Mieste l Einen wichtigen, wenn auch etwas glücklichen, 27:25 (13:14)-Heimerfolg gegen Eiche Biederitz fuhren am Sonnabend die Handball-Frauen des HV Solpke/Mieste in der 1. Nordliga in den eigenen vier Wänden ein. Dabei spielten die beiden Roten Karten der Gäste den Schützlingen von Christoph Mewes in die Karten.

„Gegen Somi, kann man mal verlieren“. So sangen die HV-Damen lauthals im Siegeskreis kurz nach Spielschluss. Dagegen schlichen die Gäste, die mit den Schiri-Entscheidungen in diesem Match nicht immer einverstanden waren, kleinlaut vom Parkett.

Punkte für den Klassenerhalt

Somit sicherten sich die Altmärkerinnen die Saisonpunkte sieben und acht und lösten sich weiter vom Tabellenkeller. Aus dem Titelkampf endgültig verabschiedet haben sich nach der Niederlage nunmehr die Gäste aus Biederitz, die aber ohnehin nur noch Außenseiterchancen besaßen. Zu klar führt das Duo BSV 93 (21:1 Punkte) und SV Irxleben (13:1) die Rangliste an.

Das Match in der Miester Sporthalle hatte am Sonnabend aber einiges zu bieten. So sahen die zahlreichen Zuschauer eine von Beginn an engagierte Miester Mannschaft, die dem Favoriten ordentlich Paroli bot. Zwar setzten sich die Biederitzerinnen kurzzeitig auf 6:3 (7.) ab, doch die Gastgeber kamen, klug angeführt von Jennifer Adermann auf der Mitte, wieder zurück. Über 7:7 (11.), Susann Täger hatte für den HV getroffen, gingen die Miesterinnen in Minute 14. durch Luisa Hauf sogar mit 9:8 in Führung. Schon zu diesem Zeitpunkt mussten die Biederitzerinnen anerkennen, dass das Match in Mieste für sie kein Selbstläufer werden würde.

Biederitz führt zur Pause

Dennoch bekamen sie das Match wieder besser in den Griff. Carina Witte warf vier Minuten vor der Pause zum 14:11 ein. Es schien so, als könnten sich die Gäste nun etwas absetzen und vielleicht sogar eine Vorentscheidung erzwingen.

Feldspielerin muss in das Tor

Doch dann kam ein Bruch ins Eiche-Spiel. Und der war eindeutig zu erklären. Torhüterin Jennifer Lippold eilte bei einer Aktion zu weit aus ihrem Kasten und setzte zur Notbremse an. Die Folge war der Rote Karton. Da Eiche keine zweite Torhüterin im Kader hatte, musste eine Feldspielerin in die Kiste.

Das nutzten die Gastgeberinnen dann bis zur Pause - und sicher auch noch in den zweiten 30 Minuten - eiskalt aus. Vivien Exß und Täger verkürzten so noch auf 13:14.

Und als ob die Rote Karte gegen Lippold Ende der ersten Hälfte nicht schon Hypothek genug wäre, kassierte Eiches Carina Witte (32.) nach ihrer dritten Zeitstrafe ebenfalls Rot und musste zum Duschen.

Spannung in der Schlussphase

Nun war der Weg für die Mewes-Sieben frei - scheinbar jedenfalls. Zunächst setzten sich die Miesterinnen auf 19:16 (38.) ab und hatten das Match unter Kontrolle, doch dann trafen sie einfach das Tor nicht mehr. Hinten hielt zum Glück Lisa Scholz zwischen den Pfosten den Laden weitestgehend sauber, so dass die offensive Schwäche nicht groß bemerkbar machte.

Dennoch kamen die Gäste zum 20:21 (45.) heran und hatten danach sogar die Möglichkeit, vom Siebenmeterpunkt auszugleichen, aber Paula Pistorius „guckte“ den Ball von Janina Gericke am Pfosten vorbei.

Das nutzten die Miesterinnen zu einem kleinen Zwischenspurt zum 23:20 (50.). Danach hatten sie sogar in Überzahl die Chance, vorentscheidend auf 24:20 zu enteilen, doch stattdessen trafen die Eiche-Frauen zum 21:23 und rochen wieder Lunte. Damit aber noch nicht genug. Nach zwei weiteren Treffern von Gericke und Swoboda hieß es sieben Minuten vor dem Ende sogar 23:23 - das Match schien zu kippen.

Doch die Gastgeberinnen behielten die Nerven und spielten ihre Kraftreserven aus. Vanessa Jakobs, Luisa Hauf und Vivien Exs sorgten mit drei Treffern in Serie zum 26:23 (59.) dann für die Entscheidung.

Am Ende brachten die Altmärkerinnen das Match noch locker über die Zeit und durften nach Abpfiff ordentlich jubeln.

Statistik

HV Solpke/Mieste: Pistorius, Scholz - Palm (1 Tor), Hauf (5), Exß (2), Jakobs (6), Frankenberger, Klaß, Täger (6), Adermann (4), Hertel, Perkampus (3).

Siebenmeter: 4/6.

Zeitstrafen: 2.

Eiche Biederitz: Lippold - Gericke (4 Tore), Swoboda (6), Witte (4), Seemann, Köster, Heitmann (2), Stallmann, Beckner (1), Gehrmann (6), Hesse (2).

Siebenmeter: 8/11.

Zeitstrafen: 9.