Oebisfelde l 2004 und 2005 entschied der aktuelle Landesligist das Turnier für sich. Am Dienstagmorgen konnten die Heide-Kicker zur 20. Turnierauflage nun endlich ihren dritten Sieg mit dem extra ausgelobten Pokal der Sieger feiern. Wie in vielen Spielen des Turniers ging es auch im Endspiel ziemlich eng zu. In der letzten Begegnung des Abends, angepfiffen wurde sie allerdings am frühen Dienstagmorgen, trafen die Letzlinger auf den niedersächsischen Kreisligisten TSV Danndorf. Eine Endspiel-Paarung, die sicherlich nur sehr wenige der erneut zahlreichen Fans auf dem Zettel hatten.

Heide erarbeitete sich zwar ein spielerisches Übergewicht, besaß auch gute Möglichkeiten, doch die Danndorfer um ihren routinierten Torhüter Nils Warnecke hielten wacker dagegen und mussten sich erst in der Schlussphase geschlagen geben. Für den umjubelten Treffer der Letzlinger, die im Vorjahr im Endspiel noch am TSV Helmstedt nach Neunmeterschießen gescheitert waren, sorgte Sebastian Fenner.

Favoriten im Spiel um Platz drei

In der Partie um den dritten Rang trafen die Männer des 1. FC Oebisfelde I und die Helmstedter, die seit 2013 abgeräumt hatten, aufeinander. Beide Mannschaften hatten sich im Turnierverlauf als die Favoriten herauskristallisiert, doch im Halbfinale mussten beide Vertretungen jeweils nach Neunmeterschießen die Segel streichen.

Bilder

Der FCO startete gut in das Spiel und ging durch Philipp Gesell auch in Führung. Doch die technisch sehr versierten Niedersachsen antworteten mit dem Ausgleich und der 2:1-Führung. Die Gastgeber behielten jedoch die Nerven und schlugen konzentriert zurück. Richard Francke traf zum 2:2-Ausgleich, während Torjäger Jean-Marc Krüger mit seinem sechsten Turniertreffer, damit avancierte er auch zum besten Torschützen, den dritten Rang seiner Farben perfekt machte.

In den weiteren Platzierungsspielen, die im Neunmeterschießen ausgetragen wurden, sicherte sich der SSV Gardelegen Platz fünf. Der Landesklassen-Vertreter, der erstmals am Turnier teilnahm, bezwang den ostaltmärkischen Kreisoberligisten KSG Berkau mit 4:3. Rang sieben ging kampflos an die zweite Mannschaft aus Oebisfelde. Grund: Der TSV Adler Jahrstedt hatte auf das Schießen vom Punkt verzichtet.

In der Gruppenphase ließ der FCO I in der Staffel I nichts anbrennen. Die Allerstädter bezwangen zum Auftakt Letzlingen mit 3:1, die Torschützen waren Jean-Marc Krüger (3) und Florian Pawlowsky, und gab sich auch gegen Berkau (2:0) und Jahrstedt (3:0) keine Blöße.

Bei den Heide-Männern hinterließ hingegen die Auftaktniederlage gegen den FCO keine negativen Spuren. Die Kicker um Torhüter Marc Mette bezwangen anschließend Jahrstedt mit 3:0 und Berkau mit 3:2 und zogen wie die Oebisfelder in das Semifinale ein.

Das gelang in der Staffel II erwartungsgemäß auch Titelverteidiger Helmstedt und den Danndorfern. Allerdings hing das Weiterkommen der Danndorfer am seidenen Faden. Denn erst im letzten Vorrundenspiel machten sie ihren Einzug in das Halbfinale perfekt. Dazu reichte ein 0:0 gegen Helmstedt.

Sehr zum Ärger der mit einigen Ambitionen an den Start gegangenen Gardelegener. Sie starteten mit einem 0:2 gegen Danndorf und verloren auch gegen Helmstedt (1:2). Doch der SSV konnte nach dem klaren 6:2-Erfolg über den FCO II noch einmal Hoffnung schöpfen, weil zuvor die Oebisfelder Reserve gegen Danndorf mit 2:0 gewonnen hatte.

Die Helmstedter, die sich vor der Partie gegen Danndorf bereits für das Halbfinale qualifiziert hatten, hätten nun die Gardelegener mit einem Sieg gegen den niedersächsischen Kreiskontrahenten mitnehmen können. Den Gefallen taten die Helmstedter dem SSV aber nicht.

Von einer bewussten Punkteteilung konnte aber keine Rede sein. Die Helmstedter besaßen durchaus gute Möglichkeiten, doch Danndorfs Tormann Nils Warnecke, der aus der Oebisfelder Fußball-Schule stammt, hielt seine Abwehr zusammen.

In den Halbfinalspielen rechneten dann viele Fans mit dem Weiterkommen des FCO I und des TSV Germania Helmstedt. Doch es kam völlig anders. Zuerst liefen die Oebisfelder gegen Danndorf auf. Die Allerstädter, die zuletzt 2012 das Turnier für sich entscheiden konnten, erfüllten die Erwartungen zunächst auch - Jean-Marc Krüger sorgte für die 1:0-Führung.

Nach 1:0-Führung zu passiv

Doch dann verhielten sich die FCO-Männer in der Offensive zu passiv. Es kam, wie es kommen musste - Stefan Flaschl gelang für Danndorf das 1:1 und damit auch der Gang zur Entscheidung vom Neunmeterpunkt.

Vom Punkt zeigten die Oebisfelder dann Nerven. Gleich vier von fünf Akteuren, nur Stefan Matthias verwandelte, scheiterten an Nils Warnecke, der mit seinen Paraden den Grundstein für die abschließende Wahl zum besten Torhüter legte.

Zwar erwiesen sich auch die Danndorfer nicht als die sichersten Schützen aus neun Metern Entfernung, doch zwei versenkte Bälle reichten, um die Turniersieg-Träume des FCO zu beenden.

Ähnlich verlief das zweite Halbfinale zwischen Letzlingen und Helmstedt. Favorit Helmstedt markierte durch den zum besten Turnierspieler gewählten Isa Merer das 1:0. Doch die kampfstarken Männer aus der Heide gaben nicht auf und kamen durch Sebastian Fenner zum verdienten 1:1. Dabei blieb es, so dass es ebenfalls zum Neunmeterschießen ging. Und den Letzlingern gelang nach dem verlorenen Finale im Vorjahr vom Punkt die Revanche. Aber es wurde sehr spannend. Nach jeweils zwei vergebenen und verwandelten Schüssen, fiel die Entscheidung mit den Schützen Nummer fünf. Während Sebastian Fenner traf, hämmerte TSV-Mann Martin Valley das Leder an die Latte und Heide Letzlingen stand im Endspiel.