Altmarkkreis l Auf dem 8. Verbandstag des Kreisfachverbandes Altmark-West in Apenburg wurden am vergangenen Freitag die Achtelfinalpartien des Kreispokals ausgelost. Die Auslosung wurde dabei von Thomas Kölle vom KFV und Michael Rehschuh vom Fußballverband Sachsen-Anhalt vollzogen. Ursprünglich sollte die nächste Pokalrunde am 14. November 2020 über die Bühne gehen, doch daraus wird ja bekanntlich nichts.

Als Reaktion auf die exponentiell steigenden Infektionszahlen und der daraus resultierenden neuen Verfügungslage hat der FSA die Saison für den gesamten November auf allen Ebenen unterbrochen. Wann die Saison also weitergeht, steht aktuell noch in den Sternen. Dass in diesem Jahr nochmal Fußball gespielt wird, halten die meisten Trainer für sehr unwahrscheinlich, weil nach einer doch recht langen Pause nicht gleich wieder ein Pflichtspiel stattfinden kann.

Letzlingen - Liesten

Im ligainternen Duell der Landesklasse, Staffel I, ist kein richtiger Favorit erkennbar. Sowohl der FSV Heide Letzlingen als auch der SV Liesten 22 verfügen individuell über viel Qualität. Während die Gäste aus Liesten spielerisch sicher zu den stärksten Mannschaften der Liga gehören und das Spiel machen wollen, zeichnet den FSV vor allem eine große Erfahrung und die Arbeit gegen den Ball aus.

Beide Mannschaften wollen selbstverständlich in die nächste Runde einziehen. Die Heide-Kicker und die 22er sind beides ambitionierte Mannschaften, die jeweils das Ziel haben, den Kreispokal zu gewinnen. Folglich können sich die Zuschauer hier auf eine intensive Partie auf Augenhöhe freuen.

„Also ich finde die Auslosung sehr gut. Wir haben ein Heimspiel und zudem die Möglichkeit, einen großen Konkurrenten selber auszuschalten. Wir haben uns im Vorfeld Liesten oder Salzwedel gewünscht und sind belohnt worden. Wir wollen den Pokal noch einmal hochhalten und müssen deshalb auch die ganz großen Brocken aus dem Weg räumen. Es wird ein schwieriges Spiel, auf welches wir uns alle sehr freuen“, erklärt Letzlingens Trainer Dirksen Höft.

Jahrstedt - Salzwedel II

Fast schon traditionell geht die höherklassige Mannschaft stets als Favorit in so ein Pokalspiel. Allerdings wird insgesamt auch hier ein Duell auf Augenhöhe erwartet. Während der gastgebende TSV Adler Jahrstedt derzeit - gemeinsam mit dem SV Eintracht Berge - das Maß der Dinge in der Kreisliga ist, konnte die Reserve des SV Eintracht Salzwedel 09 erst zuletzt den Bock in der Kreisoberliga umstoßen und den ersten Saisonsieg einfahren. Letztlich wird es so sein, dass zwischen diesen beiden Teams nur bedingt ein Ligaunterschied erkennbar sein wird. Die Chancen in diesem Duell sind absolut verteilt.

„Zunächst bleibt erstmal abzuwarten, wann wir wieder loslegen dürfen und wie jedes Team dann aus der Pause kommt. Gegen Jahrstedt sind die Chancen sicherlich besser als gegen Liesten. Aber jedes Spiel muss seriös und respektvoll angegangen werden“, meint Salzwedels Coach Roman Dölle.

Gardelegen II - Schwiesau

Ein ebenfalls ausgeglichenes Spiel wird auf der Gardelegener Rieselwiese erwartet. Der SV Schwalbe Schwiesau verfügt vielleicht nicht über die besten Einzelspieler der Kreis-oberliga. Allerdings verstehen sich die Schwalben einfach als Mannschaft und machen halt das, was sie können. Deshalb reisen die Schwiesauer auch nach Gardelegen, um dort als Sieger vom Platz zu gehen.

Die Verbandsliga-Reserve des SSV 80 Gardelegen kam nach einem holprigen Saisonstart zuletzt besser in Schwung und zeigte, was tatsächlich möglich ist. Beide Mannschaften werden sich in dieser Partie mit offenem Visier begegnen. Es wird eine umkämpfte Partie auf Augenhöhe erwartet.

„Laut der aktuellen Tabelle ist Schwiesau in dieser Partie der Favorit. Allerdings denke ich, dass es eher eine ausgeglichene und kampfbetonte Partie wird. Uns war der Gegner eigentlich egal. Wir wollten halt ein Heimspiel haben und das haben wir bekommen. Wir gucken natürlich, dass wir in diesem ligainternen Duell eine Runde weiterkommen. Ich denke, dass die Chancen 50:50 stehen. Würden wir das Spiel jetzt spielen, wäre das Momentum vielleicht auf Seiten der Schwiesauer. Aufgrund der Corona-Situation muss man abwarten“, sagt Gardelegens Übungsleiter Oliver Pabst.

„Der Pokal hat zunächst einmal seine eigenen Regeln. In Gardelegen erwarte ich ein schweres Spiel. Natürlich kommt es auch immer darauf an, wer aus dem Verbandsliga-Kader dabei ist. Wenn wir aber alle Mann an Bord haben, sind wir definitiv nicht chancenlos. Auch uns muss man erst einmal schlagen. Unser Ziel ist es, Gardelegen zu ärgern und weiterzukommen. Die Tagesform wird am Ende entscheidend sein“, prognostiziert Schwiesaus Trainer Senol Isik.

Chüden - Lindstedt

Der SV Wacker Lindstedt reist als Favorit nach Chüden. Die Wackeraner hatten nach dem Aufstieg keine Probleme, sich an das neue Leistungs-Niveau in der Kreisoberliga zu gewöhnen. Während die Lindstedter derzeit nur zwei Zähler hinter dem Tabellenführer auf Position acht rangieren, spielt der SV Eintracht Chüden in der Kreisliga gegen den Abstieg. Sicher hat der Pokal immer seine eigenen Gesetze, doch eine Überraschung scheint in diesem Duell sehr unwahrscheinlich. Die Eintracht braucht schon einen absoluten Sahne-Tag und viel Glück, um gegen Lindstedt zu bestehen.

„Wir sind in diesem Spiel klarer Außenseiter. Bei uns muss schon alles passen, damit wir gegen Lindstedt bestehen können. Wir müssen alle Spieler an Deck haben und auch das nötige Spielglück auf unserer Seite haben. Wir werden alles versuchen und dann schauen wir mal, was nach der Zwangspause so möglich ist“, sagt Chüdens Trainer Orlando Konietzny.

Lindstedts Coach Michael Busse erklärt: „Wir müssen erstmal schauen, ob und wann wieder gespielt werden kann. Das Gleiche gilt natürlich auch für den Trainingsbetrieb. Man ist durch die kurze Vorbereitung gerade erst in Schwung gekommen und nun wird alles durch den totalen Stillstand resetet. Wir haben mit Chüden einen Gegner, den man nicht unterschätzen darf. Es ist ein Pokalspiel, sie spielen zu Hause und sie werden alles geben. Ich möchte dieses Spiel natürlich gewinnen und ins Viertelfinale einziehen. Doch dafür werden wir einiges investieren müssen. Ich hoffe, wir haben noch ein paar Pokalspiele.“

Berge - Sanne

Ein Duell mit viel Überraschungs-Potenzial findet in Berge statt. Der SV Eintracht Berge ist zwar die unterklassige Mannschaft in diesem Duell, wird aber dennoch nicht als Underdog ins Spiel gehen. Schließlich konnte Berge seine bisherigen fünf Saisonspiele allesamt gewinnen und führt die Kreisliga damit aktuell an.

Der SV Rot-Blau Sanne steht somit vor einem ganz schwierigen Auswärtsspiel. Als Kreis-oberliga-Vertreter reisen die Rot-Blauen auf dem Papier als Favorit nach Berge. Allerdings wird ein Ligaunterschied in dieser Partie nicht erkennbar sein. Beide Mannschaften wollen in die nächste Pokalrunde und werden dementsprechend auftreten. Allerdings spricht das Momentum eher für die Platzherren.

„Berge ist für uns ein absolut schweres Los. Berge hat mit fünf Siegen aus fünf Spielen einen starken Lauf, hat bereits 32 Tore geschossen und sechs Gegentore kassiert. Das spricht eine sehr deutliche Sprache. Berge ist sicherlich sehr ambitioniert. Auf der anderen Seite ist es so, dass wir nach langer Zeit mal wieder die Chance haben, ins Viertelfinale des Kreispokals einzuziehen. Diese Chance wollen wir unbedingt nutzen. Insgesamt ist es ein absolut offenes Spiel. Die Chancen auf ein Weiterkommen sind verteilt“, prognostiziert Sannes Übungsleiter Rainer Schulz.

Miesterhorst/Mieste II - Beetzendorf

Über die Rollen vor dieser Partie braucht man nicht lange zu diskutieren. Der MTV Beetzendorf geht als Landesklasse-Vertreter als haushoher Favorit in dieses Duell. Für die Elf von Michael Banse lief es im bisherigen Saisonverlauf überhaupt noch nicht rund, weshalb das Selbstvertrauen so gut wie gar nicht vorhanden sein dürfte. Dennoch sollte die individuelle Qualität für das Weiterkommen reichen.

Für die SG FSV 77 Miesterhorst/Eiche Mieste II ist es indes das Spiel des Jahres. Der Kreisklasse-Vertreter hat in diesem Duell überhaupt nichts zu verlieren und kann völlig befreit aufspielen. Weil von den Platzherren im Vorfeld niemand etwas erwartet, liegt der gesamte Druck ausschließlich beim MTV.

Beetzendorfs Trainer Michael Banse meint: „Also von der Papierform her ist es sicher der leichteste Gegner geworden, den wir bekommen haben. Wir sind der klare Favorit in diesem Duell Landesklasse gegen Kreisklasse. Trotzdem werden wir das Spiel aber mit der nötigen Ernsthaftigkeit und Konzentration angehen. Unser Ziel sollte klar die nächste Runde sein. Abwarten müssen wir in diesem Duell sicherlich noch, wen Mieste von der ersten Mannschaft mit einsetzt.“

Klötze - Jävenitz

Diese Paarung gehört sicher zu den attraktivsten Spielen dieser Pokalrunde. Im ligainternen Duell der Kreisoberliga wartet auf die Zuschauer ein richtiger Leckerbissen. Der VfB 07 Klötze und der SV Heide Jävenitz blicken auf einen starken Saisonstart zurück. Beide Mannschaften holten in den bisherigen sechs Spielen jeweils 15 Punkte.

Auch wenn die Purnitzstädter zu Hause spielen, wird in diesem Duell ein hochklassiges Spiel auf Augenhöhe erwartet. Beide Mannschaften haben viel Qualität in ihren Reihen und wollen in die nächste Pokalrunde einziehen. Folglich werden sich die 07er und die Heide-Kicker auch mit offenem Visier begegnen.

Klötzes Übungsleiter Henry Mühl sagt: „Wir freuen uns erstmal sehr, dass wir ein Heimspiel haben. Gegen einen Staffelfavoriten zu Hause zu spielen, ist immer schön. Jävenitz hat nach der Auftaktniederlage gezeigt, dass sie wieder in der Spur sind. Für unsere junge Mannschaft wird das eine große Herausforderung gegen eine erfahrene Truppe.“

Jävenitz-Trainer Guido Euen meint: „Es ist sicher eines der attraktivsten Spiele. Wer sich ein bisschen mit Fußball beschäftigt, weiß, dass in Klötze etwas im Entstehen ist. Der VfB ist Stand heute Corona-Meister und somit ein richtig schwerer Brocken. An einem guten Tag haben wir gegen Klötze sicherlich eine Chance. Allerdings kann Klötze uns, jeden anderen Kreisoberligisten und sicher auch so manchen Landesklasse-Vertreter jederzeit besiegen.“

Kusey - Salzwedel I

In den vergangenen Jahren sind sich beide Mannschaften immer mal wieder im Kreispokal begegnet. Während sich der Favorit aus Salzwedel zuletzt 2018 mit 6:0 in der zweiten Pokalrunde durchsetzte, konnte der TSV Kusey 2017 in der zweiten Runde einen überraschend deutlichen 3:1-Erfolg feiern. Insgesamt sind die Rollen aber klar verteilt. Die Eintracht aus Salzwedel gehört zu den Spitzenmannschaften der Landesklasse und ist als höherklassige Mannschaft auch der Favorit.

Der TSV Kusey ist seinerseits einer der Staffelfavoriten in der Kreisoberliga und verfügt definitiv über das Potenzial, den Jeetzestädtern weh zu tun. Sollten die 09er einen guten Tag erwischen und früh in Führung gehen, wird es sicher ein ruhiger Nachmittag für Trainer Helge Kietzke an der Linie. Sollten die Salzwedeler den Gegner aber unterschätzen oder nur halbherzig an die Sache herangehen, ist auch absolut eine Überraschung möglich.

Kusey-Coach Klaus Steckhahn sagt: „Salzwedel ist natürlich klarer Favorit. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass sich Salzwedel ein anderes Los gewünscht hätte. Salzwedel weiß, dass sie etwas tun müssen, um bei uns in Kusey zu gewinnen. Wir wollen gewinnen und ich sehe uns auch nicht ganz chancenlos. Wir haben wenig Chancen, aber genau die müssen wir in dieser Partie halt nutzen. Ich gehe dem Ganzen insgesamt entspannt entgegen, weil wir befreit aufspielen können. Salzwedel hat mehr zu verlieren als wir und das muss man ganz klar so sehen. Ich schätze die Chancen auf 30:70. Warum sollen die 30 Prozent nicht gewinnen können?“

SVE-Trainer Helge Kietzke meint: „Vom Gefühl spielen wir in Kusey gegen unsere halbe A-Jugend. Also Kusey hat sich in den letzten Jahren gut verstärkt und verjüngt. Dazu kommen natürlich die bereits vorhandenen qualitativ guten Einzelspieler. Kusey gehört sicher zu den besten Mannschaften der Kreisoberliga und wird uns alles abverlangen. Wir wollen der Favoritenrolle gerecht werden, müssen dafür aber unser gesamtes Potenzial abrufen. Ich hätte mir im Vorfeld ein anderes Los gewünscht, aber man kennt sich ja bereits aus den Vorjahren.“