Gardelegen l Und das Spiel, das die Verantwortlichen des SSV 80 Gardelegen unter strengen Corona-Auflagen bestens vorbereitet hatten, lässt sich in einem Satz sehr gut zusammenfassen. Die Piesteritzer kontrollierten das Match und die Gastgeber das Board - Punkt. Übersetzt heißt das nichts anderes, dass am Ende nicht der Ballbesitz oder die Spielweise zählen, sondern das nackte Resultat.

Blitzstart des SSV 80 sorgt nicht für Sicherheit

Dass Fußball ein reiner Ergebnissport ist, mussten die Gäste schon in der achten Minute spüren. Praktisch mit dem ersten brauchbaren SSV-Angriff gingen die Gardelegener in Führung. Bache setzte sich auf der linken Seite stark durch. Selbst das Gezerre von Freihube bremste ihn nicht. Im 16er angekommen servierte der SSV-Angreifer die Kugel mustergültig für Berlin, der nur noch einschieben musste.

Doch der Treffer brachte keine Sicherheit - im Gegenteil. Der FC war eindeutig Herr im fremden Haus und glänzte mit strukturiertem Aufbauspiel, Spielverlagerungen, guten Diagonalbällen und vor allem Torchancen. Die gab es für die Gäste zu Hauf und praktisch bis kurz vor dem Ende der ersten Hälfte im Minutentakt.

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Doch vorn fehlte der Punch. Dabei fehlte nicht nur der, sondern auch Neuzugang Zentgraf an allen Ecken und Kanten, zumal die SSV-Defensive durchaus nervös und teilweise in vielen Szenen nicht wirklich souverän wirkte. Kapital konnte der FC aber nicht daraus schlagen, scheiterte zumeist an der eigenen Präzision, oder aber an SSV-Keeper Mette, der mehrfach gut parierte.

Erst zum Ende der ersten 45 Minuten meldeten sich auch die Platzherren offensiv noch einmal zurück, doch Berlin (43.) drüber und auch Bache (45.), der am langen Pfosten vorbeischoss, hatten bei ihren Versuchen kein Glück.

Zu Beginn der zweiten Hälfte wirkten die Gäste allerdings nicht mehr so entschlossen, verloren laut Coach Sternitzke „irgendwie den Faden“ und kassierten obendrein sogar das 0:2. Diesmal war Schlitzohr Gütte erfolgreich, der mit einem tollen Lupfer die SSV-Führung ausbauen konnte.

Doch der vermeintliche Todesstoß war gar keiner. Und das nicht, weil die Gäste sich sofort wieder berappelten, sondern vielmehr, weil die Gardelegener es danach verpassten, den Sack endgültig zuzubinden. Beste Chancen von Berlin (64./Freistoß) und vor allem Bache (71.) wurden vom gut reagierenden FC-Keeper Hanzal zunichte gemacht.

Stattdessen kamen die Piesteritzer noch einmal zurück. Nach schönem Umschaltspiel, diesmal setzte sich Niemitz in Bache-Manier auf der linken Seite durch und bediente Müller in der Mitte - 1:2 (76.).

Ampelkarten für Berlin und Karaschewski

Zu allem Überfluss kassierte Berlin nur fünf Minuten später noch die Ampelkarte und durfte vorzeitig zum Duschen. Kurz danach musste Mette gegen Diallo Kopf und Kragen riskieren, um die Führung zu verteidigen.

Doch dann kamen Minute 88 und Gütte. Der quirlige Angreifer bekam den Ball genau in den Lauf gespielt, stiefelte allein auf Hanzal zu, umkurvte diesen noch mit einer kleinen Finte und schob mit dem linken Fuß zum 3:1 ein.

Danach gab es natürlich kein Halten mehr. Die SSV-Kicker begruben den Torschützen in einem echten Team-Knäul unter sich und feierten den „doppelten Gütte“, die Entscheidung und den nahenden Sieg.

Zwar gab es noch einige Minuten Nachspielzeit, in der vor allem FC-Akteur Diallo noch einmal Torgefahr für die Gäste ausstrahlte, Piesterietz`s Karaschewski sich zu einem zweiten Gelbfoul hinreißen ließ und Berlin folgte, doch der SSV brachte das Match gut nach Hause und feierte den historischen Auftaktsieg gebührend.