Oebisfelde l Nach der 22:29-Niederlage zum Saison-Auftakt vor einer Woche beim EHV Aue II hatten die Mitteldeutschen Oberliga (MDO)-Männer des SV Oebisfelde auch bei ihrem Saison-Heimeinstand am Sonnabend kein Glück. In der Hans-Pickert-Halle verloren die Allerstädter gegen den thüringischen HSV Bad Blankenburg knapp mit 25:26 (9:12).

Vorwürfe müssen sich die Oebisfelder keine machen. Auch nicht von den Fans. Sie hatten übrigens mit dem verordneten und vom Verein vorbildlich umgesetzten Hygienekonzept keine Probleme. Für den hygienischen Aufwand des Vereins, der ehrenamtlich geleistet wird und viel Zeit in Anspruch nimmt, auch die gute Angelika im Getränkestand zählt dazu, ein Dankeschön von allen Besuchern der Halle.

Allen Beteiligten, ob Mannschaft, Trainer- und Betreuerstab oder Anhängerschaft, war vor Anpfiff der Saison klar, dass es für die Oebisfelder erneut um den Klassenerhalt gehen wird. Dass sie nach zwei Spielen nun noch nichts Zählbares eingefahren haben, ist keine Überraschung. Zumal die ersten beiden Kontrahenten, die Bundesliga-Reserve aus Aue und vor allem die Thüringer aus Bad Blankenburg, nicht von Pappe waren.

SVO bietet dem Favoriten Paroli

Der HSV, einst in Liga Nummer drei unterwegs und nach dem Corona-Abbruch in der vergangenen Saison in der MDO auf Rang drei gelandet, war als Favorit an die Aller gereist. Doch richtig gerecht wurden die Thüringer ihrer Rolle nicht. Denn die Oebisfelder hielten dagegen.

Aber den Gastgebern fehlte an diesem Abend letztendlich das Quäntchen Glück, beziehungsweise die Übersicht beim Abschluss. Bestätigt wurde das von SVO-Trainer Christian Herrmann: „Wir haben uns gute Möglichkeiten herausgespielt. Leider konnten wir diese nicht alle nutzen. Wenn, dann wäre die Partie wohl anders ausgegangen. Doch das Spekulieren bringt nichts. Trotzdem wir verloren haben, bin ich mit der Leistung der Jungs zufrieden. Alle haben sich reingekniet. Ich denke, das haben auch unsere Fans gesehen.“

Warum es beim Abschluss nicht immer so wie erwünscht geklappt hat, lag auch am starken HSV-Schlussmann Sebastian Brandt. Er kaufte den Oebisfeldern einige gute Möglichkeiten ab. Auf der Gegenseite gelang das aber auch SVO-Routinier Thomas Drese und später auch Manuel Weis.

Spannung bis zum Schlusspfiff

Aufgrund der guten Leistungen der Torhüter, und weil beide Teams viel in die Abwehrarbeit investierten, sahen die Fans eine eher torarme Begegnungen. Aber die war spannend.

Dabei gingen die Gäste, die mit sechs ausländischen Sportfreunden, vor allem aus Tschechien, aufliefen, mit einer Drei-Tore-Führung (12:9) in die Pause. Die war allerdings aus Sicht des SVO, mit Blick auf die von Trainer Herrmann erwähnte Chancenverwertung, unnötig.

Doch die Allerstädter ließen sich nicht abschütteln. Ihnen fehlt zwar ein richtiger „Shooter“, ein Akteur, der aus der zweiten Reihe die Bälle versenken kann, wie einst Thomas Thiele, Michael Meichsner oder Trainer Herrmann selbst, doch dieses Manko versuchten sie über die spielerische Schiene zu kompensieren.

Mit Erfolg. Nach Wiederanpfiff egalisierten die Oebisfelder wieder. So trafen der stark aufspielende Daniel Schliep- hake und Neuzugang Christoph Borzucki (Siebenmeter) nach 20:22-Rückstand (49.) zum 22:22-Ausgleich (53.).

Gäste gewinnen knapp

In dieser Phase hätte die Begegnung möglicherweise zu Gunsten der Herrmann-Sieben kippen können. Grund: Daniel Schliephake hatte die 23:22-Führung auf der Hand. Doch scheiterte er leider am HSV-Keeper.

Die Gäste konnten daher den Kopf aus der Schlinge ziehen, zogen wieder mit zwei Toren in Front (22:24; 23:25; 24:26) und brachten ihren knappen Vorsprung über die Zeit. Der Anschluss von Oebisfeldes Mittelmann Alexander Vogel zum 25:26 in der Schlussminute fiel zu spät.

Statistik

SV Oebisfelde: Drese, Weis - Koitek (4), Drebenstedt (3), Kamm (2), Meinel (3), Vogel (4), Kalupke, Heidler, Borzucki (4/4), D. Schliephake (4), Sauer, E. Breiteneder (1).

Siebenmeter: 4/4;

Zeitstrafen: 3.