Gardelegen l Die Elf von Trainer Norbert Scheinert ernährt sich nur mühsam und teilte sich am Sonnabend zum dritten Mal in Folge die Punkte. Gegen den FSV Grün-Weiß Ilsenburg stand nach 90 packenden Minuten ein 1:1 (0:0) auf der Anzeigetafel.

Auch wenn das Gardelegener Ziel am Saisonende keinesfalls Staffelsieg lautet, so ist dennoch in Sachen Spitze noch alles möglich für den Aufsteiger. Zwar vergrößerte der SV Staßfurt den Vorsprung zeitgleich durch ein 4:1 in Heyrothsberge auf drei Punkte, doch der aktuelle Primus muss beispielsweise auch noch den schweren Gang auf die Rieselwiese antreten. Dort schaffte es in der laufenden Spielzeit noch keine Mannschaft, mit einem Dreier vom Platz zu gehen.

Durchschlagskraft fehlt dem SSV 80

Diese gute Heimbilanz ist für einen Neuling sicherlich bemerkenswert, wobei man dem SSV durchaus anmerkte, dass er nach den beiden Unentschieden in den Altmarkderbys gegen Bismark (0:0) sowie in Warnau (1:1) gern mal wieder gewonnen hätte. Doch im Angriff fehlt momentan die nötige Durchschlagskraft, zum anderen aber auch das Quäntchen Glück. Vielleicht fehlt aber auch schlichtweg das nötige Personal, denn Scheinert musste unter anderem Simon Bache, Hannes Malek oder auch Martin Gille ersetzen. „Dadurch fehlt uns natürlich eine Menge Tempo“, so der SSV-Coach.

Dazu kam, dass die keineswegs enttäuschenden Westaltmärker auf einen stark eingestellten Gegner trafen. „Es war sehr schwer für uns. Gerade physisch hat Ilsenburg richtig gut dagegen gehalten. Somit müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein, auch wenn das Gegentor natürlich ärgerlich war“, resümierte Scheinert. Die Grün-Weißen zogen aus einer sicheren Defensive heraus das Spiel immer wieder mit starken Diagonalbällen auf und hielten die Partie vollkommen auf Augenhöhe. Da sich aber bei beiden Teams in einer intensiv geführten ersten Hälfte zu viele Unstimmigkeiten und Fehlpässe einschlichen, kam ein echter Spielfluss nur selten auf.

Torlos in die Halbzeitpause

Der Führung näher waren die Platzherren, auch wenn sie sich nur zwei Gelegenheiten in den ersten 45 Minuten erspielten. Zunächst wehrte Ilsenburgs Schlussmann Niklas Hanns einen satten Schuss von Florian Scheinert zum Eckball ab (25.), später hatte Hanns Glück, beim Kopfball aus Nahdistanz von Scheinert genau richtig zu stehen und den Ball genau in die Arme bugsiert zu bekommen (36.). Mehr Torszenen hatte der erste Abschnitt nicht zu bieten, so dass es diesbezüglich nach Wiederbeginn eigentlich nur besser werden konnte.

Eigentor besorgt Führung des Gastgebers

Wurde es auch, wobei allerdings die nun sogar noch etwas mutigeren Gäste den ersten Hochkaräter besaßen. Jozef Ulicny kam nach einem Eckball zum Abschluss, fand in SSV-Schlussmann Markus Falk allerdings seinen Meister (47.). In der Folge spielte sich wie schon vor der Pause viel im umkämpften Mittelfeld ab, wo weiterhin kein Zweikampf gescheut wurde. Dass man aber auch aus keiner Chance mal ein Tor erzielen kann, demonstrierten die Platzherren in Minute 70. Der eingewechselte Sascha Gütte gab den Ball scharf in die Mitte und hoffte auf einen Abnehmer. Diesen fand er im Gäste-Innenverteidiger Konrad Bartlomiej Babeczko, der seinen eigenen Schlussmann Hanns mit langem Bein beim eigentlichen Klärungsversuch überwand – 1:0.

Ilsenburg suchte die schnelle Antwort. Nur finden konnten die Grün-Weißen selbige nicht, weil ein Freistoß von Steven Rentz gegen die Latte prallte (71.) und auch Rodrigo Tschiedel Do Prado zweimal (73., 81.) kein Abschlussglück hatte. Dafür aber Lucas Mike Stötzner, der den Ball im Gewühl vor die Füße serviert bekam und zum 1:1-Ausgleich (82.) versenkte.

Klar, dass der heimische SSV nun den Druck noch mal erhöhte. Doch Frank Fehses Flachschuss flog knapp am Gehäuse vorbei (86.), ehe Babeczko einen Versuch von Gütte noch stark vor der Linie klärte (87.). Somit blieb es bei der unter dem Strich sicherlich gerechten Punkteteilung, wodurch der SSV 80 Gardelegen im Jahr 2019 immerhin weiter unbesiegt bleibt.

Statistik

SSV 80 Gardelegen: Falk - Preuß, Fehse, Berlin, Marvin Bogdahn, Maurice Bogdahn (65. Winkel), Hille, Scheinert, Haak, Schönfeld, Mertens (53. Gütte).

FSV Grün-Weiß Ilsenburg: Hanns - Hentschel, Himburg, Raue, Rentz, Babeczko, Tschiedel Do Prado, Habel, Treziak (80. Neugebauer), Stötzner, Ulicny.

Torfolge: 1:0 Konrad Bartlomiej Babeczko (70./Eigentor), 1:1 Lucas Mike Stötzner (82.).

Schiedsrichter: Benedict Ohrdorf.

Vorkommnisse: Keine.

Zuschauer: 121.