Liesten l Der SV Eintracht Salzwedel 09 setzte sich verdient mit 3:1 (1:0) im Derby beim SV Liesten 22 durch und trifft nun am Sonntag den 23. August (Anstoß: 13 Uhr) in Mieste auf den FSV Heide Letzlingen.

Damit steht fest, dass es nach 2017, 2018 und 2019 mal einen wieder einen anderen Kreispokalsieger geben wird. Zuvor schafften nämlich die 22er den Titel-Hattrick.

Schweigeminute für den verstorbenen Bobe

Für beide Mannschaften war es seit dem Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie, das erste Pflichtspiel seit mehr als fünf Monaten. Ausgerechnet bei tropischen Temperaturen und nach nur sehr kurzer Vorbereitungszeit, ging es für den SV Liesten 22 und den SV Eintracht Salzwedel direkt mit der Austragung des Kreispokal-Halbfinals wieder los. Doch bevor das Spiel startete, gab es noch eine Gedenkminute für den verstorbenen Wolfgang Bobe.

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Eintracht beginnt couragiert

Im Waldstadion erwischten die Gäste aus Salzwedel vor 250 Zuschauern den besseren Start und brannten gerade in den ersten 20 Minuten ein kleines Feuerwerk ab. Die Mannschaft von Helge Kietzke war vom Anpfiff weg sehr griffig, gewann viele Zweikämpfe und erspielte sich zudem ein deutliches Chancenplus. Weil aber Luca Nowak (3./gehalten, 10./stark gehalten) und Stefan Heuer (3./vorbei, 10./stark gehalten, 17./knapp vorbei) beste Gelegenheiten ausließen, blieb es zunächst beim torlosen Remis. Zu diesem Zeitpunkt musste sich der SV Liesten ausschließlich bei seinem Schlussmann Jonathan Gehrke bedanken, dass es noch 0:0 stand. Die Platzherren verbuchten indes erst in der 20. Spielminute die erste kleinere Torgelegenheit. Nach Zuspiel von Stephan Benecke kam der SVL-Neuzugang Christian Förster frei zum Abschluss, verzog aber völlig.

Eintracht-Führung vor der Halbzeit

Nach der ersten Trinkpause war das Tempo auf dem Spielfeld schon nicht mehr ganz so hoch. Dennoch veränderte sich am Spielverlauf nur wenig. Salzwedel investierte einfach mehr in dieses Spiel und schaffte es immer wieder, für Gefahr im gegnerischen Strafraum zu sorgen. Von den 22ern kam gerade in Hälfte eins viel zu wenig. Nachdem die Eintracht aus dem Spiel heraus bereits zahlreiche Möglichkeiten ungenutzt ließ, musste halt ein ruhender Ball das 1:0 herbeiführen. Nach einem Foul an Julian Seehausen zeigte der Unparteiische Norbert Möllmann direkt auf den Punkt. Zum folgenden Strafstoß trat Heuer an, der Gehrke in die falsche Ecke schickte und zur 1:0-Führung vollendete. Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Halbzeitpause.

Nowak trifft mit Dynamik zur 2:0-Führung

In den zweiten 45 Minuten wirkte die Anfangsphase etwas fahrig. Liesten stand nun etwas besser gegen den Ball, so dass sich das Geschehen immer mehr ins Mittelfeld verlagerte. Folglich kam das 2:0 durch Nowak in der 56. Minute auch etwas aus dem Nichts. Wie schon des Öfteren in der ersten Halbzeit, wurde auch bei dieser Situation wieder die Dynamik von Nowak sichtbar. Dieser setzte sich gegen mehrere Bewacher einfach körperlich durch und erhöhte dann auch noch eiskalt auf 2:0.

Nach dem 0:2 steckten die Gastgeber allerdings nicht auf. Liesten kam mit längerer Spieldauer besser ins Spiel, während die 09er langsam dem hohen Anfangstempo Tribut zollen mussten. Es waren nicht nur die beiden Chancen vom gerade zuvor eingewechselten Paul Langer (58./knapp vorbei) oder Sebastian Grzegorz Kordus per Kopf (61./knapp vorbei). Es häuften sich allmählich die Situationen, in welchen Salzwedel mit viel Mühe und Einsatzbereitschaft noch einen Fuß vor den gegnerischen Abschlüssen brachten. Allerdings hätten die Salzwedeler in Hälfte zwei auch deutlich mehr Ruhe gehabt, wenn Heuer in der 62. Minute den zweiten Foulelfmeter verwandelt hätte oder zumindest Nowak den Nachschuss über die Linie gebracht hätte.

Heuer verschießt einen Foulelfmeter

In der 80. Minute schien der Drops dann aber doch endgültig gelutscht. Das lag daran, dass der junge Langer viel zu übermotiviert in den Zweikampf mit Salzwedels Philip Müller ging und diesen von hinten die Beine wegzog. Ob es dann anschließend am aufbrausenden Stefan Schmidt oder an der großen Erregung der Salzwedeler Bank lag, ist ungewiss. Jedenfalls steckte Möllmann die gelbe Karte wieder weg und verwies Langer stattdessen des Platzes.

Trotz dieser Unterzahl steckte der SVL nicht auf, wurde in der 87. Minute dann allerdings auch von einem kapitalen Fehler von SVE-Schlussmann Dennis Röhl begünstigt. Dieser geriet nämlich mit dem Ball am Fuß unter Bedrängnis und schlug das Leder flach und direkt vor die Füße von Benecke. Dieser hatte aufgrund der Salzwedeler Vorwärtsbewegung viel Zeit, um sich den Ball in Ruhe zurecht zu legen und erzielte aus gut 20 Metern den 1:2-Anschlusstreffer. Damit war definitiv wieder Feuer im Spiel. Letztlich war es aber so, dass die Gäste am Sonnabend einfach die bessere Mannschaft waren und den Ball fortan klug vom eigenen Tor weghalten konnten. In der dritten Minute der Nachspielzeit machte Müller dann endgültig den Deckel auf dieser Partie. Dieser drang mit letzter Kraft nochmal in den Liestener 16er ein und sorgte anschließend mit dem linken Fuß für den 3:1-Endstand.

Statistik

Torfolge: 0:1 Stefan Heuer (42./Foulelfmeter), 0:2 Luca Nowak (56.), 1:2 Stephan Benecke (87.), 1:3 Philip Müller (90.+3).

Schiedsrichter: Norbert Möllmann.

Schiedsrichter-Assistenten: Cederic Camehl, Stephan Bock.

Besondere Vorkommnisse: Salzwedels Stefan Heuer verschießt einen Foulelfmeter (62./gehalten), Rote Karte gegen Liestens Paul Langer aufgrund eines überharten Foulspiels (80.).

Zuschauer: 250.