Salzwedel l Schließlich reiste die Mannschaft von Michael Piotrowski als Tabellenführer der Fußball-Landesklasse, Staffel I, in die Kreisstadt. Am Ende kamen die zahlreich erschienenen Zuschauer bei herrlichsten Sommertemperaturen nicht auf ihre Kosten und sahen ein schwaches 0:0-Remis. Beide Mannschaften neutralisierten sich während der gesamten 90 Minuten, leisteten sich viele technische Fehler und geizten mit Torraumszenen. Während die 22er nach der Punkteteilung auf den zweiten Rang abrutschen, tritt die Eintracht auf Position sieben auf der Stelle.

Defensive als Trumpf

Sowohl die gastgebende Mannschaft von Burghardt Schulze als auch der SV Liesten 22 waren vom Anpfiff weg auf eine stabile Defensivordnung bedacht, so dass sich in der Anfangsphase viel zwischen den beiden Strafräumen abspielte. Der SVL verbuchte in der zehnten Minute den ersten Torschuss, doch Stephan Benecke verfehlte mit seinem Distanzschuss relativ deutlich. Fünf Zeigerumdrehungen später wurden auch die 09er erstmals gefährlich.

Nach Vorlage von Sebastian Heuer erwischte Marcel Peters den Ball nicht voll und bekam aus der Drehung folglich nicht genug Druck hinter das Leder. In der Folge schien es so, als würde der Tabellenführer das Kommando übernehmen. Ab Mitte des ersten Abschnitts luden die Jeetzestädter den Gast durch viele Verunsicherungen und unglückliche Situationen zum Toreschießen ein, überstanden diese Phase aber schadlos. Bis zum Seitenwechsel wurde es eigentlich nur noch einmal spannend. Niels Bierstedt versuchte es in der gegnerischen Box mit einem Fallrückzieher in Klaus-Fischer-Manier, doch SVE-Schlussmann Dennis Röhl musste nicht eingreifen (38./vorbei).

Aluminium-Pech für den Gastgeber

Die zweiten 45 Minuten begannen mit durchaus hohem Tempo. Erst scheiterte Liestens Torjäger Bierstedt an Röhl (48.) und vier Minuten später setzte Julian Seehausen einen Kopfball nach einer Ecke von Pascal Kreitz an die Latte. Spätestens jetzt waren die Zuschauer, die insgesamt ein niveauarmes Derby ohne jegliche Emotionen oder fußballerische Leckerbissen sahen, wach. Allerdings legte sich das mit längerer Spieldauer auch wieder.

Die beiden Mannschaften waren einfach nicht gut genug, um im letzten Angriffsdrittel für die nötige Durchschlagskraft zu sorgen. Zwar probierte es Salzwedels Hannes Schreiber noch einmal mit einem Distanzschuss (54./drüber), doch insgesamt kam zu wenig. Nachdem die Partie auch in der Folge vor sich hin plätscherte, hatte der Gast aus Liesten kurz vor Ultimo die große Chance zum „Lucky-Punch“. Nach einem unglücklichen Klärungsversuch von Röhl landete der Ball direkt vor den Füßen vom eingewechselten Martin Böhm. Weil der Salzwedeler Schlussmann weit vor seinem Kasten war, probierte es Böhm mit vollem Risiko aus der Distanz, hatte aber Pech (87./knapp vorbei). So blieb es am Ende beim torlosen Remis. Ein Ergebnis, über welches sich keine Mannschaft beschweren kann. Diese Partie hatte keinen Sieger verdient.

Während dieses Remis für die Mannen von Michael Piotrowski im Titelrennen sicher etwas zu wenig ist, sprach Burghardt Schulze nach Abpfiff von einem wichtigen Punkt: „In der jetzigen Phase können wir mit dem Punkt sehr gut leben. Es war ein kleiner Fortschritt. In erster Linie wollten wir uns nicht locken lassen, um wie eigentlich immer gegen Liesten nicht ins offene Messer zu rennen, was auch gelang. Offensiv ging natürlich deutlich zu wenig, weil wir auch zu selten Fußball gespielt haben.“

Statistik

Torfolge: Fehlanzeige.

Schiedsrichter: David Hoja (Stendal).

Besondere Vorkommnisse: Keine.

Zuschauer: 191.

SV Eintracht Salzwedel 09: Röhl - Seehausen, Pietscher, Roth, Liestmann, Peters, Se. Heuer (86./Gille), Schreiber, Zipperling, Biermann (82./Müller), Kreitz.

SV Liesten 22: Buchholz - Wiese, Mangrapp, Galkowski, Bierstedt (64./Böhm), Müller (78./Pätzold), He. Glameyer, Schröder, Ha. Glameyer, Benecke, Beck (82./Kordus).