Klötze l  Sowohl der gastgebende VfB 07 Klötze als auch Kontrahent SV Eintracht Salzwedel schweben noch immer in Abstiegsgefahr.

Etwas aufatmen dürfen nach dem 5:4 (3:1) am Sonnabend im Westaltmarkderby nun aber die Salzwedeler, denn mit nunmehr 13 Zählern verließen die Schützlinge von Trainer Gordon Krause die Abstiegsränge.

VfB Klötze weiterhin in Abstiegsgefahr

Etwas anders sieht es beim VfB aus, der nach der elften Niederlage im 13. Spiel bei vier Zählern und damit an drittletzter Stelle stehen bleibt und demnächst auch noch auf die Dienste des derzeit formstarken Luis Gjuci, den es aus privaten Gründen nach Salzgitter zieht, verzichten muss. Das macht die Sache für die Elf von Coach Matthias Krüger („Wir wussten von Beginn an, dass es schwer wird“) keineswegs einfacher.

Ihren Sieg mussten die Kreisstädter teuer bezahlen. Bei seinem Treffer zum 4:2 wurde Lucas Müller vom gegnerischen Schlussmann Felix Reek unglücklich am Knöchel getroffen und musste ausgewechselt werden. „Durch seinen Ausfall ist uns im Mittelfeld die Ordnung ein wenig verloren gegangen“, gestand Coach Krause, der seinen Schützling nach der Begegnung noch zur Untersuchung ins Krankenhaus begleitete.

Aufsetzer sorgt für die Führung

Vom Anpfiff weg entwickelte sich das erwartet spannende Derby zwischen zwei Teams, denen offensichtlich auch bewusst war, worum es ging. In den ersten 20 Minuten lösten es die Gäste aus Salzwedel, auch wenn das „Kampfspiel“ (Krause) insgesamt auf Augenhöhe verlief, cleverer. Im Vergleich zum Gegner wussten sie ihre Tormöglichkeiten zu nutzen. Ausgerechnet der sonst solide VfB-Keeper Felix Reek ermöglichte der Eintracht den Führungstreffer mit seinem Lapsus. Ein eigentlich harmloser Versuch von Tom Kmieciak setzte kurz vor Reek noch einmal leicht auf und landete schließlich im Kasten – 0:1 (13.). „Da habe ich schon weggeschaut und mich gewundert, warum alle jubeln“, verriet VfB-Trainer Krüger im Nachgang.

In der Folge parierte Reek gegen Said Ahmad Aziz und Lucas Müller zwar zweimal gut, dennoch musste er im Verlaufe der ersten 35 Minuten noch zweimal hinter sich greifen. Zunächst traf Yannick Peter Kagels mit einem Sonntagsschuss (17.), ehe Aziz nach guter Einzelleistung auch noch zum 3:0 (27.) nachlegte.

Alles lief – zumindest vom Ergebnis her – für die Eintracht. Doch der VfB hätte selbst auch durchaus dreimal treffen können. Zweimal konnte Maris Maihack allerdings seinen Freiraum nicht nutzen, während auch Conner Schäfer und ein weiteres Mal Maihack scheiterten. Erst Jannik Banse brach nach einer halben Stunde den Bann und markierte den ersten Klötzer Treffer zum 1:3. Mit diesem Spielstand bat Schiedsrichter Reno Pohl die beiden Teams dann auch zum Pausentee.

Spiel mit offenem Visier in Hälfte zwei

Gerade nach dem Treffer von Banse glaubten die Platzherren wieder an sich und erarbeiteten sich nach Wiederbeginn etwas mehr Spielanteile. Scheinbar hatte Klötzes Coach Krüger seiner Mannschaft auch ein wenig Zielwasser in den Pausentee geträufelt. Auf einmal klappte es nämlich mit dem Verwerten der Möglichkeiten. Maihack (40., 52.) und Banse (48.) trafen in nur etwas mehr als einer Viertelstunde gleich dreimal für die Mannen von der Purnitz. Dumm nur für das Krüger-Team, dass die Salzwedeler in Person von Müller (45.) und Aziz (50.) zwischenzeitlich immer wieder auf zwei Treffer ausbauten.

Nach dem 4:5 durch Maihack blieben den Platzherren noch gut 20 Minuten Zeit, um zumindest noch den Ausgleich zu erzielen. Der VfB setzte alles auf eine Karte, es blieb insgesamt aber ein offener Schlagabtausch. Eine eher verunglückte Ecke von Cameron Strauß von der rechten Seite, hereingebracht mit dem linken Fuß, drehte sich zur Überraschung von SVE-Torhüter Felix Fehse gegen das Lattenkreuz. Die weiteren Gefahrenmomente überstanden die Salzwedeler schadlos und nahmen daher die drei enorm wichtigen Punkte mit auf die Heimreise. Allerdings war doch zu merken, dass die schwere Verletzung von Lucas Müller die Freude auf Seiten der Eintracht etwas trübte.

Auch im VfB-Lager war natürlich niemandem zum Lachen zumute, zumal nach dem zunächst klaren Rückstand am Ende doch deutlich mehr möglich war. „Wir haben drei ganz dumme Gegentore kassiert, was einfach bitter ist. Von den Spielanteilen her müssen wir das Spiel eigentlich gewinnen“, resümierte ein enttäuschter Matthias Krüger. Der Auftritt zeigte aber auch, dass sich der VfB 07 Klötze im Abstiegskampf noch lange nicht aufgegeben hat.

Statistik

VfB 07 Klötze: Reek - Banse, Lenz, Didion, Wendt, Sharifi, Schäfer, Strauß, Sticherling, Maihack, Gjuci (J. Ast, Gayko, Meier).

SV Eintracht Salzwedel 09: F. Fehse - Gille, Aziz, Riethmüller, Kmieciak, Krause, Kummert, H. Fehse, Müller, Kagels, Mahlke (Linke, Kupke).

Torfolge: 0:1 Tom Kmieciak (13.), 0:2 Yannick Peter Kagels (17.), 0:3 Said Ahmad Aziz (27.), 1:3 Jannik Banse (30.), 2:3 Maris Maihack (40.), 2:4 Lucas Müller (45.), 3:4 Jannik Banse (48.), 3:5 Said Ahmad Aziz (50.), 4:5 Maris Maihack (52.).

Schiedsrichter: Reno Pohl.

Vorkommnisse: Keine.