Klötze l Die erst 17-Jährige zeigte am Kreis ihre Qualitäten und ist aus der Mannschaft des VfB Klötze um Trainer Holger Erle nicht mehr wegzudenken. Volksstimme-Mitarbeiter Fabian Schönrock sprach mit der Nachwuchsspielerin. Beim Gespräch mit der jungen Athletin und Newcomerin der Saison 2019/2020 traf die Volksstimme auf eine sehr reflektierte Handballerin.

Volksstimme: Seit wann spielst du Handball?

Lea Krüger: Ich habe angefangen mit einer Sportspielstunde. Das war noch im Kindergarten. Da haben wir uns zum Rumtoben getroffen. In der 1. Klasse hat sich dann eine Handballmannschaft gegründet. Am Anfang haben wir noch mit Jungs zusammen gespielt. Später entstand eine reine Mädchenmannschaft, in der ich spielte.

Was fasziniert dich an der Sportart Handball?

Die Teamfähigkeit. Nur so gelangt man an sein Ziel. Dazu die Spannung bis zur letzten Minute. Oftmals geht es sehr eng zu und es fallen noch viele Tore. Die Sportart ist zudem sehr abwechslungsreich, verlangt viel Technik ab und ist gespickt mit vielen Varianten des Spiels.

In der vergangenen Saison bist du voll durchgestartet und hast dich zu einer Leistungsträgerin in deiner Mannschaft entwickelt. Wann hattest du das Gefühl, im Team angekommen zu sein?

Ich habe vor zwei Jahren angefangen in der Frauenmannschaft zu spielen. Die Mädels haben einen immer gut aufgenommen. Seitdem ich in der vergangenen Saison spielen durfte, hatte ich das Gefühl, richtig angekommen zu sein. Auch der neue Trainer Holger Erle hat mir nochmal einen Kick gegeben.

Der Beginn in der vergangenen Saison verlief schleppend. In der Liga habt ihr zum Schluss gezeigt, wozu das Team in der Lage ist. Was habt ihr im Vergleich zur Hinrunde verändert, damit Erfolge einkehren?

Nachdem wir ein Spiel gegen Kuhfelde haushoch verloren hatten, haben wir einen Tiefpunkt erreicht. Wir wollten unserem Trainer zeigen, dass wir es schaffen können, ihm sein in uns gestecktes Vertrauen zurückzuzahlen. Wir wussten von Anfang der Saison an, dass wir auch mit anderen Mannschaften mithalten können, konnten es aber zu selten zeigen. Man muss auch sagen, dass der Großteil der Spiele in den letzten zehn Minuten verloren wurde. Wir haben uns zusammengerissen und im Training an unserer Kondition gearbeitet, sodass wir auch die letzten zehn Minuten besser durchhalten konnten. Hinzu kommt, dass es viele Weiterentwicklungen gab. Vor allem bei jungen Spielerinnen. Wir Spielerinnen mussten uns erst an den Handball in der Frauen-Nordliga und innerhalb der Mannschaft gewöhnen und finden. Ich denke, jetzt sind wir angekommen. Auch der Kader ist nun breit genug, um zu bestehen.

Aktuell spielst du in der Nordliga. Kannst du dir vorstellen, höherklassig zu spielen? Gab es gar Anfragen anderer Vereine für dich?

Nein. Ich habe noch keine Anfragen anderer Vereine erhalten und denke noch nicht über eine sportliche Veränderung nach.

Auf welcher Position fühlst du dich am wohlsten?

Ich fühle mich am Kreis am wohlsten. Ich muss sagen, dass es purer Zufall war, dass ich diese Position für mich entdeckt habe. Ich bin froh darüber, diese Position spielen zu können.

Welche individuellen Fähigkeiten bringst du mit, um der Mannschaft zu helfen und worin siehst du Verbesserungsbedarf an deinem Spiel?

Ich bringe Ehrgeiz mit und würde mich als teamfähig bezeichnen. In Sachen Kondition habe ich aber auf jeden Fall noch Nachholbedarf. Da muss ich nachlegen.

Gibt es Idole oder Vorbilder aus dem Sport- oder Privatbereich?

Mein Opa Rolf und mein Vater sind als ehemalige Sportler des VfB Klötze meine Vorbilder.

Welche sportlichen Ziele verfolgst du zukünftig?

Ich mache Sport, weil es mir Spaß macht und um mich fit zu halten. Es gibt immer neue Herausforderungen und neue Gegner, mit denen man sich messen kann. Vorwiegend möchte ich einfach weiter Handball spielen und einfach das Bestmögliche erreichen.

Gibt es einen Lieblingsverein, mit dem du sympathisierst?

Ich mag den SC Magdeburg.

Was waren deine bislang größten sportlichen Erfolge?

Wir waren vergangenes Jahr Pokalsieger. Mit der Jugendmannschaft wurde ich zudem bereits Kreismeister. Für mich war es zudem sehr besonders, als wir mit den Frauen das erste Spiel in der Nordliga gewonnen haben.

Was war in deiner sportlichen Laufbahn der bisher schwierigste und bitterste Moment?

Besonders schwierig war für mich, als ich in die Frauenmannschaft gewechselt bin und wir nicht wussten, ob ein Trainer zur Verfügung steht und in welcher Liga wir spielen würden. Die Angst bestand, dass es keine Frauenmannschaft mehr geben würde und Handball in Klötze ganz wegfallen könnte.

Gab es in der Vergangenheit Verletzungen bei dir?

Ja. Ich hatte die für Kreisspieler typischen Verletzungen, die das ein oder andere blaue Knie mit sich brachten. Dazu noch Nasenprellungen und verstauchte Finger.

Wie bereitest du dich auf ein Spiel vor und wie regenerierst du am besten?

Vor dem Spiel benötige ich Ruhe. Vor den Spielen bin ich konzentriert, aber zugleich auch angespannt. Nach den Spielen legt sich das Ganze wieder. Es gelingt mir, mich nach den Spielen zu entspannen.

Gibt es Rituale oder bestimmte Gewohnheiten, die du vor Spielen hegst?

Innerhalb der Mannschaft gibt es diese. Zur gegenseitigen Motivation des gesamten Teams rufen wir gemeinsam laut: „Hau weg!“, um uns nochmal vor den Spielen zu pushen.

Wie sieht deine berufliche Zukunft aus?

Nach dem Gymnasium stehen Ausland und Studium bei mir auf dem Plan.

Gibt es Träume, die du dir gern erfüllen würdest?

Ich stelle mir ein gesundes und schönes Leben vor. Vermutlich auch mit Handball.

Wie sieht die Hierarchie innerhalb der Truppe aus? Wer ist der Spaßvogel, wer ist Anführerin und welche Rollen gibt es noch?

Ich würde sagen, eine direkte Hierarchie gibt es nicht bei uns in der Mannschaft. Elisa und Isabell Wiedner sind die Grundstützen. Holger Erle macht gern Späße. Bis zu einem gewissen Punkt natürlich. Allgemein können wir alle miteinander lachen und Spaß haben. Wir unterstützen uns gegenseitig.

Gegen welches Team spielst du am liebsten und welcher Gegner war bislang am unangenehmsten zu spielen?

Es gibt Mannschaften, die manchmal überheblich wirken, sodass es sehr unangenehm werden kann, gegen diese zu spielen. Aber es gibt auch Mannschaften, mit denen wir gut klarkommen und die angenehm zum Spielen sind. Grundsätzlich stellen wir uns trotzdem jeder Herausforderung gern.

Kannst du dir nach deiner sportlichen Laufbahn als Spielerin vorstellen, eine Laufbahn als Trainerin einzuschlagen?

Eines Tages vielleicht.

Gibt es neben dem Handball noch andere Hobbys, denen du nachgehst?

Ja. Am liebsten Lesen und Zeit mit meinen Freunden verbringen. Das ist mir neben dem Handball wichtig.