Salzwedel l Nachdem am Sonnabend der 22. Spieltag über die Bühne geht, sind für den Ostermontag noch zahlreiche Nachholduelle angesetzt.

Gardelegener suchen Form

Noch auf der Suche nach seiner gewohnten Leistungsstärke befindet sich im neuen Jahr der SSV 80 Gardelegen. Gegen Potzehne (1:1) sowie auch in Krevese (2:2) bekleckerten sich die Rolandstädter nicht mit Ruhm. „Wir müssen allmählich wieder in die Spur kommen und besseren Fußball spielen. Wenn jeder Spieler an seine Leistungsgrenze geht, können wir jeden Gegner schlagen“, erklärt SSV-Trainer Norbert Scheinert. Seine Elf muss zunächst ab 15 Uhr im Verfolgerduell gegen den SV Eintracht Salzwedel und am Montag ab 14 Uhr beim SV Medizin Uchtspringe antreten. „Gegen Salzwedel haben wir aus dem Hinspiel (1:3/Anm. der Redaktion) noch etwas gutzumachen. Ich denke, dass es ein ansehnliches Derby wird, denn auch die Eintracht versucht mitzuspielen. Uchtspringe ist eine kampfstarke Truppe, wobei es für uns wichtig ist, dagegenzuhalten“, blickt Scheinert voraus. Der kann vermutlich alle Akteure aufbieten und hat daher bei der Aufstellung wieder einmal die Qual der Wahl.

Die Begegnung in Gardelegen um 15 Uhr ist für den SV Eintracht Salzwedel die einzige über Ostern. Allerdings wird diese schwer genug für den aktuellen Rangzweiten. „Uns erwartet das nächste Spitzenspiel, doch an einem guten Tag können wir dort etwas holen“, klingt Eintracht-Trainer Burghardt Schulze optimistisch. Mindestens ein Zähler ist das Ziel der Kreisstädter. „Im Vergleich zum Spiel gegen Osterburg (2:2/Anm. der Redaktion) müssen wir uns fußballerisch noch steigern. Die Einstellung war in Ordnung“, blickt Schulze auf das Vorwochenduell zurück. Ziel war und bleibt für den SVE das obere Tabellendrittel. Selbst wenn man in Gardelegen leer ausgehen sollte, ist diesbezüglich noch alles möglich. In Bestbesetzung möchten die Salzwedeler dem Kreisrivalen aber dennoch ordentlich Paroli bieten und etwas Zählbares abringen.

Liesten unter Zugzwang

Völlig unterschiedliche Ergebnisse lieferte der SV Liesten 22 am vergangenen Wochenende ab. Einem desolaten 0:4 in Wahrburg folgte ein deutlicher 4:1-Pokalsieg in Klötze, bei dem zumindest etwas Wiedergutmachung betrieben wurde. „Das Ergebnis sollten wir aber auch nicht zu hoch hängen. Am Wochenende erwarten wir zwei Spiele mit völlig differenten Vorzeichen“, verrät SVL-Spartenleiter Mario Schulz. Während um 15 Uhr der FSV Havelberg im Waldstadion gastiert, reisen die Liestener am Montag zum Möringer SV (14 Uhr). Während der FSV gegen den Abstieg kämpft, könnte Möringen zur Spitzengruppe aufschließen. „Dennoch denke ich, dass Havelberg mutig seine Chance suchen wird. Die Offensivabteilung ist das klare Plus des Gegners. Wir dürfen ihm keine Räume anbieten und müssen selbst druckvoll nach vorne spielen“, so Schulz mit Blick auf die heutige Partie.

Noch etwas spannender könnte es am Montag in Möringen werden. „Partien gegen den MSV waren immer taktisch geprägt. Ich denke, dass es auch diesmal so ist. Wir müssen schauen, inwieweit Steffen Säger als neuer Trainer die Spielphilosophie verändert hat“, äußert sich Liestens Spartenchef, der von der Mannschaft „einhundert Prozent Einsatz“ erwartet. „Grundsätzlich muss es uns, unabhängig von den Gegnern, gelingen, in einen vernünftigen Spiel- und Trainingsrhythmus zu kommen und unsere Stärken wieder zum Tragen zu bringen. Das ist uns in der Rückrunde leider noch nicht gelungen“, verrät Mario Schulz. Neben den beiden verletzten Markus Krotki und Sebastian Kordus wird auch der privat verhinderte Henning Schröder komplett über Ostern fehlen. Dagegen wird Matthias Wiese (privat verhindert) nur für das Duell gegen Havelberg ausfallen.

Beetzendorf will sich rehabiltieren

Schnellstmöglich abhaken sollten die Spieler des MTV Beetzendorf das vergangene Wochenende. Einem 0:3 gegen Arneburg in der Liga folgte auch im Pokal eine schmerzhafte 1:4-Pleite gegen Letzlingen. „Das war schon bedenklich, was da passiert ist. Angesichts unserer momentanen Form könnte ich über Ostern mit insgesamt zwei Zählern schon zufrieden sein“, verrät MTV-Trainer Mayk Zürcher. Da aber heute beim SV Heide Jävenitz (15 Uhr) sowie am Montag gegen den SV Grün-Weiß Potzehne (14 Uhr) zwei Kellerduelle vor der Tür stehen, wären mindestens vier Punkte für die Beetzendorfer schon sehr wichtig. „Ich denke, dass es da unten noch einmal richtig eng wird.

In Jävenitz erwarte ich ein Kampfspiel, in dem der Gegner noch einmal alles probieren wird. Noch schwerer wird es meiner Meinung nach gegen Potzehne, das vor allem in der Abwehr sehr stark ist“, so Zürcher. Dass mit Nico Schulz, Bennet Sobolowski (beide verletzt), Sebastian Eder (krank) und wohl auch noch Gordon Bock wichtige Akteure ausfallen, macht es für den MTV nicht unbedingt leichter.

Noch immer ungeschlagen im Jahr 2018 ist der FSV Heide Letzlingen. Zwei Siegen stehen zwei Remis gegenüber, die den Landesliga-Absteiger immerhin auf Rang elf hievten. „Wir haben momentan einen guten Lauf. Am vergangenen Wochenende haben wir zwei gute Spiele (2:2 in der Liga in Potzehne, 4:1 im Kreispokal in Beetzendorf/Anm. der Redaktion) gemacht. Wenn wir daran anknüpfen können, bin ich ganz optimistisch“, äußert sich FSV-Trainer Thilo Stimbra vor dem Osterwochenende. Dort sind die Letzlinger nämlich doppelt gefordert. Erst geht es um 15 Uhr daheim gegen den Rangdreizehnten Kreveser SV, am Ostermontag reisen die Heide-Mannen zum auf Rang zehn liegenden Aufsteiger SV Grieben. „Vier Punkte aus beiden Partien wären schon ganz gut, damit wir uns im Abstiegskampf weiter Luft verschaffen“, weiß Stimbra. Gegen Krevese soll heute auch ohne Christian Palutke und Thomas Lübke ein Heimerfolg herausspringen, während am Montag in Grieben mit voraussichtlich voller Kapelle ein Zähler angestrebt wird. Sollte dies gelingen, dürfen die Westaltmärker im Kampf um den Ligaerhalt erst einmal durchatmen.

Weit davon entfernt ist derzeit Tabellenschlusslicht SV Heide Jävenitz. Die Elf von Trainer Guido Euen muss mindestens zwölf Punkte aufholen, um das rettende Ufer noch zu erreichen. Ein schwieriges Unterfangen, zumal die ersten beiden Heimspiele dieses Jahres gegen Liesten (1:5) und Grieben (0:1) bereits verloren wurden. „Uns fehlen momentan einfach im Angriff die Mittel. Sobald wir nach vorne etwas mehr riskieren, werden wir dann auch noch mit Gegentoren oder Platzverweisen bestraft“, kann es Heide-Co-Trainer Sören Kleinau momentan nicht fassen. „Ich denke, viel davon ist Kopfsache. Nach dem Gegentor gegen Grieben gingen die Köpfe sofort wieder runter und die Verunsicherung war da“, so Kleinau. Zwei weitere Begegnungen vor heimischem Publikum absolvieren die Jävenitzer über Ostern.

Um 15 Uhr ist der MTV Beetzendorf im Heide-Sportpark zu Gast, am Montag ab 14 Uhr der Osterburger FC. Mindestens ein Sieg aus diesen zwei Partien sollte für den Tabellenletzten schon her. Doch gerade heute im wichtigen Duell gegen Beetzendorf sieht es personell alles andere als gut aus. Mit Thomas Staschok, Daniel Schönfeld, Nils Wolter und Pascal Pieper sind gleich vier Akteure gesperrt, dazu grassiert in Jävenitz gerade die Grippewelle. „Wir müssen zusehen, dass wir überhaupt elf fitte Spieler auf den Platz bekommen“, sorgt sich der Euen-Assistent ein wenig. Immerhin kommen Schönfeld und Pieper am Montag zurück, doch gegen den Rangdritten aus Osterburg hängen die Trauben sicherlich noch höher.

Ebenfalls in einer unangenehmen Lage befindet sich der SV Grün-Weiß Potzehne. Obwohl der Aufsteiger zuletzt in Gardelegen (1:1) sowie daheim gegen Letzlingen (2:2) stark dagegen hielt und jeweils punktete, befindet er sich nur einen Rang über dem ominösen Strich. „Das wird da unten noch eine ganz enge Kiste. Daher müssen wir über Ostern auch dringend punkten“, blickt Trainer Erich Krümmling auf die beiden Gastspiele beim SV Medizin Uchtspringe (Heute, 15 Uhr) sowie beim MTV Beetzendorf (Montag, 14 Uhr) voraus. Sollten die Grün-Weißen jeweils ein Remis erreichen, würde im Süden der Altmark schon Zufriedenheit herrschen. „Wir müssen natürlich auch auf unser Personal schauen.

Jeder Ausfall trifft uns bei unserem kleinen Kader hart. Gerade über Ostern haben womöglich auch einige unserer vielen Familienväter etwas anderes vor“, so Krümmling. Aufgrund der jeweils fünften Gelben Karte werden heute in Uchtspringe Mario Putz und Kai Klose fehlen, die aber wohl am Montag in Beetzendorf wieder dabei sind. „Uchtspringe hat sich mittlerweile stabilisiert, während ich über den MTV nur wenig sagen kann. Wir müssen an die guten Spiele in dieser Saison anknüpfen“, erklärt Potzehnes Coach, der sich von seiner Elf ähnliche kämpferische Vorstellungen („Da haben wir uns schon den Hintern aufgerissen“) wie in den vergangenen beiden Derbys wünschen würde.