Salzwedel l Insgesamt hat sich das in der 2. Nordliga der Frauen aktive Quartett aus der westlichen Altmark im bisherigen Verlauf der Punktspielsaison im Prinzip ordentlich geschlagen. Die Mannschaften belegen derzeit die Ränge zwei (SV Oebisfelde II), vier (Kuhfelder SV), sieben (Diesdorfer  SV) und acht (VfB Klötze).

Nun aber steht jeglicher Punktspielbetrieb still. Das Corona-Virus und seine umfangreichen sowie sehr unangenehmen Folgen beherrschen das Leben.

Neuling sorgt für Furore

Blickt man zurück auf die Zeit vor der „Vollbremsung“, dann steht natürlich Neuling Blau-Gelb Goldbeck im Mittelpunkt. Doch diese Mannschaft als Neuling zu bezeichnen ist falsch. Bei den Goldbeckerinnen handelt es sich um die ehemalige HSG Osterburg I. Das Team ist nach Ende der vergangenen Serie samt Trainer Danny Lukas zu den Blau-Gelben gewechselt und sorgt dort nun für Furore.

Bilder

Goldbeckerinnen vorzeitig Meister

Für so viel Furore, dass die Neu-Goldbeckerinnen dank ihres 37:24-Sieges am 29. Februar beim SV Oebisfelde II, es war übrigens der vorläufig letzte Spieltag für die Liga, vorzeitig Meisterschaft und Aufstieg in die 1. Nordliga feiern konnten.

Insbesondere die Angriffsstärke von Blau-Gelb ist toll. Bislang wurden im Serienverlauf insgesamt 459 Treffer markiert, und das in 13 Spielen.

Angst vor einer Annullierung

„Wir haben einen breiten und guten Spielerinnenkader. Dadurch konnten wir auch Verletzungpausen kompensieren“, so Goldbecks Trainer Lukas. Der macht sich in der Zwangspause Sorgen: „Sportlich sind wir jetzt bereits Staffelsieger und Aufsteiger. Ich hoffe, dass diese sportliche Leistung anerkannt und umgesetzt wird.“

Vorgängerinnen der Goldbeckerinnen als Meisterinnen der 2. Liga waren indes die Oebisfelderinnen. Die Sieben aus der Handball-Hochburg an der Aller verzichtete jedoch auf den Aufstieg in Nordliga Nummer eins, dafür rückte der HV Solpke/Mieste eine Etage höher, und versuchte ihr Glück erneut in Liga zwei.

SVO II bleibt ohne Chance auf den Titel

Dass die Titelverteidigung für die SVO-Sieben von Trainer Norman Bischoff kein Thema sein wird, wurde angesichts der Stärke der Ex-Osterburgerinnen schnell deutlich. Doch dort, wo sie ihre Punkte holen konnten, holten sie sie meist auch. Dass klappte jedoch beim Diesdorfer SV nicht. Beim DSV kassierten sie ihre erste von vier Niederlagen. Mit 17:23 wurde in der nördlichen Altmark verloren.

Die drei anderen Niederlagen setzte es gegen Goldbeck und im Rückspiel bei der SG Seehausen. Insgesamt können die Oebisfelderinnen, die oft nicht in Bestbesetzung auflaufen konnten, mit dem bisherigen Saisonverlauf aber zufrieden sein.

Zufrieden sein dürfte man auch in Kuhfelde. Die KSV-Truppe stieß als Kreismeister wie der Diesdorfer SV und der VfB Klötze aus der aufgelösten Kreisliga in die 2. Nordliga und spielt dort eine gute Rolle.

KSV mit holprigem Saisonstart

Dabei hatten die Kuhfelderinnen einen komplizierten Start vor sich. Denn drei Auswärtsspiele am Stück mussten zu Beginn absolviert werden. Bilanz: 2:4 Punkte. Neben zwei 16:16-Unentschieden in Osterburg und Klötze, wurde beim aktuellen Rangletzten HSV Haldensleben mit 24:27 verloren.

Aber der KSV steigerte sich, siegte gegen Genthin (26:21) und im Derby gegen Diesdorf (23:21) und startete nach den erwarteten Niederlagen in Goldbeck (22:37) sowie in Oebisfelde (19:27) richtig durch.

Der Mannschaft von Übungsleiter Markus Wolter gelangen vier Heimsiege am Stück. Seehausen wurde mit 29:21, Osterburg mit 22:19, Haldensleben mit 32:24 und Klötze mit 29:12 bezwungen. Zwar musste der KSV anschließend in Genthin wieder Federn lassen (20:28), doch beim vorerst letzten Auftritt in Diesdorf sprang ein knapper 22:21-Erfolg heraus.

Hoffnung auf einen Medaillenplatz

Kuhfelde gehört damit zum Spitzenquartett und kann, falls die Saison zu Ende gespielt wird, durchaus mit einer Medaille liebäugeln.

Vorne mit gut dabei waren lange Zeit auch die Diesdorferinnen. Sie legten mit 6:0 Punkten einen starken Start hin, mussten dann aber ihre Ambitionen nach einer negativen Serie von vier Niederlagen in Folge zurückstecken.

Dann gelangen zwar wieder Siege gegen Haldensleben (24:16) und gegen Klötze (19:17), doch zuletzt lief es dann nicht mehr wie gewünscht. Klar war, dass für den DSV in Oebisfelde (23:28) und Goldbeck (12:39) kaum etwas zu holen sein wird, doch auch in Genthin verlor der DSV (15:20) und in eigener Halle das erwähnte Derby gegen Kuhfelde.

DSV-Damen im Tabellenmittelfeld

Die Diesdorferinnen um Coach Tino Nieber rutschten daher mit 10:16 Punkten, die auch Genthin und Osterburg auf dem Konto zu stehen haben, auf den siebten Tabellenplatz ab.

Drei Zähler hinter dem DSV liegt mit 7:21 Punkten der VfB Klötze, der allerdings schon eine Partie mehr ausgetragen hat als der Rest des Feldes.

Ist die unfreiwillige Saison-Pause für alle Mannschaften ärgerlich, kam sie für die Klötzerinnen praktisch zur Unzeit. Grund: Der VfB holte aus den letzten drei Spielen 6:0 Punkte. Zuvor waren es magere 1:21 Zähler. Klötze stand damit am Tabellenende. Doch dank des Hattricks konnte die Sieben von Trainer Holger Erle die Rote Laterne an Haldensleben weiterreichen. Ob die Klötzerinnen weiter in der Erfolgsspur bleiben können, wird beim SVO und in Genthin schwierig und muss abgewartet werden.