Liesten l Nur mit Mühe und Not bekam Trainer Michael Piotrowski elf Spieler zusammengekratzt. Diese machten ihre Sache jedoch ordentlich und schossen einen 6:3 (1:2)-Erfolg heraus, der allerdings noch wenig Aussagekraft hat. Bevor dieses Kräftemessen allerdings über die Bühne ging, vollzogen die Liestener am Freitagabend ihren Trainingsauftakt. „Wir machen fast alles mit dem Ball, spezielle Waldläufe wird es nicht geben“, verriet Trainer Michael Piotrowski. Der legt zwar viel Wert auf Kondition und Ausdauer, aber das runde Leder ist zumeist immer Bestandteil der Übungen. Gleich bei der ersten Einheit durften sich die Akteure schon einmal langsam an den Ball gewöhnen, am Sonnabend vor dem Spiel absolvierte der SVL noch einen Cooper-Test.

„Wir würden Platz fünf aus der Vorsaison gern bestätigen“, erläuterte Piotrowski die Zielstellung. Die Liga ist seiner Ansicht nach stärker geworden. „Wichtig ist, dass wir uns fußballerisch noch weiterentwickeln“, erklärte der ehemalige Schlussmann. Auch das System kann immer mal variieren, richtet sich größtenteils nach dem jeweiligen Gegner. Gegen Rossau ließ Michael Piotrowski mit einer 3-5-2-Formation agieren. Diese sei auch in der Liga eine Option, wie der Übungsleiter erklärte. „Die Mannschaft ist gut aufgestellt und eine echte Einheit. Wir haben eine gute Mischung und viel Qualität im Kader. Ich bin sehr zufrieden“, so Piotrowski. Um die 20 Akteure zählt der aktuelle Liestener Kader. Verstärkt haben diesen Timm Müller vom Ligakonkurrenten MTV Beetzendorf, der im Mittelfeld variabel einsetzbar ist, und Marc Sokolowski vom Kreisligisten SG Pretzier, der seine Stärken wohl als Sechser oder Innenverteidiger hat. Nicht mehr dabei sind Christian Walter, der sich mit Sven Komnick die Rolle des Co-Trainers teilt, und Paul Scholze (Mechau).

Zum Ligaauftakt am 19. August geht es für den SVL daheim gegen den FSV Heide Letzlingen. Zuvor allerdings stehen weitere Testpartien gegen den SV Wacker Lindstedt (22. Juli/14 Uhr) und den SV Zernien (29. Juli/14 Uhr) sowie die Ausscheidungsrunde im Landespokal, in der es am 5. August gegen den Ligakonkurrenten Möringer SV geht, an. „Es ist für uns zwar ein blödes Los, doch wir wollen die erste Hauptrunde natürlich unbedingt erreichen“, erklärt Michael Piotrowski. In besagter würden die Westaltmärker am 12. August auf den Landesliga-Aufsteiger SV Staßfurt treffen. „An einem guten Tag ist sicherlich auch da etwas möglich“, weiß Piotrowski, der auch auf die Titelverteidigung im Kreispokal-Wettbewerb hofft.

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Im Testspiel gegen Rossau, das sich als guter Gegner erwies, probierte der SVL-Coach einige Dinge aus – allerdings zwangsweise. Schließlich fehlten mit den drei Polen Dawid Szczerbik, Pawel Kijewski und Sebastian Kordus sowie Niels Bierstedt, René Mangrapp, Stephan Benecke, Matthias Wiese, Marc Pätzold oder auch Dennis Vierke mehrere wichtige Akteure. So musste beispielsweise Michael Buchholz das Tor hüten und schon in Minute neun hinter sich greifen. Neuzugang Stefan Huth hatte Maß genommen, den doch eher ungefährlichen Schuss ließ Buchholz allerdings durch die Arme rutschen. Liesten spielte zwar gefällig nach vorne, doch zumeist fand der letzte Pass nicht sein gewünschtes Ziel. Wenn man doch mal durchkam, wurden die Möglichkeiten zumeist ausgelassen. So scheiterten gleich zweimal Lucas Bresch, Martin Böhm, Markus Krotki oder auch Steven Beck (Latte). Rossau zeigte sich effektiver und erhöhte nach dem Pfostentreffer von Huth durch Hannes Kalkofen auf 2:0 (37.). Bezahlt machte sich beim SVL immer mehr die Versetzung von Bresch in den Angriff. Er sorgte für den 1:2-Anschluss (39.) und machte im weiteren Verlauf der Partie noch mehrfach auf sich aufmerksam.

Zwar erhöhte Kalkofen mit einem Kracher ins kurze Eck kurz nach Wiederbeginn auf 3:1 (54.), doch damit hatte der RSV sein Pulver verschossen. Die Ostaltmärker wurden in der Folge doch immer mehr in die Defensive gedrängt. Zwar brauchten die Platzherren insgesamt zu viele Chancen, doch immerhin Lucas Bresch (67./Strafstoß, 69., 75.) zeigte sich treffsicher und schnürte damit seinen Viererpack. Die weiteren Treffer gingen auf die Konten von Steven Beck (70.) und Henning Schröder (83.), so dass der SV Liesten 22 (Piotrowski: „Spielerisch sah das speziell in der ersten Halbzeit ordentlich aus, nach der Pause ließ die Kraft dann etwas nach und wir hatten mit Andreas Feist und Timm Müller auch noch zwei Spieler, die angeschlagen ausschieden“) den Spieß doch noch wenden und von einem gelungenen Testauftakt sprechen konnte.

SV Liesten 22: Buchholz – Bresch, Müller, Böhm, St. Mangrapp, Krotki, He. Glameyer, A. Feist, Schröder, Ha. Glameyer, Beck.

Rossauer SV: Ph. Schulz – Sannemann, Pehl, Rathmann, Elling, Maiburg, Vorlop, F. Schulz, Meyer, Klein, Huth (Wedekind, Nagel, Köppe, Iglodan).

Torfolge: 0:1 Stefan Huth (9.), 0:2 Hannes Kalkofen (37.), 1:2 Lucas Bresch (39.), 1:3 Hannes Kalkofen (54.), 2:3, 3:3 Lucas Bresch (67./Strafstoß, 69.), 4:3 Steven Beck (70.), 5:3 Lucas Bresch (75.), 6:3 Henning Schröder (83.).