Liesten l Am drittletzten Spieltag verpassten es die Schützlinge von Trainer Dirksen Höft, den Sack endgültig zuzubinden. Nach einem überraschend blutleeren Auftritt hieß es im Gastspiel beim SV Liesten 22 1:6 (0:4) aus Sicht des Spitzenreiters.

Salzwedel hofft auf das Wunder

Der SV Eintracht Salzwedel darf zumindest noch minimal auf das Wunder hoffen. Die Mannen von Trainer Helge Kietzke, der selbst Zeuge der Partie im Liestener Waldstadion war, müssten allerdings alle drei verbleibenden Duelle gewinnen, Letzlingen hingegen zweimal leer ausgehen. Nur dann stünden am Ende die Salzwedeler auf Platz eins. Die Wahrscheinlichkeit, dass genau dies eintritt, ist allerdings sehr gering – auch wenn die Heide-Mannen am Sonnabend alles andere als meisterlich spielten.

Natürlich hätte das Höft-Team den Sack im Titelrennen schon gern in Liesten zugebunden, doch genau das wollte der heimische SVL natürlich unbedingt verhindern und trat von der ersten Minute an mit Herz und Leidenschaft auf. So konnten die Platzherren das Gros der Zweikämpfe für sich entscheiden und kombinierten sich immer wieder gut durch das Mittelfeld. Nach kurzer Abtastphase – Henning Schröder (2./drüber) gab dennoch früh den ersten Liestener Warnschuss ab – wurde die Piotrowski-Elf zusehends stärker.

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Besonders gut tat ihr natürlich der schnelle Doppelschlag in den Minuten 20 und 21. Zunächst köpfte Steven Beck nach maßgenauer Flanke von René Mangrapp ein, ehe Stephan Benecke von Schröder bedient wurde und vor Thomas Lübke eiskalt blieb. Schon in diesen beiden Szenen war zu erkennen, dass die Gäste ohne ihren Abwehrchef Andreas Schmidt nur selten Zugriff auf die gegnerische Offensive bekommen würden.

Liesten aus einem Guss

Das war auch in der Folge der Fall. Nachdem bereits Beck (29.) hätte erhöhen können, erledigte dies Mangrapp – er bekam das Leder von Letzlingens Marcel Grabau serviert – mit Hilfe des Innenpfostens (32.). Nachdem Lübke ein komplettes Letzlinger Desaster in Hälfte eins mit Paraden gegen Schröder (36.) und Benecke (37.) verhinderte, war er gegen den Kopfball von Matthias Wiese nach einem Mangrapp-Freistoß chancenlos (45.). Man musste es sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen: Der Spitzenreiter, der lediglich eine Möglichkeit durch Albrecht Bock (38.) verbuchte, lag beim Kabinengang mit 0:4 hinten.

Besserung für den FSV versprach auch der zweite Abschnitt nicht. Es kam sogar noch schlimmer, denn nachdem Benecke querlegte, schob Beck zum 5:0 (52.) ein. In der Folge lehnten sich die Gastgeber dann aber doch etwas mehr zurück, als es Coach Michael Piotrowski lieb war. Letzlingen kam somit zumindest etwas besser ins Spiel, verbuchte zunächst durch Stefan Saluck einen Latten- (58.) und in Person von Liestens Lucas Bresch, der ins eigene Tor traf, auch den Ehrentreffer (64.). Nach einem Kopfball von Torsten Kühnast sahen die Gäste die Kugel ein weiteres Mal hinter der Linie, doch laut Ansicht von Schiedsrichter Jan Reinecke wehrte Keeper Jonathan Gehrke das Leder vor selbiger ab (68.).

Besser machten es die Liestener, die nach einer guten Polen-Kombination noch das halbe Dutzend voll machten. Sebastian Kordus legte für Marcin Galkowski auf, der problemlos zum 6:1-Endstand (74.) vollendete. Der Jubel beim SV Liesten 22 kannte wie bei jedem weiteren Treffer keine Grenzen – auch Lokalrivale SV Eintracht Salzwedel freute es natürlich.

Statistik

SV Liesten 22: Gehrke - Wiese, Bresch, R. Mangrapp, Schröder, Galkowski, Müller (70. Bierstedt), He. Glameyer, Koneczek (65. Kordus), St. Benecke (83. Langer), Beck.

FSV Heide Letzlingen: Lübke - Märtens, Ölze (76. Lamprecht), Bock, T. Benecke (2. Ahlfeld), Wernecke (57. Petrov), Saluck, M. Schlamann, Grabau, Ehrecke, Kühnast.

Torfolge: 1:0 Steven Beck (20.), 2:0 Stephan Benecke (21.), 3:0 René Mangrapp (32.), 4:0 Matthias Wiese (45.), 5:0 Steven Beck (52.), 5:1 Lucas Bresch (64./Eigentor), 6:1 Marcin Galkowski (74.).

Schiedsrichter: Jan Reinecke.

Vorkommnisse: Keine.

Zuschauer: 150.