Salzwedel l Auf der Salzwedeler Flora steigt am Sonnabend das Kreispokalfinale des KFV Altmark West zwischen dem SV Liesten und dem FSV Heide Letzlingen. Anpfiff des Finals ist 16 Uhr. Womöglich fahren sowohl Liesten als auch Letzlingen nicht mit dem allerbesten Gefühl nach Salzwedel. Beide Teams mussten nämlich am letzten Ligaspieltag Niederlagen hinnehmen.

Schlechte Ligaabschlüsse der Finalisten

Besonders ärgerlich war selbige für die Liestener, denn diese mussten sich nach einer 3:0-Führung dem SSV 80 Gardelegen noch mit 3:4 beugen, verspielten damit in buchstäblich letzter Sekunde den Staffelsieg sowie den Aufstieg in die Landesliga. Dagegen war das klare 1:6 des FSV Heide in Uchtspringe folgenlos, denn ihren Platz im Mittelfeld hatten die Letzlinger bereits zuvor abgesichert.

Nachdem also der Ligatitel vom direkten Kontrahenten aus Gardelegen vor der Nase weggeschnappt wurde, möchte sich der SVL nun zumindest – wie schon im Vorjahr, als der SV Eintracht Salzwedel im Finale in Arendsee mit 5:2 bezwungen wurde – den Kreispokal holen.

Liesten will Titel verteidigen

„Wenn man in einem Finale ist, will man dieses auch gewinnen. Genauso werden wir dieses Duell auch angehen“, verspricht Spartenleiter Mario Schulz. Der ist im Vorfeld allerdings sehr vorsichtig: „Favorit ist aus meiner Sicht Letzlingen, denn sie haben in der Rückrunde starke Ergebnisse geliefert, sind eine robuste und spielstarke Mannschaft.“

In der Landesklasse gelang es dem Vizemeister nicht, die Heide-Mannen zu bezwingen. Einem 1:1 auf eigenem Platz folgte eine 1:2-Auswärtsniederlage auf dem Letzlinger Kunstrasengeläuf. „Das wird ein 50:50-Spiel“, vermutet Schulz. Das kuriose 3:4 vor sechs Tagen hat auch der Spartenchef noch nicht gänzlich verarbeitet: „Alle Spieler haben alles reingehauen und eigentlich auch gut gespielt. Entschieden hat eben diese eine letzte Szene. Wenn der Kopfball nicht reingeht, steigen wir auf. Das ist schwer zu verarbeiten.“

Liesten hat aus Niederlage gelernt

Dennoch ist sich Mario Schulz sicher, dass die Mannschaft von Trainer Michael Piotrowski aus dieser schweren Niederlage auch ein Stück weit gelernt hat. „Wir sind gewarnt, werden ein 3:0 sicher nicht noch einmal so aus der Hand geben“, erklärt Schulz. Generell sei es wichtig – so der Sektionsleiter – einen Rückstand zu vermeiden.

Mit den Mangrapp-Brüdern Steffen (Beruf) und René (privat verhindert) sowie dem verletzten Markus Krotki fehlen drei Leistungsträger auf SVL-Seite. „Unser Kader ist aber breit genug“, lässt Mario Schulz den Verlust dieses Trios nicht als Ausrede gelten. Die Wahl des Austragungsortes dieses Endspiels sieht er als gelungen an: „Die Flora hat ein schönes Ambiente und eine Menge Charme. Dazu ist der Anreiseweg für uns auch recht kurz.“

Schönes Ambiente am Austragungsort

Allerdings hätte sich Schulz mehr Reklame seitens des ausrichtenden Kreisfachverbandes (KFV) Altmark West – so wie im benachbarten Kreis Stendal, wo Sonnabend in Uchtspringe der TuS Wahrburg und der SV Rot-Weiß Arneburg im Finale aufeinandertreffen – gewünscht. „Es wäre schön gewesen, wenn die Werbetrommel etwas mehr gerührt worden wäre“, so der Liestener Spartenchef, der sich über um die 500 Zuschauer in der Kreisstadt sowie den Einzug seiner Farben in den Landespokalwettbewerb („Das ist ein lukratives Ziel“) freuen würde.

In Letzlingen freut man sich schon vor dem Finale. Die ursprünglich geplante Abschlussfahrt am Wochenende musste zwar storniert werden, allerdings ging dies kostenfrei über die Bühne. Der Fight um einen möglichen Titel ging für die Elf von den scheidenden Trainern Thilo Stimbra und Dieter Förster natürlich vor. „Natürlich wollen wir dieses Finale möglichst gewinnen. Das gilt allerdings auch für Liesten, das ebenfalls eine starke Saison gespielt hat. Auch der SVL wird auf dieses Finale brennen, so dass sich beide Teams von der Einstellung her nicht viel nehmen werden“, äußert sich FSV-Torhüter Andreas Lenz im Vorfeld.

Letzlingen setzt auf die solide Abwehr

In den beiden Ligaspielen gegen den Finalgegner sprangen immerhin vier Punkte heraus. Das dürfte Mut geben. „Wir sind nach unserer starken Rückrunde selbstbewusst genug, um zu sagen, dass wir Liesten einen heißen Kampf liefern wollen“, erklärt Lenz, der den Kontrahenten allerdings als spielstärker einschätzt. „Wir werden versuchen, aus einer sicheren Abwehr heraus zu spielen, lange die Null zu halten, und dann muss man schauen, was unser gefährliches Sturmduo vorne ausrichten kann“, fügt der Schlussmann an.

Die Letzlinger werden einen Bus einsetzen, in dem die Anhänger die Mannschaft nach Salzwedel („Es wäre schön, wenn wir dort eine würdige Zuschauerkulisse hätten“) begleiten können. Die Abfahrt erfolgt um 13.15 Uhr vom Marktplatz in Letzlingen. Nicht mitreisen wird definitiv Kay Knackmuß, der sich bereits im Urlaub befindet. Alle anderen Akteure stehen zur Verfügung und scharren bereits mit den Hufen.

Neuauflage des Finals von 2013

Bereits vor fünf Jahren standen sich die beiden Teams im Kreispokalendspiel gegenüber. Damals behielten die Liestener in Mieste nach Verlängerung mit 4:3 die Oberhand. Mit der letzten Aktion gelang Marc Pätzold, der aufgrund seines Torjubels (Trikot ausgezogen) anschließend noch die Gelb-Rote Karte sah, der Siegtreffer. Stellt sich also die Frage, ob erneut der SV Liesten 22 jubeln darf oder ob der FSV Heide Letzlingen seine offene Rechnung begleichen kann.

Geleitet wird das Duell auf der Flora morgen von Schiedsrichter Torsten Felkel, der von Marco Peters und Andreas Kessler assistiert wird.