Kalbe/Milde l Umso mehr Freude entfacht dagegen der bevorstehende Besuch von Dennis Krahmer und seiner Fußballschule.

Kommune gibt Freigabe

Der Hamburger Fußballlehrer mit der Trainer-B-Lizenz bekommt grünes Licht für das geplante Sommercamp in der Mildestadt Kalbe. Die Vorbereitungen auf das Event vom 20. bis 24.Juli laufen bereits.

Die mit Dennis Krahmer kooperierende Fußballabteilung des VfL Kalbe darf den ehemaligen Nachwuchs-Trainer des FC St.Pauli samt Trainerstab willkommen heißen. Auf dem Sportgelände an der Feldstraße wird der Ball rollen. Möglich gemacht, hat dies Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth, der auf schriftliches Erbitten von VfL-Initiator Steffen Pluschke, die Erlaubnis zur Platzbegehung und Durchführung des fünf tägigen Trainingscamps aussprach. „Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir herkommen dürfen. Das ist in diesen Zeiten nicht selbstverständlich. Wir werden alles dafür tun, damit alles sauber über die Bühne geht und sprechen Karsten Ruth ein großes Dankeschön aus“, so Krahmer.

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Ein Fußball-Camp der anderen Art

Sowohl für den VfL Kalbe als auch für Dennis Krahmer wird die Begegnung in diesem Sommer eine Zusammenkunft der etwas anderen Art sein. Zum ersten Mal begegnen sich beide Parteien aufgrund der noch geltenden Corona-Beschränkungen wortwörtlich auf Abstand. Die pflichtgemäße Einhaltung der Distanz von mindestens zwei Metern zwischen Teilnehmern und Organisatoren, wird erstmaliger Bestandteil in der Geschichte der beiderseitigen Zusammenarbeit in Kalbe sein.

Während der Trainingseinheiten im Camp, sollen die sich mittlerweile im Alltag bewährten Regularien zur Eindämmung der virologischen Verbreitungskette von Covid-19 gewahrt werden. „Wir müssen unter den Gegebenheiten des Virus, wie zum Beispiel der erforderlichen Einhaltung der Abstandsregel, als Vorbild fungieren und gleichzeitig Übungen ausführen. Das ist eine große Herausforderung. Dennoch bin ich guter Hoffnung, dass wir es schaffen“, äußert sich Krahmer zuversichtlich.

Krahmer: „Wissen die Umstände“

Zuversicht darf Krahmer zurecht ausstrahlen. Nach dem Shut-Down im März gerieten zwar die Planungen des Hamburgers ins Wanken, doch erste Erfahrungen mit dem Trainingsbetrieb unter Corona-Bedingungen, konnte der Jugendtrainer mit Erfolg versprechendem Ergebnis sammeln. „Wir wissen mittlerweile genau, auf was wir uns einlassen. In anderen Städten haben wir das Training gut hinbekommen. Zu Beginn mussten wir uns an die neuen Gegebenheiten gewöhnen und darauf achten, den Ball nicht mit den Händen, sondern nur mit den Füßen zu berühren, wenn wir die Bälle holten. Nur mit Schutzhandschuhen, dürfen die Bälle per Hand berührt werden. Dies bleibt aber nur mir und meinen Trainerkollegen vorbehalten, die sich auch um die Desinfektion des Trainingsmaterials kümmern. Auf die Nutzung von Trainingsleibchen werden wir in der aktuellen Situation verzichten. Diese Regeln zu verinnerlichen, ist für uns in der Trainingsarbeit sehr wichtig. Sonst funktioniert unser Vorhaben in der Corona-Zeit nicht.“

Die Gefahr einer Erweiterung der Infektionsketten, konnte mit dem Hygiene- und Verhaltenskonzept von Krahmer gebannt werden. Erstaunlich gut funktionierten die Teilnehmer während des Trainings als Team, das sich gegenseitig unter den schwierigen Gegebenheiten unterstützt. „Die Teilnehmer in Hamburg beispielsweise, waren sehr diszipliniert und haben schnell gemerkt, um was es geht. Die Gruppen funktionieren durch Selbsterziehung. Alle achten aufeinander und sich selbst. Die Kinder sind unglaublich dankbar dafür, dass sie überhaupt wieder auf den Sportplatz gehen dürfen. Daher haben sie sich diszipliniert an die Abstands- und Hygieneregeln gehalten. “

Teilnehmerzahl müsste angepasst werden

Damit in Kalbe der Trainingsbetrieb ohne negative Vorkommnisse stattfinden kann, musste die Teilnehmerzahl den Umständen angepasst werden. Statt den üblicherweise noch vor der Pandemie geplanten 48 Teilnehmern, werden nun mehr 18 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren das Camp durchlaufen. Die Reduzierung der Teilnehmerzahl sollte allerdings auf Seiten derjenigen, die es nicht auf die Anmeldeliste geschafft haben, keinen Grund zur Ernüchterung auslösen. „Wir planen ein weiteres Camp im Herbst. Die Kinder, die aktuell in der Warteschleife stehen, erhalten dann die Möglichkeit, im September dabei zu sein“, kündigt Krahmer an.

Für Vertreter von Angst und Skepsis, unter den gegebenen Umständen ein Trainingscamp zu organisieren, zeigt Dennis Krahmer Verständnis und appelliert deshalb an die Unterstützung der Eltern: „Wir werden eine Woche vor dem Beginn des Camps die Ablaufpläne nach Hause schicken, unter denen die Regeln verankert sind, an die sich die Teilnehmer halten sollen. Wir sind auf die Mitwirkung der Eltern angewiesen, die dort aufgeführten Regeln mit ihren Kindern zu besprechen und die Ankündigung mit Unterschrift zu Beginn des Camp-Starts zurückzugeben. Das ist eine Grundbedingung, die es einzuhalten gilt. Nur so können wir mit den Teilnehmern arbeiten.“

Der VfL Kalbe und Dennis Krahmer senden mit der Ausrichtung des Camps vom 20. bis 24.Juli eine deutliche Botschaft an die Gesellschaft. Nicht alles ist während der Corona-Krise erlaubt, vieles jedoch unter Einhaltung und Rücksichtnahme von Regeln möglich. Mit Mut, Flexibilität und gegenseitigem Vertrauen, ist der Fußballsport trotz Einschränkungen möglich.