Salzwedel l Bis dahin steht der Torwart aus Brewitz für die SVE-D-Jugend in der Talenteliga zwischen den Pfosten.

Während die meisten Jungs in seinem Alter auf dem Fußballplatz möglichst viele Tore schießen wollen, hat der elfjährige Armin Bock das Ziel, dies zu verhindern. Das gelingt dem Nachwuchskeeper so gut, dass er auf dem Radar der Talentsucher des 1. FC Magdeburg und des Halleschen FC auftauchte.

Karriere startet mit fünf Jahren

Im Alter von fünf Jahren brachten die Eltern den Jungen aus Brewitz, einem Ortsteil der Hansestadt Salzwedel, erstmals zur G-Jugend von Trainer Gerd Weißbach beim SV Eintracht Salzwedel. „Wir brauchten drei Anläufe, bis Armin wirklich vom Fußball überzeugt war. Anfangs war er etwas schüchtern. Doch mit sechs Jahren war er dann richtig dabei“, erinnert sich Armins Mutter Mandy Bock.

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Recht früh erkannte sein damaliger und noch heutiger Trainer Jürgen Brandt, der das Talent seit der F-Jugend trainierte, dass Armin am besten im Tor aufgehoben ist. Anfangs wechselte der Einsatzort des Brewitzers noch zwischen Tor und Feld, doch seit seinem achten Lebensjahr, steht der Nachwuchskicker nur noch im Kasten.

Bock beweist sich im älteren Jahrgang

Aktuell spielt Armin Bock in der 1. D-Jugend des SV Eintracht Salzwedel, die in der Talenteliga antritt. Dort trifft das Team von Jürgen Brandt und Co-Trainer Mario Förster auf namhafte Gegner wie den 1. FC Magdeburg, den Halleschen FC, Germania Halberstadt und Lok Stendal. Mit elf Jahren zählt der Altmärker in der Liga zu den jüngeren Spielern. In der vergangenen Saison spielte Bock noch in der E-Jugend und holte dort mit seinen Mannschaftskameraden den Kreismeistertitel. Zu der Zeit hütete er aber bereits bei Bedarf den Kasten der D-Jugend-Talente des SV Eintracht.

In der laufenden Saison rückte der Brewitzer in den Fokus der Nachwuchstrainer des FC Magdeburg und des Halleschen FC. Als erste boten ihm die Magdeburger einen Platz in ihrer Mannschaft und im Internat an. Die Offerte aus Halle lehnte der Elfjährige ab, weil dort die Schule und der Sportplatz so weit auseinander liegen. Anders ist die Situation in Magdeburg. Der Elfjährige schaute sich das Internat an und entschied sich für den Wechsel zum nächsten Schuljahr. „Wir haben Armin die Entscheidung selbst überlassen. Er muss in Magdeburg schon ziemlich viel Verantwortung übernehmen. Wir vertrauen ihm aber, dass er sich von seiner besten Seite zeigt. Und wenn er meint, dass die Sportschule nicht mehr das Richtige für ihn ist, steht ihm die Tür zu Hause jederzeit offen“, erklärt Mandy Bock.

Bock spielt Saison bei Eintracht zu Ende

Bis zum Ende des laufenden Schuljahres besucht Armin Bock die Comenius-Ganztagsschule in Salzwedel. Heißt: Unterricht bis zum frühen Nachmittag, Hausaufgaben machen, Freizeit. Das wird in Magdeburg anders laufen. Vom Internat gehts zum Frühstück, dann steht ein Unterrichtsblock (zweimal 45 Minuten) auf dem Plan, im Anschluss steht Training oder Schulsport auf dem Programm, es folgen eine Zwischenmahlzeit, Unterrichtsblock, Mittagessen, Unterrichtsblock, Fußballtraining und Abendessen. Im Internat betreuen Erzieher die Nachwuchssportler und achten darauf, dass die Kinder in Armins Alter ab 20 Uhr auf ihren Zimmern sind und dass ab 20.30 Uhr Ruhe ist. In Armins eigener Verantwortung liegt beispielsweise, dass er seine Hausaufgaben erledigt.

Gastspielgenehmigung für den FCM

Für den Altmärker wäre sofort ein Wechsel nach Magdeburg möglich gewesen. Aber er hat sich dafür entschieden, die Saison beim SV Eintracht Salzwedel zu Ende zu spielen, da er der einzige Torwart des Teams ist. Er besitzt aber eine Gastspielgenehmigung für den 1. FC Magdeburg. Dort kommt er zum Einsatz, wenn der SVE kein Spiel hat.

Am 15. Dezember hütete Armin Bock erstmals das Tor der U12 des FCM beim 3. Ines Vest Gedenkturnier in Ilsenburg. Am 11. Januar steht für ihn der nächste Einsatz in blau-weiß im Kalender. Dann geht es zu einem weiteren Hallenturnier nach Sondershausen. Der erste Einsatz mit seinem Teamkollegen bewertet Armin Bock positiv: „Ich hatte gleich guten Kontakt zu den Leuten.“

Zukunft in der U13 des FCM

In der verbleibenden Saison kommt der Brewitzer beim FCM, wenn er nicht für Salzwedel spielt, in der U12 zum Einsatz. Ab der kommenden Spielzeit geht es für ihn in der U13 ran. Er ist der einzige Torhüter, der in der aktuellen Sichtungsrunde an die Sportschule geholt wurde. Mit 1,55 Meter ist der Schüler nicht klein, aber auch nicht besonders groß. „Uns wurde in Magdeburg gesagt, dass die Körpergroße nicht mehr den Stellenwert hat wie früher. Stattdessen spielt eher eine Rolle, wie der Torwart mitspielt“, erzählt Mandy Bock.

Neben der größeren sportlichen Herausforderung und dem Umzug nach Magdeburg wartet auf Armin Bock bald eine weitere Herausforderung. Kommende Saison hütet er noch das 5x2 Meter große Jugendtor. Ab der C-Jugend steht der Keeper im großen Kasten, der 7,32x2,44 Meter groß ist. Davor ist dem Schüler aber nicht bange. Er kickt bereits regelmäßig auf die großen Tore, auch wenn es noch nicht bei Pflichtspielen ist.

Fußball war in Armins Familien schon immer Thema. Opa Eckhardt Bock spielte in Saalfeld. Vater Steffen Bock kickte ebenfalls ein Jahr bei der SGS und wechselte dann nach Kuhfelde. Mandy Bock war ebenfalls sportlich beim KSV unterwegs und spielte dort Handball. Allerdings ist das, was Armin nun gelungenen ist, schon eine ganz Ecke mehr, als das, was die Bocks bisher auf das Feld gebracht haben.

Der elfjährige Hansestädter wurde in der aktuellen Sichtungsrunde des FCM als einziger Torwart seiner Altersklasse ausgewählt. Er ist auch der einzige Spieler seines Alters, der aus dem Altmarkkreis Salzwedel an die Sportschule wechselt. Es haben zwar weitere Sportler vorgespielt, aber diese wurden nicht genommen oder haben sich gegen den Wechsel entschieden.

Dennoch ist der Elfjährige nicht der einzige ehemalige SVE-Kicker auf der Sportschule. Der 13-jährige Salzwedeler Ian Scheffler kickt seit diesem Sommer für die U15 des FCM. Der Salzwedeler spielte zuvor ein Jahr lang für den HFC.