Salzwedel l Nun gehen die Sportler neue Wege und starten gemeinsam mit dem SC Lüchow als Handballfreunde Altmark-Wendland in die Saison 2019/20. Marco Heide sprach mit Abteilungsleiterin Christin Kersten über die neue Spielgemeinschaft.

Volksstimme: Seit 1998 trat die Handballsparte des SV Eintracht Salzwedel als SVT Uelzen-Salzwedel in der Region Lüneburg erfolgreich auf und spielte bis 2018 in der Landesliga Lüneburg. Warum wurde die Kooperation nun beendet und mit dem SC Lüchow 1861 ein neuer Partner für die Saison 2019/20 ins Boot geholt?

Christin Kersten: Die Kooperation mit Teutonia Uelzen bestand nur noch auf dem Papier, damit wir in Niedersachsen spielen konnten. Es gab keine Kooperation zwischen beiden Vereinen, wie es in einer Spielgemeinschaft üblich ist. Deshalb lag es für uns nahe, einen Partner zu suchen, mit dem man die Spielgemeinschaft aktiv gestaltet – sowohl auf der sportlichen Ebene über den Austausch von Spielern als auch im organisatorischen Bereich.

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Wie ist der Kontakt zu den Lüchowern entstanden?

Es gibt bereits seit vielen Jahren einen lockeren Kontakt zu den Lüchower Spielern, da wir in einer Region Handball spielen. Der erste engere Kontakt kam vor zwei Jahren zustande, als wir uns dazu entschlossen haben, die damalige B-Jugend in einer Salzwedeler Mannschaft zusammenzulegen. Dadurch hat sich der Kontakt intensiviert. Als die Idee entstand, eine Spielgemeinschaft zu gründen, sind wir immer enger zusammengerückt und haben uns dann im vergangenen Jahr monatlich getroffen und den Zusammenschluss vorbereitet.

Inwiefern profitiert der Handball in Salzwedel und Lüchow von der Kooperation?

Der Handball in Salzwedel profitiert davon, dass er wieder mehr Man-Power hat – sowohl in den Mannschaften als auch in der Organisation, Abteilungsleitung und im Schiedsrichterwesen. Wir sind wieder breiter aufgestellt, um unsere Ziele für die Zukunft erreichen zu können. Dazu zählt, dass wir sportlich wieder konkurrenzfähiger werden.

Steckt hinter der Kooperation auch das Ziel, wieder in die Landesliga Lüneburg aufzusteigen?

Ein Aufstieg wird sich in den nächsten Jahren schwierig gestalten. Erstmal stehen der Übergang und die Integration der A-Jugendlichen in den Männerbereich im Fokus. Das ist immer ein weiter Weg, da die Spielhärte und die konditionellen Anforderungen im Erwachsenenbereich ganz andere sind. Die Jugendlichen müssen zunächst auf diesen Stand gebracht werden. Nichtsdestotrotz ist es das Ziel dieser Spielgemeinschaft, wieder in die Richtung Landesliga Lüneburg zu schauen. Dafür müssen aber noch weitere Jugendmannschaften in den Erwachsenenbereich aufrücken. In den nächsten zwei bis drei Jahren ist der Aufstieg noch kein Thema.

Wird der Kader der ehemals 1. Männerschaft des SVT in der kommenden Saison mit Akteuren aus Lüchow verstärkt?

Der Kader wird hauptsächlich mit A-Jugendlichen verstärkt, die auch aus Lüchow kommen. Aus der Lüchower Herrenmannschaft gibt es ein, zwei Interessenten, die man gegebenenfalls in die 1. Mannschaft integrieren könnte. Dazu gibt es im Sommer einen Neustart, bei dem jeder die Chance hat, sich für die 1. Männermannschaft zu qualifizieren.

Führt ihr Gespräche mit externen Spielern für die neue Saison? Gibt es bereits Verpflichtungen?

Derzeit führen wir keine Gespräche mit externen Spielern. Das gestaltet sich in der Region ohnehin schwierig. Wir setzen auf unsere eigene Jugend, damit wir gar nicht auf externe Spieler angewiesen sind. Das wurde in der Vergangenheit über viele Jahre erfolgreich praktiziert.

Wie siehts auf dem Trainerposten aus? Wer trainiert künftig die Herrenteams?

Für die 1. Männermannschaft sind wir weiter auf der Suche nach einem Trainer. Die 2. Herren, die in Lüchow trainieren und spielen, haben einen Betreuer, der das auch weiterhin machen wird.

Der SVT Uelzen/Salzwedel war – auch wenn der Name etwas anderes suggerierte – ein reines Salzwedeler Team. Das ist bei den Handballfreunden Altmark-Wendland momentan ganz anders. Bleibt es dabei, dass der Verein in Lüchow und Salzwedel spielt und trainiert?

Das kommt auf die Zusammensetzung der Teams an. Aktuell gibt es Mannschaften, die nur in Salzwedel oder Lüchow trainieren und spielen. Wir haben aber auch Teams, die an beiden Standorten aktiv sind.

Ist es kein Nachteil, wenn ein Verein in zwei Städten trainiert und spielt?

Auch wenn wir anfangs befürchtet haben, dass es einige Spieler und Eltern abschreckt, in zwei Städten zu trainieren, haben wir bisher gute Erfahrungen gemacht. Die beiden Vereine sind näher zusammengerückt und man fährt mal hier und mal dort hin zum Zugucken. Ein Nachteil wäre es gewesen, es gar nicht zu probieren und Gefahr zu laufen, Mannschaften aufgrund von Spielermangel zu schließen. Von daher ist die Kooperation der Weg, der in die Zukunft führt.

Das Maskottchen der Handballfreunde soll ein Wolf werden. Wofür soll das Maskottchen stehen?

Wir haben nach einer Gemeinsamkeit gesucht, die wir in einem Vereinswappen darstellen können. Dabei fiel uns der Wolf ein, der für Durchsetzungskraft und Stärke stehen soll.

Wie ist die Kooperation und die Umbenennung bei den Fans angekommen?

Bis jetzt haben wir viel positive Resonanz erhalten. Alle erhoffen sich von der Kooperation einen Aufschwung und einen Umschwung, den wir uns auch wünschen, damit es mit dem Handball in erster Linie weitergeht und dann auch wieder bergaufgeht.

Erwartet ihr bei euren Heimspielen durch die Kooperation mehr Zuschauer?

Darüber würden wir uns natürlich freuen, das ist aber nicht das vorrangige Ziel.

Was ist euer sportliches Ziel in der nächsten Saison?

Das Ziel ist, dass sich die A-Jugendlichen im Herrenteam integrieren und etablieren können, weil sie im übernächsten Jahr dort mitspielen sollen. Sie sollen deshalb auch Spielzeit bekommen. Weil die Förderung des Nachwuchses im Mittelpunkt steht, streben wir keinen Platz im vorderen Tabellenbereich an. Es ist realistisch, wenn wir uns eher im Mittelfeld wiederfinden.

Welche Entwicklung wünscht ihr euch mittel- bis langfristig für die Handballfreunde Altmark-Wendland?

Wir wünschen uns, dass im Jugendbereich wieder in jeder Altersklasse Mannschaften spielen, die gut ausgebildet werden und wir dadurch einen guten Unterbau für den Erwachsenenbereich haben und dort auch mit eigenen Mitteln die Herrenmannschaften wieder auffüllen können. Dann können wir den Blick auch wieder nach oben in Richtung Tabellenspitze richten.