Liesten l Der Kampf um den Staffelsieg in der Fußball-Landesklasse I entwickelt sich in dieser Saison zum „Schneckenrennen“. In munterer Regelmäßigkeit nehmen sich die Spitzenteams gegenseitig die Punkte ab. So auch am Sonnabend, als der FSV Saxonia Tangermünde mit 2:1 (2:0) beim SV Liesten 22 die Oberhand behielt.

Saxonia Tangermünde ist Zweiter

Durch den mittlerweile sechsten Rückrundensieg schoben sich die von Steffen Lenz trainierten Saxonen vorübergehend auf Rang zwei und nahmen den Liestenern die gute Ausgangsposition im Fight um die Spitze. Der SVL rutschte auf den dritten Platz ab. Beide Vertretungen bleiben Primus Osterburger FC allerdings dicht im Nacken.

Die Begegnung nahm schnell Fahrt auf. Beide Teams lieferten sich intensive Zweikämpfe, wobei sich aber die Gäste deutlich wacher zeigten. Die Ostaltmärker lauerten auf schnelle Ballgewinne. Diese mussten sie nicht einmal provozieren, denn die Piotrowski-Elf leistete sich im Spielaufbau teils viel zu einfache Fehler und lud den FSV damit förmlich ein. Schon in Minute vier musste Liestens Torhüter Dawid Szczerbik gegen Mudar Haddaja klären.

Führung für Tangermünde

Im direkten Gegenzug hätte allerdings auch die Gastgeber-Führung fallen können, doch bei einem Kopfball von Steven Beck (5.) fehlten nur Zentimeter. Doch das war es vorerst auch, was die Platzherren zu bieten hatten. Nachdem der agile Abdulghane Turkmane (8.) noch an Szczerbik scheiterte, machte es Youngster Janis Kämpfer besser. Nach einem langen Ball in die Spitze ging die Nummer 18 mit dem Kopf entschlossen zum Leder und hatte Glück, dass der SVL-Keeper von der Sonne geblendet wurde – 0:1 (14.).

Dieses Führungstor gab den Tangermündern Mut. Sie gewannen den Großteil der Zweikämpfe, waren insgesamt einfach bissiger und auch cleverer. So legte erneut Kämpfer, gut von Turkmane bedient, nur fünf Zeigerumdrehungen später zum 2:0 (19.) nach. Liesten tat sich hingegen offensiv schwer. Gute Ansätze waren zwar zu erkennen, doch wirklich gefährlich wurden Benecke & Co. nicht vor dem Gehäuse des souveränen Dave Kuß.

Torwart reagiert stark

Einen weiteren Ballverlust, diesmal vom ansonsten zuverlässigen Matthias Wiese, nutzte Kämpfer und stiefelte frei auf Szczerbik zu. Allerdings versagten ihm die Nerven (41./vorbei). Bereits zuvor scheiterte der ebenfalls völlig blanke Haddaja nach guter Balleroberung an Szczerbik (31.).

Kurz vor dem Seitenwechsel hätten die Gastgeber das Duell noch einmal spannend machen können, der solide Unparteiische Maximilian Presser sprach ihnen einen Handelfmeter aus. Im Hinspiel konnte Stephan Benecke noch zum entscheidenden 1:0 versenken, diesmal allerdings nicht. Kuß parierte den zu unplatzierten Ball (43.).

Hoffnung des SV Liesten

Dennoch schien Coach Michael Piotrowski seine SVL-Schützlinge in der Pause noch einmal mit den richtigen Worten motiviert zu haben, denn die Liestener übten nach Wiederanpfiff sofort Druck aus. Nahrung bekamen die Hoffnungen durch das 1:2, das Beck mit einem herrlichen Freistoß erzielte (48.). Während sich Tangermünde nun auf eine sichere Defensive und gelegentliche Konter beschränkte, liefen die Westaltmärker immer wieder aufs Neue an.

Allerdings hätten die Saxonen, die natürlich immer mehr Räume bekamen, trotzdem frühzeitig alles klar machen können – so allein zweimal durch Kämpfer (gehalten und Außennetz) und Haddaja (drüber).

Fünf Minuten Nachspielzeit

Liesten wurde hingegen erst in der Schlussminute beziehungsweise in der fünfminütigen Nachspielzeit richtig gefährlich. In Minute 90 hatte Wiese Kuß bereits umspielt, an seinem Querpass rutschte der eingewechselte Michael Buchholz aber vorbei. Außerdem hatten ein weiteres Mal Wiese (90.+1), der nach Mangrapp-Freistoß gegen die Latte köpfte, und Buchholz (90.+3/knapp vorbei) Pech.

Nach dem Schlusspfiff musste der FSV Saxonia Tangermünde erst einmal tief durchpusten, durfte aufgrund einer starken ersten Hälfte aber verdient jubeln.

SV Liesten 22: Szczerbik – Wiese, R. Mangrapp, Kordus (46. Kijewski), Galkowski, Bierstedt, Müller, He. Glameyer (70. Buchholz), Schröder, Benecke (57. Böhm), Beck.

FSV Saxonia Tangermünde: Kuß – Döhmann, Wabbel, Haddaja (88. Hussein), Bäther, Liebisch, Wehrmann, Lautenschläger, Turkmane (90.+4 Lenz), Kämpfer, Lehmann (84. Hoffmann).

Torfolge: 0:1, 0:2 Janis Kämpfer (14., 19.), 1:2 Steven Beck (48.).

Schiedsrichter: Maximilian Presser.

Vorkommnis: Tangermündes Torhüter Dave Kuß parierte einen Handelfmeter von Stephan Benecke (43.).

Zuschauer: 123.