Brunau l Im Kreispokal-Heimspiel zwischen dem SV Brunau und dem SV Liesten setzte sich der Favorit aus der Landesklasse 1 erwartungsgemäß gegen den Aufsteiger in die 1. Altmark-West-Liga durch.

In einem recht einseitigen Spiel, in dem die Liestener jederzeit die Kontrolle über das Geschehen hatten, machten es die Brunauer dem Spitzenteam aus der Landesklasse 1 in der ersten Hälfte schwer, hochkarätige Chancen zu kreieren. Mit etwas Glück, gutem Stellungsspiel und Torwart Jahn Potas konnten die Brunauer den Favoriten phasenweise zur Verzweiflung bringen.

Doch die Gäste hatten auch Pech im Abschluss. Allen voran Angreifer Steffen Schmidt und Rechtsaußen Steven Beck wurden entweder von der Brunauer Viererkette ins Abseits gestellt oder zogen im Eins-gegen-Eins-Duell mit Keeper Potas den Kürzeren.

Eigentor bringt Gäste-Führung

Das Eigentor durch Konrad Schulz, der sich gegen die scharfe Hereingabe von Viktor Branimirov Mateev nicht wehren konnte und den Ball mit dem Schienbein ins Tor bugsierte, fiel bereits nach elf Minuten. Danach kontrollierte der SV Liesten das Spiel weiterhin, ohne zu glänzen. Wenn sich aber die Möglichkeit für den SVL bot, bis zur Grundlinie zu gelangen, wurde es brandgefährlich für den Underdog.

Steffen Schmidt (14.) per Kopf und Viktor Branimirov Mateev (21.), der nur eine Fußlänge zu spät am Ball vorbei rutschte, konnten die Führung nicht ausbauen. Auch der frei vor dem Tor auftauchende Stephan Benecke in Minute 35, nach einem gut getimten Chipball hinter die Abwehrkette von Mateev, scheiterte kurz vor der Halbzeit im Eins-gegen-Eins gegen Jahn Potas, der Benecke beim Herauslaufen noch entscheidend irritieren konnte und maßgeblich dafür sorgte, dass es nur 0:1 stand. Zu oft versagten die Nerven bei den favorisierten Liestenern. Und so ging das Spiel mit einer unerwartet knappen Führung für den SVL in die Pause.

Der SV Brunau hatte bis dato offensiv wenig zu melden. Nur bei Standards war der SVB gefährlich, als Niclas Gröning aus 16 Metern von halbrechts den Winkel anvisierte. Doch Marc Pätzold bestand die Prüfung mit Gütesiegel und ließ nichts Anbrennen.

Liesten sucht die Entscheidung

Die zweite Hälfte begann wie die erste. Liesten drückte aufs Gaspedal, sorgte mit dem Auslassen von Großchancen dafür, dass Trainer Michael Piotrowski sich nicht zurücklehnen konnte. So schlug Steffen Schmidt (50.) aus zwei Metern über den Ball und konnte das leer stehende Gehäuse nicht treffen. Im Nachschuss rettete Konrad Schulz für den bereits geschlagenen Keeper Potas auf der Linie.

Nur eine Minute später war es aber endlich soweit. Steven Beck und Linksaußen Nils Potas kreuzten die Laufwege. Dabei setzt Beck zum Schuss an und kollidierte mit Potas. Schiedsrichter Norman Schütze entschied auf Elfmeter. Die schwierig zu bewertende Szene schrie förmlich nach einem Videobeweis, der im Kreispokal zum Leidwesen aller Beobachter nicht zur Verfügung stand. Den fälligen Elfmeter verwandelte Viktor Mateev souverän.

Steven Beck, der sich bei der Szene, die zum Foulelfmeter führte, am Sprunggelenk verletzte, musste ausgewechselt werden. Das Tor hatte damit für beide Kontrahenten einen bitteren Beigeschmack. Dennoch lief die Tor-Maschinerie auch ohne den Leistungsträger auf dem rechten Flügel weiter.

Das 0:3 erzielte der bis dato glücklose Steffen Schmidt per Abstauber nach toller Vorarbeit von Sebastian Kordus über die rechte Seite.

Das 0:4 fiel nach dem selben Strickmuster. Die gut funktionierende Abseitsfalle des Gastgebers funktionierte nicht mehr. Kraft und Konzentration ließen beim SVB nach, so dass sich folgerichtig Marcin Galkowski noch in die Torschützenliste eintragen durfte.

Schmidt setzt den Schlusspunkt

Steffen Schmidt setzte den Schlusspunkt (87.) in einem Spiel, das nach der spannenden ersten Halbzeit, am Ende ein standesgemäßes Ergebnis lieferte und keinerlei Pokalwunder zuließ.

„Wir wollten uns so lange wie möglich über Wasser halten. Das ist uns gerade in der ersten Halbzeit gut gelungen. Wir wollten den Laden so lange wie möglich zusammen halten. Doch am Ende merkte man den Klassenunterschied. Mit der Schnelligkeit der Gäste hatten wir unsere Probleme. Dennoch bin ich zufrieden gewesen mit der Einstellung auf dem Platz“, lobte Brunaus Trainer Sven Potas sein Team.

„Wir haben uns gegen einen schwierigen Gegner lange Zeit schwer getan. Wir hätten in der ersten Halbzeit mehr Tore erzielen müssen. In der zweiten Halbzeit haben wir das besser umgesetzt und sind geduldig geblieben. Der Sieg war alles in allem verdient“, schätzte Liesten Trainer Michael Piotrowski die Begegnung ein.

Statistik

SV Brunau: J. Potas – Cyris, Beindorf, Schulz, Preuhs, Gröning, N.Potas (78., Schackert), Maluck (67., Subke), Kulessa, Rogge, Wilk;

SV Liesten: Pätzold – Galkowski, Müller, Bresch, Steckmann (68., Koneczek), Beck (57., Kijewski),Benecke, V. Mateev, F. Mateev, Kordus (71., Glameyer), Schmidt;

Schiedsrichter: Norman Schütze;

Tore: 0:1 Schulz (11. ET), 0:2 V. Mateev (55./Strafstoß), 0:3 Schmidt (63.), 0:4 Galkowski (68.), 0:5 Schmidt (87.).