Salzwedel l Und in vielen Vereinen läuft bereits die Planung für die kommende Spielzeit an. Doch bevor wir den Blick nach vorne richten, wollen wir noch einmal genauer auf die vergangene Saison blicken. Für den TSV Kusey war die letzte Saison eine ganz besondere Spielzeit. Die Mannschaft von Klaus Steckhahn konnte sich nämlich im Kopf-an-Kopf-Rennen gegen den SSV 80 Gardelegen II durchsetzen und somit das 100-jährige Bestehen des TSV Kusey mit dem Kreismeistertitel feiern.

Chüden geht freiwillig in die Kreisliga

Den Weg in die Fußball-Landesklasse werden die Kuseyer allerdings nicht antreten. Durch den Verzicht der Blau-Weißen, rückt nämlich die Landesliga-Reserve des SSV 80 Gardelegen nach. Während die Freude in Kusey und Gardelegen also sehr überschwänglich gewesen sein dürfte, so groß ist wohl doch die Trauer bei den beiden Aufsteigern aus Wenze und Chüden gewesen. Der SV Rot-Weiß Wenze wurde mit 18 Punkten abgeschlagen Letzter und steigt somit auch irgendwo verdient ab. Etwas anders ist die Situation beim SV Eintracht Chüden. Weil sich bei den Rand-Salzwedelern frühzeitig ein großer personeller Aderlass im Sommer abzeichnete, entschloss sich die sportliche Führung um Orlando Konietzny freiwillig in die Kreisliga zu gehen, obwohl man sportlich den Klassenerhalt gepackt hätte. Laut der Tabelle wäre sonst nämlich eigentlich der Diesdorfer SV als Vorletzter abgestiegen.

An der Spitze kristallisierte sich ab dem zehnten Spieltag ein Zweikampf zwischen dem TSV Kusey und dem SSV 80 Gardelegen II heraus. Nachdem die 80er zunächst etwas besser in die Saison starteten, brauchte der TSV ein paar Wochen um den Schwung aufzunehmen. Doch spätestens seit dem 7:5-Heimerfolg über die SSV-Reserve aus Gardelegen und der ersten Tabellenführung in dieser Spielzeit, war die Steckhahn-Elf so richtig „on fire“. In den folgenden Wochen zogen diese beiden Mannschaften einsam an der Spitze ihre Kreise und behaupteten diesen Vorsprung zum Rest des Feldes auch bis zum Schluss. Die vermeintliche Entscheidung in dieser Saison fiel am 26. Mai 2019.

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Kusey duelliert mit SSV um die Meisterschaft

Auf der Gardelegener Rieselwiese kam es nämlich zum Rückspiel dieser beiden Top-Mannschaften. Hätten die Platzherren diese Partie gewonnen, wäre man auf dem ersten Platz zurückgekehrt. Selbst mit einem Remis hätte der Rückstand nur zwei Punkte betragen, doch es kam anders. Der TSV Kusey setzte sich erneut durch und vergrößerte den Vorsprung auf den Tabellenzweiten auf fünf Zähler. Diesen Vorsprung bauten die Blau-Weißen am Ende noch auf acht Zähler aus. Trotz des großen Rückstandes zum Schluss, spielte auch die Gardelegener SSV-Reserve eine überragende Runde. Für den Trainer Oliver Pabst, welcher die Mannschaft in der kommenden Spielzeit nicht mehr trainieren wird, war es durch den Aufstieg sicherlich ein gelungener Abschluss.

Dritter wurde am Ende der SV Heide Jävenitz. Der Landesklasse-Absteiger hatte zu Saisonbeginn so manche Probleme und feierte erst am vierten Spieltag den ersten Saisonsieg. Mit dem 4:2-Auswärtserfolg beim SV Eintracht Salzwedel II wendete sich allerdings das Blatt. Die Heide-Kicker steigerten sich in der Folge enorm und setzten sich ab dem zwölften Spieltag im Verfolgerfeld fest. In der Folge duellierten sich die Jävenitzer mit dem FSV Eiche Mieste und dem Kuhfelder SV um den Bronzerang und gingen dabei am Ende als Sieger hervor.

Mieste und Kuhfelde überzeugen

Der FSV Eiche Mieste und der Kuhfelder SV spielten ebenfalls eine sehr ordentliche Saison. Während sich die Eichen stets auf die Tore von Felix Pitzner verlassen konnten, stimmte beim KSV vor allem das Kollektiv. Die Kuhfelder spielten zu Saisonbeginn eine richtig gute Rolle und konnten bis in die Rückrunde hinein mit dem Spitzenduo mithalten. Je wärmer es jedoch wieder wurde, desto mehr merkte man der Elf von Günther Serien an, dass die Luft raus war. Am Ende kamen die Kuhfelder zwar noch auf 48 Punkte, was aber nur für den fünften Platz reichte. Bei der Mannschaft von Danny Kausche sah das allerdings etwas anders aus. Vor allem über die Wintermonate drohte der FSV sogar ins Mittelfeld der Liga abzurutschen, fing sich aber wieder. Am Ende wurde Mieste die drittbeste Rückrundenmannschaft und kletterte deshalb noch auf den vierten Rang.

Schwalben mit erfolgreicher Rückrunde

Den sechsten Platz des SV Schwalbe Schwiesau kann man indes gar nicht hoch genug einschätzen. Der Grund hierfür ist recht einfach. Vom zwölften bis zum 18. Spieltag fanden sich die Schwalben auf dem letzten Platz wieder. Phasenweise betrug der Rückstand auf den SV Rot-Weiß Wenze, der am Ende als Letzter abstieg, sieben Punkte. Mit dem Jahreswechsel zeigten die Schwalben aber wieder ein anderes Gesicht. Mehr noch: Schwiesau spielte plötzlich auf dem Niveau der Spitzenteams dieser Liga und wurde schließlich völlig überraschend das zweitbeste Teams der Rückrunde.

Die Saison des SV Rot-Blau Sanne lässt sich mit dem Wort „solide“ super zusammenfassen. Sanne spielte eine komplett unaufgeregte Saison, hatte nie etwas mit dem Abstieg zu tun und konnte hin und wieder einen Hochkaräter dieser Liga ärgern. Somit ist der siebente Platz am Ende auch absolut verdient.

Eine ähnliche Saison hätte sicher auch gerne der SV 51 Langenapel gespielt. Nach dem Umbruch im Sommer spielte die Mannschaft von Mario Seidel in der ersten Saisonhälfte noch sehr ordentlich. Mit 21 Punkten fanden sich die 51er zum Jahreswechsel auf Position fünf wieder, womit sicher alle Beteiligten zufrieden waren. Nach der Winterpause rutschte der SVL aber immer weiter ab und musste lange auf den ersten Sieg im neuen Jahr warten. Dass Langenapel am Ende nicht mehr nach ganz unten hineinrutschte, hatte zwei Gründe. Zum einen der freiwillige Rückzug von Chüden und zum anderen der Einsatz der konsequente Einsatz aller verfügbaren Stammkräfte.

Saison hat auch Verlierer

Die Leistungen der SG Eintracht Mechau, des SV Eintracht Salzwedel II, des VfB 07 Klötze, des FC Jübar/Bornsen und des Diesdorfer SV kann man sehr gut zusammenfassen. Alle fünf Teams spielten in dieser Saison sicherlich weit unter ihren Möglichkeiten. Die Gründe hierfür sind sicher vielfältig: fehlende Konstanz, fehlende Kondition, personelle Probleme, das fehlende Spielglück, mangelnde Qualität in gewissen Mannschaftsbereichen oder die Einstellung. Sollten diese Teams es nicht schaffen etwas zu verändern, wird die kommende Saison ähnlich verlaufen. Nur vielleicht werden die Beteiligten dieses Mal nicht so glimpflich davonkommen.

Der SV Eintracht Chüden und der SV Rot-Weiß Wenze hatten als Aufsteiger einen richtig schweren Stand. Vom ersten Spieltag an fanden sich beide Mannschaften zumeist im Mittelfeld oder in der unteren Tabellenregion wieder. Allerdings zeigte die Formkurve bei Wenze ab dem 14. Spieltag komplett nach unten. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Rot-Weißen bereits 16 Punkte auf dem Konto und fanden sich auf dem achten Platz wieder.

Chüden steigert sich

Doch während die Talfahrt in Wenze auch noch dem Jahreswechsel weiterging, konnte Chüden den Abwärtstrend, der seit dem zehnten Spieltag anhielt, stoppen. Die Eintracht konnte sich im Winter gut verstärken, was sich in den ersten Spielen des neuen Jahres auch auf dem Platz auswirkte. Doch schon bevor die Saison beendet war, sickerte durch, dass Chüden - unabhängig vom Tabellenstand - freiwillig in die Kreisliga zurückkehren wird. Doch auch davon ließen sich die Rand-Salzwedeler nicht mehr aus der Ruhe bringen und bewiesen am Ende, dass man zumindest sportlich den Klassenerhalt geschafft hätte.

Am Ende geht eine insgesamt unaufgeregte Saison zu Ende. Auf alle Fälle machte diese Spielzeit einmal mehr deutlich, dass das Niveau derzeit immer weiter absinkt. Anders kann man es jedenfalls nicht erklären, dass im Prinzip die halbe Liga um den Klassenerhalt kämpfen musste und sich schlussendlich nur zwei Mannschaften ernsthaft um den Staffelsieg duellierten.