Salzwedel l Für mehrere Teams steht am 27. Spieltag bereits die dritte Begegnung binnen acht Tagen an. Auf dem Programmplan stehen am Sonnabend auch zwei Westaltmarkderbys, in denen die Rollen im Vorfeld klar verteilt scheinen. Der SV Eintracht Salzwedel möchte daheim gegen den SV Heide Jävenitz dreifach punkten, der SSV 80 Gardelegen beim MTV Beetzendorf gewinnen. Ebenfalls eine ganz wichtige Aufgabe hat der SV Grün-Weiß Potzehne vor der Brust, der im Kellerduell auf den FSV Havelberg trifft. Auf Reisen gehen indes der FSV Heide Letzlingen, der bereits um 14 Uhr – alle anderen Begegnungen werden erst eine Stunde später angepfiffen – beim Osterburger FC gastiert, und der SV Liesten 22, der seine Visitenkarte beim SV Rot-Weiß Arneburg abgibt.

SV Eintracht Salzwedel 09 – SV Heide Jävenitz (Schiedsrichter: Thomas Görges).

Bei den Salzwedelern läuft es auf einmal wieder – zumindest, was die Ergebnisse betrifft. Einem 1:0 in Grieben vor sechs Tagen ließ die Eintracht am Montag ein 4:2 gegen Krevese folgen. „Wir haben in diesen beiden Spielen den Kampf angenommen, das war entscheidend. Spielerisch war das sicherlich zu wenig, da muss gerade gegen Jävenitz etwas mehr kommen“, verrät SVE-Trainer Burghardt Schulze, der fürs Erste aber zufrieden ist.

Heimsieg eingeplant

Gegen das Schlusslicht sind – das klingt wenig verwunderlich – drei Punkte fest eingeplant. „Natürlich wollen wir nicht respektlos sein, doch ein Sieg muss einfach her“, redet Schulze, der schon im Hinspiel (4:0) wenig Gegenwehr („Das haben wir eindeutig bestimmt“) spürte, nicht lange um den heißen Brei herum. Auch wenn der scheidende Übungsleiter den Gegner dank seiner Neuzugänge stärker als in der ersten Halbserie einschätzt, sieht er für ihn keine allzu großen Klassenerhaltschancen mehr. Natürlich wollen die Jeetzestädter das Schlusslicht, auch wenn Sebastian Heuer und Kevin Gebert verletzungsbedingt fehlen, nicht noch einmal aufbauen.

In Jävenitz sind die Hoffnungen auf Punkte auf der Flora hingegen nicht allzu groß. „Personell wird es richtig eng. Wir hoffen, dass wir überhaupt elf Spieler zusammenkriegen“, berichtet Heide-Co-Trainer Sören Kleinau. Das klingt nicht gerade nach Optimismus beim abgeschlagenen Schlusslicht, das nun schon 13 Zähler auf das rettende Ufer aufholen muss. Mit dem Abstieg haben sich die Jävenitzer also mittlerweile abgefunden. Dennoch verspricht der Assistent von Guido Euen: „Wir werden trotzdem alles versuchen.“ Zuletzt gab es immerhin mal wieder einen Punkt zu bejubeln. Nach 2:0-Führung kam man gegen Krevese zu einem 2:2. Drei Tage später folgte dann mit dem fast letzten Aufgebot eine 0:5-Klatsche gegen Gardelegen. So derartig möchte die Euen-Elf in Salzwedel nicht unter die Räder kommen.

Derby in Beetzendorf

MTV 1880 Beetzendorf – SSV 80 Gardelegen (Schiedsrichter: Kevin Schulz)

In allen Wettbewerben trafen diese beiden Teams zehnmal aufeinander. Tatsächlich konnten die Gardelegener alle zehn Partien für sich entscheiden. Auch MTV-Trainer Mayk Zürcher weiß um die schwarze Bilanz seiner Farben gegen die Rolandstädter: „Wir werden sicherlich tief stehen und versuchen, die Partie so lange wie möglich offen zu halten. Natürlich müssen wir dabei auch mal treffen.“

In den letzten Heimspielen hielten die Beetzendorfer fast immer gut dagegen, verbauten sich aber viel durch einfache Abwehrfehler und eine fahrlässige Chancenverwertung. „Den Druck hat vor allem Gardelegen. Sie wollen aufsteigen und hätten sich das meiner Meinung nach auch mal verdient“, so Zürcher. Dennoch macht dem MTV das Hinspiel („Dort haben wir uns gut verkauft“), als erst kurz vor Schluss der Gegentreffer zum 1:2 kassiert wurde, Mut. Auch wenn Kapitän Nico Schulz verletzt ausfällt, wollen die Platzherren morgen an diese Vorstellung anknüpfen und hoffen auf etwas mehr Glück.

Gardelegen auf Kurs

Den Frust von der Seele schossen sich hingegen die Gardelegener am Dienstag beim Schlusslicht in Jävenitz. Dort klappte es im Vergleich zu den Partien zuvor endlich mal wieder mit der Verwertung der Chancen, so dass ein 5:0 auf der Anzeigetafel stand. „Fußballerisch waren wir zuletzt eigentlich immer gut drauf, aber im Torabschluss einfach zu schwach“, erklärt SSV-Trainer Norbert Scheinert. Den Kantersieg gegen den Rangletzten möchte er aber nicht überbewerten. „Wir müssen jetzt erst einmal von Spiel zu Spiel schauen. Ende Mai werden wir wissen, wohin die Reise geht“, blickt Scheinert auf die vielen Partien, die seine Elf in den kommenden Wochen zu bestreiten hat.

Auch das Duell in Beetzendorf wird kein Selbstläufer: „Der Gegner ist sehr kampfstark. Doch natürlich wollen wir auch dort unser Spiel durchziehen.“ Auch wenn Hannes Malek, Stephan Fraedrich und womöglich auch noch Marco Schönfeld fehlen, wäre für die Rolandstädter alles andere als ein Auswärtserfolg eigentlich zu wenig.

Havelberg reist weit

SV Grün-Weiß Potzehne – FSV Havelberg (SR: Steffen Wozny)

Sieben Punkte Vorsprung haben die Potzehner aktuell auf ihren Kontrahenten aus Havelberg und damit auch auf den ersten Abstiegsplatz. „Wir müssen dieses Polster zumindest wahren. Einfach wird dies aber mit Sicherheit nicht, denn der FSV scheint sich stabilisiert zu haben“, äußert sich im Vorfeld Grün-Weiß-Trainer Erich Krümmling. „Ich erwarte schon ein Kampfspiel und hoffe, dass wir am Ende die Glücklicheren sind“, fügt Krümmling an. Zuletzt in Wahrburg (0:2) war für den Aufsteiger nichts zu holen. Der Gegner war spielstärker und siegte verdient. Diese Niederlage konnten die Potzehner verschmerzen, doch im Kellerduell dürfen sie – wahrscheinlich ohne den verletzten Kapitän Jan Küllmei („Sein Ausfall wäre bitter“) – eigentlich nicht leer ausgehen. Ansonsten könnte es im Abstiegskampf noch einmal ganz eng für die Südaltmärker werden.

Osterburger FC – FSV Heide Letzlingen (Schiedsrichter: Norbert Möllmann).

Speziell offensiv läuft es momentan richtig gut für den FSV Heide. In den letzten beiden Partien ließen es die Letzlinger allein elfmal krachen. „Wenn die Jungs da vorne einen guten Tag erwischen und wir auch hinten sicher stehen, können wir sicherlich jeden Gegner dieser Liga schlagen. Doch viel hängt auch von der Tagesform ab“, möchte Trainer Thilo Stimbra auch nicht zu euphorisch werden. Der Kampf gegen den Abstieg ist abgehakt, nun möchten sich die Südaltmärker im Mittelfeld etablieren und möglichst gut platzieren.

Letzlingen konterstark

Der nächste Kontrahent ist mit Osterburg der aktuelle Tabellenführer. „Der OFC ist sicherlich schwer einzuschätzen, doch im Hinspiel hatten wir gegen eine junge und eingespielte Mannschaft kaum eine Chance. Ich denke, dass Osterburg das Spiel gestalten möchte, was uns womöglich entgegen kommt“, so Stimbra. Dass der FSV – lediglich der frischgebackene Vater Marc Schlamann wird wohl nicht dabei sein – gut kontern kann, hat er in den letzten Partien bewiesen.

SV Rot-Weiß Arneburg – SV Liesten 22 (Schiedsrichter: Marco Krankemann)

Nach zwei Heimniederlagen in Folge hat sich Liesten aus dem Titelkampf verabschiedet. „Uns fällt offensiv einfach zu wenig ein, die Form stimmt momentan nicht“, fasst SVL-Spartenleiter Mario Schulz das Manko kurz und knapp zusammen. Er ergänzt: „Wir werden uns jetzt vor allem auf den Kreispokal konzentrieren. Sollten wir uns nicht verbessern, wird es aber auch dort schwer, den Titel zu verteidigen.“ In der Liga möchte sich die Elf von Trainer Michael Piotrowski, nach Punkten gemessen, im Vergleich zur Vorsaison verbessern. „Insgesamt wollen wir hinten wieder stabiler stehen, dann werden wir auch im Spiel nach vorne wieder besser“, vermutet Schulz. Der sieht RWA vor allem nach Standards sowie nach langen Bällen als bedrohlich an. Dennoch wollen die Mannen aus dem Waldstadion – vermutlich ohne ihren am Rücken verletzten Torhüter Dawid Szczerbik – das Gastspiel beim zuletzt arg ersatzgeschwächten Rangzehnten gewinnen, um wieder etwas Selbstvertrauen zu tanken.