Salzwedel l Das Fußball-Portal fupa.net lässt in der Rubrik „Meine Top-Elf“ ab sofort Spieler zu Wort kommen, die ihre elf Akteure vorstellen, die nachhaltig Eindruck hinterlassen haben. Philipp Grempler vom TuS Schwarz-Weiß Bismark präsentiert seine Top-11.

„Mittlerweile sind es bei mir zehn Jahre im Herrenbereich und zudem hatte ich das große Glück, mit vielen tollen Fußballern, aber vor allem auch Menschen zusammenspielen zu dürfen“, so Grempler.

In der Fußballpause, bedingt durch die Corona Krise, war es ein toller Ausgleich einmal auf diese zehn Jahre zurückzublicken. Neben dem sportlichen Wettbewerb vermisst man vor allem den Kontakt zu den Mitspielern, von denen viele gute Freunde sind.

Grempler sieht im Fußball mehr als nur Sport

„Tatsächlich kann ich mich wirklich sehr glücklich schätzen mit vielen meiner besten Kumpels zusammen auf dem Platz gestanden zu haben. Fußball ist teilweise mehr als ein Hobby. Auch wenn über die Jahre andere Interessen dazu kommen oder wichtiger werden, sind es doch die Charaktereigenschaften, die vielfach durch den Fußball und die Kameradschaft gereift sind und bleiben. Als Gruppe zu funktionieren und gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten, flexibel zu sein und sein eigenes Ego hinten an zu stellen, all diese Dinge lernt man im Sport. Dass aktuell die Mitgliederzahlen vieler Vereine zurück gehen, die Anmeldungen bei Jugendmannschaften abnehmen und viele Vereine generell keine Jugendmannschaften stellen können, finde ich unheimlich traurig. Mir hat der Fußball viel gegeben und tolles ermöglicht - auf und neben dem Platz. Das würde ich nicht missen wollen“, sagt Grempler. Die Top-11:

Tor:

Hannes Gust: Auf Hannes fiel meine Wahl, da ich die Spiele in denen Hannes uns den Sieg oder Punkt gerettet hat gar nicht zählen kann. Trotz allen Aufwands durch sein Studium in Halle hat er immer zum TuS gehalten und seine Leistung gebracht. Ich liebe die Duelle gegen ihn beim Torschusstraining. Wenn du dir als Offensivspieler jedes Mal überlegen musst, wie du den Ball an ihm vorbei bekommst, dann spricht das wirklich für die Qualität des Torwarts. Hannes ist ein wirklich feiner Kerl, für den der Teamgedanke auch immer vor dem eigenen Ego steht. Das finde ich beeindruckend.

 

Abwehr:

Marcus Kujat: "Als mein erster Kabinennachbar und Zweikampfmonster auf dem Feld machte er mir den Einstieg in den Herrenfußball wirklich um einiges einfacher. Ich glaube es gibt niemanden, der ein schlechtes Wort über Slady sagen kann. Durch seine steile berufliche Karriere blieb leider keine Zeit mehr für den Fußball, was wirklich sehr schade ist. Geschichten von Spielen mit Marcus bringen uns, seine ehemalige Mitspielern, immer noch zum Lachen. Solche Typen machen den Mannschaftssport am Ende zu etwas Besonderem. Seine Schusstechnik, sein Ehrgeiz und vor allem sein Tor in Wernigerode werde ich nie vergessen."

Artem Sikulskyi: "Kürzlich durfte ich ihn zum Sportler des Jahres des TuS S/W Bismark anmoderieren und diesen Preis hat er wirklich verdient. Artem kam damals ohne ein Wort Deutsch zu sprechen zu Lok Stendal. Ich brach das Eis mit den einzigen russischen Worten, die mir aus 5 Jahren Unterricht geblieben sind. Heute ist Artem nicht nur Mitspieler, sondern auch ein guter Freund. Daher hat sich der Unterricht am Ende doch gelohnt. In mittlerweile perfektem Deutsch hält er unsere Abwehr zusammen und bringt in jedem Spiel seine Leistung. Seine Loyalität zum TuS finde ich überragend. Ich freue mich noch auf viele gemeinsame Jahre und die Schöfferhofer nach den gewonnenen Spielen."

Tobias Rogge: "Dass ich viele Jahre mit einem meiner besten Kumpels und dem baldigen Patenonkel meines Sohnes zusammen auf dem Platz stehen konnte, ist unbezahlbar. Tobis Entwicklung vom guten Jugendkicker zu einem der besten Innenverteidiger der Landesliga damals, war sehr beeindruckend. Seine Einstellung zum Fußball, sein Ehrgeiz im Training, seine Wut über ein, nach seiner Ansicht, zu lockeres Training oder einer Niederlage wünsche ich mir heute öfter von der Jugend und auch von mir selbst. Leider kam auch bei ihm der Beruf dazwischen aber noch sind wir keine 36, vielleicht schaffen wir es ja noch einmal gemeinsam für den TuS aufzudribbeln."

Mittelfeld

Michael Metzger: "Gerne hätten wir als Team gemeinsam die letzten Monate von Metzes Laufbahn aktiv begleitet. Die Zwangspause stoppt derzeit leider seine Ade-Tour. Er gehört zu 100% in meine Top-Elf, da ich sein Engagement und seinen Ehrgeiz sehr bewundere. Niemals 1% weniger geben und mit bald 38 immer noch vorne weg zu laufen, wo jüngeren Mitspielern die Luft fehlt, ist bemerkenswert. Auch, dass er trotz seines Unternehmens und 5-köpfiger Familie kaum ein Spiel verpasst hat, ist beeindruckend. Metze ist niemand der mit Worten lautstark seinen Willen äußert, sondern Taten auf dem Platz sprechen lässt. Ich hoffe ihn auch in den nächsten Jahren noch am runden Leder sehen zu können, wenn auch nicht mehr bei uns. Oh Captain my Captian, Chapeu Mister Landesliga."

Moritz Instenberg: "Fußballerisch für mich wirklich der Beste, mit dem ich je zusammen spielen durfte. Das Einfache in Perfektion. Es war eine Augenweide ihm beim Spielen zu sehen zu können. Leider kam er nach seinen Verletzungen bisher nicht mehr auf die Beine. Ich hoffe sehr, dass er die Fußballschuhe noch nicht ganz an den Nagel gehängt hat und wir ihn noch einmal spielen sehen können. Ein super Typ auf und neben dem Platz."

Benedikt Nellessen: "Dass er ein genialer Fußballer ist, wusste ich schon vor meiner Zeit bei Lok aber aufgrund unseres gemeinsamen Weges aus Berlin zum Training und den Spiel, lernte ich ihn auch als Mensch schätzen. Auch bei Bene fand ich sehr beeindruckend, dass er trotz des stetigen Aufwands (Wohnung und Studium in Berlin) Lok solange die Treue hielt und sein Ziel mit Lok aufzusteigen in die Tat umsetzte. Er hat über Jahre überragende Leistungen gebracht und war maßgeblich für die Erfolge von Lok verantwortlich. Er hatte eine super Einstellung zum Fußball und man konnte sich viel abgucken. Leider ist der Kontakt abgebrochen aber laut Statistik bei seinem neuen Verein in Berlin bringt er auch dort seine Leistung."

Philipp Groß: "Als Kapitän und Leistungsträger war er, wie ich finde, einer der Garanten dafür, dass Lok den Aufstieg, den Klassenerhalt und die tollen Erfolge im Landespokal erzielt hat. In unserer gemeinsamen Zeit war er trotz dessen, dass viele Mitspieler teils noch älter waren als er, immer ein Anführer und sich keiner Diskussion zu schade. In der gemeinsamen Saison 2014/ 2015 hat er 7 Tore geschossen - als Verteidiger! Außerdem brachte er in all den Jahren immer seine Leistung und war als Linksverteidiger bei Lok konkurrenzlos. Davor habe ich großen Respekt."

Sturm:

Alexander Mayer: "Auf und neben dem Platz eine Granate und wahrer Kumpel. Wir schaffen es als Team noch zu wenig seinen linken Huf richtig in Position zu bringen. Seine Schusskraft wäre bei Fifa mindestens eine 94. Alex fehlt bei kaum einer Trainingseinheit oder Spiel und ist auch außerhalb des Fußballspielens für alle Aktionen des Vereins zu haben. Ich hoffe noch viele Jahre gemeinsam mit ihm die Flügelzange beim TuS zu bekleiden und später die Alten Herren unsicher zu machen."

Niclas Buschke: "Meiner Meinung nach der beste Fußballer, der derzeit in der Altmark auf dem Rasen unterwegs ist. Ich finde es jedes Mal toll zu sehen, dass selbst in der Oberliga die Verteidiger große Probleme haben ihn zu stoppen. Sein Tempo und seine Technik sind absolut klasse. Seine Entwicklung ist sehr beeindruckend. Ich bin gespannt wo sein Weg noch hinführt. Als Mensch kann man ihn ebenfalls nur mögen. Seit unserer gemeinsamen Zeit bei Lok sind wir gute Freunde. Diese Zeit, in Kombi mit Erich Wagener, war mit intensiven Gesprächen und Lachern verbunden. Ich hoffe sehr, dass wir noch einmal gemeinsam in einer Mannschaft spielen können."

Carlo Rämke: "Als Bismarker kann im Sturm die Wahl nur auf CR7 fallen. Wenn ich bei Hannes die geretteten Punkte nicht zählen kann, dann bei Carlo nicht die Punkte, die wir durch seine Tore geholt haben. Fast 10 Jahre sitze ich in der Kabine schon neben ihm, fast 10 Jahre stehen wir nebeneinander auf dem Platz, fast 10 Jahre kann ich mit ihm die Buden feiern und einige davon sogar vorbereiten. Fallrückzieher, Hackentore, 50-Meter-Tore,… die Liste ist lang. Der TuS kann wirklich froh sein, so einen Stürmer zu haben. Dazu und das ist noch viel mehr Wert, ist Carlo ein überragender Mensch, mit dem man immer sprechen und lachen kann."