Salzwedel l Einige richtungsweisende Begegnungen – das betrifft sowohl den Titel- als auch den Abstiegskampf – hat der 17. Spieltag in der Fußball-Landesklasse, Staffel I, zu bieten. Dieser geht am Sonnabend über die Bühne.

Weiterhin souverän an der Tabellenspitze thront der FSV Heide Letzlingen, der mit einem weiteren Erfolg morgen ab 15 Uhr gegen den SV Rot-Weiß Arneburg den Vorsprung sogar noch ausbauen könnte. Schließlich treffen seine ärgsten beiden Verfolger, Möringer SV und SV Eintracht Salzwedel, direkt aufeinander. Wichtige, aber durchaus lösbare Heimaufgaben haben indes der SV Liesten 22 (SV Grieben), MTV Beetzendorf (SV Germania Tangerhütte) und SV Grün-Weiß Potzehne (Kreveser SV) vor der Brust.

Heide Letzlingen - Rot-Weiß Arneburg

Die schwere Auswärtshürde Wahrburg wurde mit einem 2:1-Erfolg überwunden. Klar, dass das Selbstvertrauen beim Spitzenreiter aus Letzlingen damit noch einmal gestiegen ist. „Wir sind der Tabellenführer, und genauso müssen wir auch auftreten. Das ist uns in der letztwöchigen zweiten Halbzeit gut gelungen. Wir haben den Gegner spielerisch unter Druck gesetzt“, erklärt Heide-Trainer Dirksen Höft. Dennoch sieht er noch immer Luft nach oben, wenn er auf die Hinrunde seiner Elf zurückblickt: „Wir sind zwar noch immer nicht ganz da, wo wir hinwollen, doch wir arbeiten daran und die Rädchen greifen allmählich auch wieder ineinander.“

Spätestens zum Kreispokal-Halbfinalduell am Osterwochenende gegen Salzwedel möchte Höft seine Mannen wieder auf einhundert Prozent gebracht haben. Doch auch gegen die auf Rang sechs liegenden Rot-Weißen aus Arneburg, die zuletzt zwei Wochen in Folge aufgrund von Spielabsagen („So kann man sie nur schwer einschätzen“) pausieren mussten, wird eine konzentrierte Leistung von der ersten bis zur letzten Minute nötig sein. „Wir wollen dieses Spiel gewinnen“, macht der Letzlinger Coach, der lediglich auf den langzeitverletzten Marcel Grabau verzichten muss, deutlich. In diesem Fall würde der Primus sein Polster auf die ärgsten Verfolger bei mindestens vier Punkten halten. Mut dürfte das Hinspiel machen, das mit 3:1 siegreich gestaltet wurde und durchaus ein Maßstab sein könnte.

SV Liesten - SV Grieben

Einzig die Ergebnisse stimmen momentan einfach nicht in Liesten. Die spielerischen Leistungen sind ansprechend, diesbezüglich kann auch Trainer Michael Piotrowski seine Schützlinge nicht kritisieren. Doch wer eben die Tore nicht erzielt und hinten immer mal wieder einen Bock schießt, geht am Ende leer aus. Diese Erfahrung machte der SVL erst wieder vor sechs Tagen in Tangerhütte (0:1). „Die Ergebnisse spiegeln momentan nicht unsere durchaus ordentlichen Leistungen wider“, ärgert sich Piotrowski. Die Westaltmärker belohnen sich nämlich nicht: „Wir müssen einfach mal das Tor treffen und diesen einen entscheidenden Fehler vermeiden.“

Mit dem Tabellenletzten aus Grieben werden die Liestener erneut auf einen tief stehenden Gegner treffen. Ein frühes Tor wie im Hinspiel (4:0) wäre daher für Bresch & Co. hilfreich. Gelingt selbiges allerdings nicht, könnte es für die SVL-Mannen erneut ein schwieriges Unterfangen werden, zumal mit dem gesperrten Henning Schröder, dem privat verhinderten Markus Krotki, dem verletzten Steffen Schmidt sowie womöglich auch dem angeschlagenen René Mangrapp wichtige Akteure fehlen. „Momentan kommt einfach alles zusammen – Pech, Unvermögen, zudem fehlt oft einfach die letzte Konsequenz“, erklärt Liestens Coach. Das soll und muss morgen gegen den abgeschlagenen Rangletzten besser werden, um in die Erfolgsspur zurückzukehren.

MTV 1880 Beetzendorf - SV Germania Tangerhütt

Nachdem sich die Beetzendorfer in der Hinrunde eigentlich ein ordentliches Polster auf die Abstiegszone erarbeitet hatten, ist die Lage nach zwei Niederlagen in den ersten beiden Partien dieses Jahres wieder etwas brenzliger geworden. „Mittlerweile stehen wir schon in der Bringschuld. Das Spiel gegen Tangerhütte ist sehr wichtig, wir brauchen dort eigentlich einen Sieg“, erklärt MTV-Trainer Michael Banse im Vorfeld. Zuletzt hatte er mit großen personellen Problemen zu kämpfen, musste in der Vorwoche in Krevese (3:5) gleich sechs Akteure aus der zweiten Mannschaft aufbieten. „Ich kann keinem Spieler einen Vorwurf machen, dass er nicht alles aus sich herausgeholt hat“, blickt Banse zurück.

Doch auch ein toller Kampf bringt unter dem Strich wenig, wenn am Ende keine Punkte herausspringen. Gegen Tangerhütte, das nur einen Platz und Punkt besser als der MTV dasteht, muss die Wende her. „Ich denke, es wird ein Duell auf Augenhöhe, in dem für uns alles möglich sein sollte“, so Beetzendorfs Coach. Zwar fehlen Marcus Wotapek, Markus Thiel, Niels Stehr, Hannes Glaue, Sebastian Spychalski sowie womöglich auch noch Daniel Stehr und Gordon Bock, doch dafür kehren Sebastian Eder und Michael Peters in den Kader zurück. Ausreden personeller Natur zählen jetzt also nicht mehr. Schiedsrichter: Jonas Böttger

GW Potzehne - Kreveser SV

Ganz gelegen kam den Grün-Weißen die Pause in der Vorwoche – die Partie in Arneburg fiel witterungsbedingt aus – eher nicht. „Ich denke schon, dass es immer besser ist, im Rhythmus zu bleiben“, äußert sich Potzehnes Neutrainer Michael Friedrichs dazu. Andererseits geht das Kellerkind nun erholt in das wichtige Heimspiel gegen den Rangachten aus Krevese. „Es wäre schon gut, wenn wir punkten könnten. Um nicht abzusteigen, müssen wir auch mal gegen Mannschaften von oben etwas holen. Ansonsten wird es sicherlich nicht reichen“, so Friedrichs, der – um auf Nummer sicher zu gehen – am Saisonende schon um die 25 Zähler anstrebt.

Der Übungsleiter der Grün-Weißen stellt sich morgen auf ein Kampfspiel ein. „Krevese ist eine Mannschaft, die mit viel Leidenschaft spielt und gern kontert. Wir müssen hinten ebenfalls sicher stehen, aber auch mutig nach vorne spielen“, verrät Michael Friedrichs. Zwar sind die Ausfälle von Ingo Wiegmann und Niclas Bartsch – dazu sind auch die Einsätze von Philipp Siebert und Marcus Grieger noch fraglich – bitter, doch mit mannschaftlicher Geschlossenheit wollen die Grün-Weißen diese kompensieren und nach Möglichkeit mindestens einen Punkt einfahren.

Möringer SV - Eintracht Salzwedel

Die Eintracht möchte ganz oben dranbleiben. Nicht umsonst spricht Salzwedels Trainer Helge Kietzke in Möringen von einer „richtungsweisenden“ Partie. Die Möringer belegen schließlich momentan den zweiten Rang. Genau diese Platzierung hatte nach der Hinrunde noch die Eintracht inne. Mittlerweile liegt sie aber vier Zähler hinter dem MSV. Bei einer Niederlage wären es sogar deren sieben, doch davon will Kietzke im Vorfeld nichts wissen: „Möringen hat in der Rückrunde bisher nur gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte gespielt. Man muss abwarten, ob sie dieses Niveau auch gegen direkte Mitkonkurrenten halten können.

Ich denke, dass vieles von der Tagesform abhängt.“ Salzwedels Coach konnte in der Vorwoche gegen Osterburg (6:3) speziell mit dem Auftritt in der ersten Hälfte sehr zufrieden sein. „Das war so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Wir haben unsere Chancen genutzt und ein gutes Pressing gespielt“, blickt Helge Kietzke zurück. Das änderte sich allerdings nach dem Seitenwechsel, als den Kreisstädtern die Effizienz und auch die spielerische Linie etwas verloren gingen. „Fehler wie dort dürfen wir uns morgen gegen diese qualitativ hochwertige Offensive nicht erlauben.

Vorne haben wir uns klar verbessert, doch defensiv müssen wir wieder stabiler werden“, erklärt Kietzke, der diesmal nicht auf die im Urlaub befindlichen Hannes Pietscher und Jan Plewe, die privat verhinderten Hannes Schreiber und Joey Krüger sowie den verletzten Sebastian Heuer bauen kann. Auch ohne dieses Quintett wollen es die Salzwedeler besser als im mit 0:1 verlorenen Hinspiel („Da wurden wir überlaufen und konnten uns am Ende bei Torhüter Dennis Röhl, der Schlimmeres verhinderte, bedanken“) machen. Dann ist zumindest Platz zwei weiter in Sichtweite.