Salzwedel l Sowohl oben als auch unten im Klassement wird es am 25. Spieltag der Fußball-Landesklasse, Staffel I, richtig spannend. Unter anderem stehen zwei Westaltmarkderbys in Salzwedel und Potzehne auf dem Programmplan.

Dicker Brocken für MTV Beetzendorf

Während sich der SV Eintracht Salzwedel und der SV Liesten 22 um eine möglichst gute Platzierung im oberen Tabellendrittel streiten, kämpfen der SV Grün-Weiß Potzehne und der SV Heide Jävenitz gegen den Abstieg. In den direkten Duellen dürfte es also sehr spannend zugehen. Einen dicken Brocken hat mit dem Osterburger FC der MTV Beetzendorf zu Gast. Nicht einfacher haben es auf fremden Plätzen der SSV 80 Gardelegen (Möringer SV) und der FSV Heide Letzlingen (SV Rot-Weiß Arneburg). Auf allen Geläufen geht es am Sonnabend um 15 Uhr los.

SV Eintracht Salzwedel 09 – SV Liesten 22 (Schiedsrichter: David Hoja). Für Salzwedels Trainer Burghardt Schulze wird es das vorerst letzte Derby gegen Liesten sein. Nach 18 Jahren, in denen Schulze lediglich in der D-Jugend mal ein Spiel verpasste, beendet er nach dieser Saison sein Engagement bei der Eintracht. „Ich habe mir das lange überlegt. Schon im Winter stand der Entschluss für mich aber fest, weil ich es beruflich nicht mehr schaffe. Von der Platzierung mache ich das nicht abhängig“, stellt der Gerstedter klar.

Burghardt Schulze würde gerne bleiben

Der würde dem Verein gern in einer anderen Funktion erhalten bleiben. Ebenso möchte Burghardt Schulze mit seiner Eintracht die schlechte Derbybilanz gegen den SVL mal wieder etwas aufbessern. „Es wird natürlich schwer, Liesten hat einen Lauf, wir sind momentan hingegen nicht so gut drauf. Doch wir sind motiviert und werden uns wehren“, verspricht Schulze. Die Leistung zuletzt in Uchtspringe macht den Coach optimistisch: „Spielerisch und kämpferisch war das in Ordnung. Wenn wir in der Offensive noch zielstrebiger werden und in der Defensive die Fehler minimieren, können wir zumindest einen Punkt holen, was auch unser Minimalziel ist.“

Gegen die „erfahrene und disziplinierte“ Liestener Mannschaft fehlen zwar der verletzte Kevin Gebert und der privat verhinderte Joey Krüger, dennoch kann Burghardt Schulze auf eine schlagkräftige Truppe bauen, die dem Primus ordentlich Paroli bieten möchte.

SV Liesten wieder Spitzenreiter

Nach dem 3:1 gegen Krevese übernahmen die Liestener vor sechs Tagen die Tabellenführung. „Das ist nur eine Momentaufnahme. Die Tabelle ist ja noch lange nicht bereinigt“, klingt SVL-Sektionsleiter Mario Schulz auch nicht zu euphorisch. Von der Meisterschaft ist in Liesten (noch) keine Rede. „Andere Teams haben da bessere Karten und sicherlich leichtere Restprogramme. Dennoch wollen wir bestmöglich abschneiden“, so Schulz. Dass es fast jede Woche einen neuen Spitzenreiter gibt, spricht für die Ausgeglichenheit der Liga, meint Mario Schulz.

Gut möglich, dass sich die Mannen von Coach Michael Piotrowski Sonnabend gegen 17 Uhr schon wieder vom Platz an der Sonne verabschieden, sollten sie das Derby in Salzwedel nicht gewinnen. „Das ist natürlich unser Ziel, doch Duelle gegen die Eintracht sind immer speziell. Wir haben eine hohe Meinung von den Salzwedelern, denn sie sind nicht nur spielerisch, sondern auch kampfstark“, äußert sich im Vorfeld Liestens Spartenchef, der hinzufügt: „Es wird sicherlich ein knappes Spiel, in dem der Glücklichere am Ende gewinnt.“

Serie soll ausgebaut werden

In bislang 13 direkten Duellen ging Liesten zehnmal als Sieger vom Platz und verlor nur dreimal. Diese starke Bilanz wollen die Mannen aus dem Waldstadion auch ohne den beruflich in Mexiko weilenden Lucas Bresch weiter ausbauen.

SV Grün-Weiß Potzehne – SV Heide Jävenitz (Schiedsrichter: Dirk Rittweger). Lange mussten die Grün-Weißen aus Potzehne auf den ersten Sieg in der Rückrunde warten. Am vergangenen Sonnabend war es endlich soweit, mit einem 4:2 in Grieben sicherte sich der Aufsteiger drei immens wichtige Punkte im Abstiegskampf. „Einerseits waren wir sehr effizient im Torabschluss, andererseits stimmten die Moral und der Teamgeist“, blickt Trainer Erich Krümmling gern zurück.

Potzehne will nachlegen

Natürlich hofft er darauf, dass seine Schützlinge im Derby ähnlich auftreten und nachlegen. „Das wird allerdings ein ganz anderes Spiel. Jävenitz kann nun sicherlich befreit aufspielen, und gegen den Tabellenletzten wird es generell immer schwierig, weil alle von uns einen Sieg erwarten“, weiß Krümmling.

Einen solchen („Wir müssen etwas Zählbares daheim behalten“) haben sich die Potzehner morgen natürlich auf die Fahnen geschrieben, doch dafür sollten die Platzherren auch ohne den gelbgesperrten Torsten Seeger sowie womöglich auch ohne den privat verhinderten Roy Bröckel an die Vorwochenleistung anknüpfen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die zuletzt dürftige Heimbilanz – erst ein Punkt im Jahr 2018 – auch gegen das Schlusslicht fortsetzt.

Jävenitz hat sich aufgegeben

Während man in Potzehne also weiter Hoffnung schöpft, haben sich die Jävenitzer scheinbar schon aufgegeben. Das 1:6 vor sechs Tagen gegen den Rangvorletzten aus Havelberg war wohl der endgültige Genickstoß für die Elf von Trainer Guido Euen. Mindestens zwölf Punkte muss das Schlusslicht bis zum rettenden Ufer aufholen. Das ist in nur noch zehn Partien schwer zu schaffen.

„Ich denke, nach dem bitteren Ergebnis gegen Havelberg sollte nun alles klar sein. Wir müssen realistisch sein und die Saison vernünftig zu Ende bringen“, plant auch Heide-Co-Trainer Sören Kleinau bereits für die Kreisoberliga. Dort wollen sich die Jävenitzer neu sortieren und erst einmal etablieren. „Momentan spielen wir viel zu ängstlich und gehemmt. Wir müssen den Kopf erst einmal richtig frei bekommen“, weiß Kleinau.

Aufgabe wird nicht leicht

Neben Tim Wolter, der aufgrund seiner bereits zehnten Gelben Karte gesperrt ist, fehlen auch die verletzten Routiniers Christian Reineke (Muskelfaserriss) und René Benecke (Rücken). Das macht die Aufgabe in Potzehne nicht leichter. Das Derby ist so etwas wie der allerletzte Strohhalm für das Euen-Team. Doch schon allein des Prestiges wegen werden sich die Jävenitzer noch einmal voll reinhängen.

MTV 1880 Beetzendorf – Osterburger FC (Schiedsrichter: Leon Kocherscheid). In der Rückserie tun sich die Beetzendorfer bislang schwer. Der durch das 3:3 in Grieben erkämpfte Zähler war der einzige, den die Westaltmärker bis dato in der zweiten Halbserie einfuhren. Mit 22 Punkten steht der MTV weiterhin unter Zugzwang. „Natürlich wäre es gut, wenn wir zu Hause gegen Osterburg punkten. Das wird aber sehr schwer, denn der OFC ist eine junge Mannschaft, die im Kommen ist und auch zu Recht da oben steht“, erklärt Trainer Mayk Zürcher.

Hinspiel auf Augenhöhe

Im Hinspiel blieben die Beetzendorfer lange auf Augenhöhe, mussten in der Schlussphase nach einem Rückstand aber hinten öffnen und wurden noch mit 0:5 abgefertigt. Generell versuchen die MTV-Mannen, ihre Punkte gegen Mitkonkurrenten zu holen. Zu denen zählt der Rangdritte von der Biese nicht. „Wir schauen vor allem auf Havelberg, wo wir ja in der kommenden Woche auch hinmüssen“, so Zürcher.

Gordon Bock und Michael Banse werden fehlen, während wohl auch Nico Schulz – er wird womöglich auf der Bank Platz nehmen – noch nicht zum Einsatz kommt. Der Kapitän soll für die deutlich wichtigere Partie in acht Tagen geschont werden.

Möringer SV – SSV 80 Gardelegen (Schiedsrichter: Steve Weise). Wenn der Rangzweite (Möringen) auf den Tabellenvierten (Gardelegen) trifft, kann man getrost von einem Spitzenspiel sprechen. Ein solches erwartet auch SSV-Trainer Norbert Scheinert: „Ich denke, es wird eine ansehnliche Partie. Möringen ist gut drauf, doch wir wollen natürlich trotzdem gewinnen.“

SSV 80 Gardelegen will nachlegen

Das schafften die Rolandstädter auch – und das in souveräner Manier. Arneburg wurde mit 7:0 abgefertigt. „Dieses Ergebnis bewerten wir zwar nicht über, doch wir haben uns die Chancen gut herausgespielt und defensiv gut gestanden. So müssen wir weitermachen“, so Scheinert. Auch gegen Möringen – vielleicht nicht unbedingt der Lieblingsgegner des SSV – erwartet der Gardelegener Coach von seinen Schützlingen, dass sie an ihre Leistungsgrenze gehen und „im Kopf fit“ sind.

Auch ohne Stephan Fraedrich, Frank Fehse und Hannes Malek möchten die Rolandstädter nämlich nachlegen.

SV Rot-Weiß Arneburg – FSV Heide Letzlingen (Schiedsrichter: Felix Lewanscheck). In der Hinrunde hätte man wohl noch RWA klar die Favoritenrolle zusprechen müssen, doch mittlerweile haben sich die Zeiten geändert. Letzlingen spielt eine ganz starke Rückserie, ist noch ungeschlagen und hat in sieben Begegnungen 17 Zähler verbucht. „Dennoch würde ich nicht sagen, dass wir der Favorit sind. Die Tabelle sagt ja auch etwas anderes aus“, äußert sich im Vorfeld Letzlingens Torhüter Andreas Lenz, der sich auch vom 0:7 der Arneburger vor sechs Tagen in Gardelegen nicht täuschen lässt.

Glück hart erarbeitet

„Dort waren sie arg ersatzgeschwächt. Ich denke, dass wir auf eine andere Mannschaft treffen werden“, verrät Lenz. Die Westaltmärker, weiterhin ohne den verletzten Florian Pawlowsky, verbuchten selbst einen 2:1-Heimerfolg über Tangermünde. „Wir haben uns auch dort wieder das Glück hart erarbeitet. Auch in Arneburg werden wir alles in die Waagschale werfen und versuchen, etwas mitzunehmen“, so der Heide-Schlussmann.

Ein weiterer wichtiger Faktor beim FSV ist Dieter Förster, der Trainer Thilo Stimbra bei der Trainingsarbeit unterstützt. „Er lebt den Ehrgeiz ja auch irgendwo vor“, erklärt Lenz. Mit Erfolg: Denn seit Förster wieder da ist, haben die Letzlinger nicht mehr verloren.