punkten auf dem vorletzten Rang hängen. Auf selbigem überwinterte übrigens die zweite Vertretung des SSV 80 Gardelegen. Nach nur acht Hinserienzählern konnten die Rolandstädter im zweiten Teil der Spielzeit aber vermehrt auf Unterstützung der ersten Mannschaft sowie der A-Jugend bauen. Somit sammelten die Mannen von Coach Oliver Pabst 2018 21 Punkte und verbesserten sich noch auf Rang elf. Sowohl Sanne als auch Gardelegen II werden auch in der kommenden Saison wieder alles daran setzen, so früh wie möglich den Klassenerhalt einzutüten.