Salzwedel l Nachdem die ersten beiden Partien in der Liga Geschichte sind, stehen für die fünf westaltmärkischen Vertreter der Fußball-Landesklasse, Staffel I, am Sonntag Aufgaben im Fußball-Kreispokalwettbewerb an. Das Quintett möchte seinen Favoritenrollen am Ende natürlich auch gerecht werden. Als vor zwei Wochen die Auslosung der zweiten Runde im Wettbewerb vorgenommen wurde, dürfte bei den Verantwortlichen des FSV Heide Letzlingen sowie des SV Eintracht Salzwedel I wohl kurz der Atem gestockt haben. Beide Teams messen sich nämlich mit jeweils stark gestarteten Kreisoberligisten.

Während Letzlingen bereits am Sonnabend ab 15 Uhr beim SSV 80 Gardelegen II gastiert, reisen die Salzwedeler am Sonntag zum TSV 1919 Kusey (14 Uhr).

Etwas leichter haben es der SV Grün-Weiß Potzehne (SG 1895 Pretzier/Kreisliga), der SV Liesten 22 (SV Germania Zethlingen) und der MTV Beetzendorf I (MTV Beetzendorf II/jeweils 1. Kreisklasse).

Letzlingen gastiert bei SSV-Reserve

SSV 80 Gardelegen II - FSV Heide Letzlingen (SR: Burkhard Kramp)

Gardelegen gegen Letzlingen: Das verspricht Spannung, Emotionen und womöglich auch guten Fußball. Zwar ist es „nur“ die Zweitvertretung des SSV, gegen die die Letzlinger antreten, dennoch sind die Mannen aus dem Heide-Dorf gewarnt.

„Ganz ehrlich: Wir hätten uns schon ein leichteres Los gewünscht. Sicherlich freuen wir uns auf dieses kleine Derby, doch wir sind uns auch darüber bewusst, dass Gardelegen alles versuchen wird, um uns ein Bein zu stellen“, blickt FSV-Trainer Dirksen Höft auf diese Pokalpartie voraus.

Ob die SSV-Zweite überhaupt Verstärkung aus der eigenen Landesliga-Mannschaft benötigt, sei mal dahingestellt. Schließlich gehören Simon Bache oder auch Christian Krziwanie nun fest zum Kader des Pabst-Teams, das in der Kreisoberliga bislang alle drei Saisonspiele gewann und damit Rang zwei belegt.

Letzlingen gut in Form

Doch auch die Letzlinger legten mit zwei souveränen Erfolgen in der Landesklasse richtig gut los. „Der Start war gut, aber wir sollten ihn auch nicht überbewerten. Wir müssen und werden weiter hart für den Erfolg arbeiten“, verrät Höft.

Das erneute Erreichen des Endspiels ist im Pokalwettbewerb das Minimalziel. Diesmal soll dieses dann aber möglichst auch siegreich gestaltet werden. „Jede Runde wird für uns dabei ernst“, weiß der Heide-Coach, der bis auf den verletzten Tobias Benecke alle Akteure aufbieten kann und somit die Qual der Wahl hat.

Ziel ist das Achtelfinale

Aufgrund der guten Trainingsbeteiligung ist es auch möglich, dass Dirksen Höft („Da bieten sich mehrere Varianten an“) personell etwas umbaut. Am Ende des Tages soll aber dennoch der Achtelfinaleinzug stehen.

TSV 1919 Kusey - SV Eintracht Salzwedel 09 I (Schiedsrichter: Christoph Rückmann)

SVE-Trainer Helge Kietzke gastierte am Sonntag in Schwiesau, um sich das dortige Kreisoberliga-Gastspiel der Kuseyer anzuschauen. Dabei achtete er speziell auf die Laufwege von René Armgart und Philipp Krüger.

Die Vorsicht auf Salzwedeler Seite ist durchaus begründet, denn in der Vorsaison schieden die Kreisstädter nach einem 1:3 beim TSV, der in der Liga mit immerhin drei Siegen aus vier Partien startete, aus.

Spiel wird ernst genommen

„Wir nehmen das Spiel sehr ernst, zumal wir ja auch im Pokal große Ziele haben. Einfach wird das aber mit Sicherheit nicht, denn Kusey wird hochmotiviert sein. Allerdings werden wir auf den Gegner auch besser vorbereitet sein“, erklärt Kietzke. Der wird dennoch mehreren Akteuren das Vertrauen schenken, die bislang eher weniger Einsatzzeiten erhielten.

Nicht bauen kann er auf die beruflich verhinderten Hannes Schreiber, Malte Liestmann und Denny Liebrecht, während auch Sebastian Heuer aufgrund seiner Verletzung noch nicht einsatzbereit ist.

Niederlagen zum Saisonauftakt

In der Liga startete der SVE mit zwei 0:2-Niederlagen in Wahrburg sowie daheim gegen Uchtspringe. „Wir waren spielerisch bislang eigentlich immer auf Augenhöhe, kommen bei unseren Offensivbemühungen aber immer nur bis zum Strafraum und schaffen es zu selten, uns Chancen zu erspielen“, hat Salzwedels Coach erkannt.

SG 1895 Pretzier - SV Grün-Weiß Potzehne (Schiedsrichter: Torsten Felkel)

Der Saisonstart in der Liga verlief durchwachsen für die Grün-Weißen. Zwar gab es gleich am ersten Spieltag einen 2:0-Erfolg in Beetzendorf, doch schon am vergangenen Wochenende wurden die Potzehner durch die 0:3-Heimpleite gegen Letzlingen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

„Unser Fokus liegt nach wie vor auf den Punktspielen. Dennoch wollen wir natürlich versuchen, im Pokal eine Runde weiterzukommen, um uns dadurch etwas Selbstvertrauen zu holen“, äußert sich im Vorfeld Potzehnes Trainer Erich Krümmling. Die Pretzierer haben in der Kreisliga nach drei Partien drei Zähler aufzuweisen und werden den Kreiscup daher ebenfalls nicht überbewerten.

„Ich hoffe, dass einige Leute, die zuletzt nicht dabei waren, die Chance nutzen, um Spielpraxis zu erhalten und womöglich auch Kondition aufzubauen. Wir sind der Favorit, diese Rolle werden wir auch annehmen“, so Krümmling.

Stammspieler fehlen

Während Thomas Müller und Ingo Wiegmann womöglich in den Kader zurückkehren, fehlen der verletzte Matthias Wagner sowie der gesperrte Fabian Schülke. Doch der Potzehner Kader dürfte trotzdem stark genug sein, um die nächste Runde zu erreichen.

SV Germania Zethlingen - SV Liesten 22 (SR: Hannes Serien)

„Da muss ein klares Ergebnis her und der Klassenunterschied auch zu erkennen sein“, blickt Liestens Trainer Michael Piotrowski auf die Partie in Zethlingen voraus.

Zwar gehören die Germanen zu den Titelanwärtern in der 1. Kreisklasse und werden auch gewillt sein, dem drei Klassen höher angesiedelten Kontrahenten einen harten Kampf zu liefern, dennoch sind die Liestener natürlich der klare Favorit. Dazu möchte Piotrowski von seinen Schützlingen auch noch eine Steigerung sehen:

Sieg ist Pflicht

„Die Jungs haben noch etwas aus den ersten beiden Ligaspielen (Nur ein Punkt aus zwei Partien/Anm. der Redaktion) gutzumachen und stehen daher in der Pflicht.“

Nicht nur Tore haben gefehlt, sondern laut Aussage des Coaches auch die „Überzeugung“. Zwar gibt Michael Piotrowski einigen Akteuren aus der sogenannten zweiten Reihe die Chance, sich zu zeigen, macht aber auch klar: „Wir nehmen dieses Spiel sehr ernst. Es sind schon andere Mannschaften gegen unterklassige Teams gescheitert.“

Triple als Ziel

Großes SVL-Ziel ist es, am Ende der Saison zum dritten Mal in Folge den Pokal zu holen. „Ich weiß gar nicht, ob das schon jemals mal eine Mannschaft hier im Kreis geschafft hat“, so Piotrowski. Die Polen Sebastian Kordus, Dawid Szczerbik und Pawel Kijewski erhalten eine Pause, dazu wird auch Markus Krotki aufgrund seiner Meisterschule nicht dabei sein. Dennoch zählt für die Liestener nichts anderes als das Erreichen des Achtelfinals.

MTV 1880 Beetzendorf II - MTV 1880 Beetzendorf I (Schiedsrichter: Ulrich Schröder)

Von einer fairen und wenig spektakulären Begegnung ist in Beetzendorf auszugehen. Die beiden MTV-Teams werden sich im Vereinsduell sicherlich nicht wehtun wollen.

So ist doch eher eine Partie zu erwarten, die einem Trainingsspiel gleicht. Dennoch möchte die Beetzendorfer Erstvertretung von Trainer Michael Banse natürlich ihrer Favoritenrolle gerecht werden und die nächste Runde erreichen.

Vereinsduell in Beetzendorf

Es geht nämlich auch darum, mit Erfolgserlebnissen Selbstvertrauen aufzubauen, das in der Landesklasse momentan dringend benötigt wird, und sich noch etwas besser einzuspielen.

Der Start ging mit zwei Niederlagen (0:2 Potzehne, 1:7 Arneburg) nämlich in die Hose, so dass Panhey & Co. momentan das Tabellenende zieren. Ebenso möchte die Reserve, die immerhin das Tableau in der 1. Kreisklasse anführt, die Vereinskollegen so lange wie möglich ärgern.

Am Ende wird aber mit großer Wahrscheinlichkeit die erste Mannschaft im Achtelfinale stehen.