Oebisfelde l Dort wurde der SVO als Medaillenkandidat gehandelt. Am Ende landete die Mannschaft von Trainer Christian Herrmann, der zum Saisonende sein Amt abgab, auf Rang vier.

Dass die SVO-Frauen als heiße Medaillenkandidatinnen gehandelt wurden, kam nicht von ungefähr. Denn in der Saison 17/18 holten sie nicht nur überlegen die Meisterschaft in der Nordliga und verteidigten den Nordcup, sondern sorgten vor allem im HVSA-Pokal für Aufsehen. Denn auch den Landescup gewannen die Allerstädterinnen nach zwei klaren Endspielsiegen gegen den HC Salzland. Mehr Erfolg ging nicht. Die Euphorie im SVO-Lager war vor dem Neueinstieg in die SAL daher groß.

Schlüsselspielerin verletzt sich schwer

Doch die Euphorie bekam schnell einen personellen Dämpfer. In der ersten Runde des DHB-Pokals gegen den Frankfurter HC, das erste Pflichtspiel sollte ein lockerer Saisoneinstieg werden, verletzte sich mit Juliane Thiele gleich eine Schlüsselspielerin so schwer, dass sie ihre Laufbahn beenden musste.

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„Das war natürlich für alle ein Schock, denn Jule steckte immer viel ein und kam zurück. Mit Jule fehlten dann im Verlauf der Saison die gewissen Überraschungsmomente, für die sie immer gut war“, bedauerte Trainer Herrmann.

Der Spielplan in der SAL meinte es indes auch nicht gerade gut mit der SVO-Formation. In den ersten beiden Partien ging es gleich gegen zwei Meisterschaftsanwärter - Gräfenhainichen und Köthen. Beide Partien wurden verloren (30:33; 23:25).

„Ich bin mir sicher, dass die Saison anders gelaufen wäre, wenn diese beiden Spiele zu einem anderen Zeitpunkt gekommen wären. Gegen Gräfenhainichen haben wir unglücklich verloren und in Köthen fehlte einfach die Erfahrung auf dem SAL-Niveau. Das Spiel werde ich wohl so schnell nicht vergessen. Nach 40. Minuten führen wir 18:11 und dann verlieren wir das Spiel 23:25“, kommentierte Christian Herrmann.

Nach zwei Niederlagen folgen fünf Siege

Im Nachhinein sollten sich diese Spiele aber als Wecker erweisen. Dazu der Trainer: „Wir legten dann eine Serie von fünf Siegen in Folge hin und verloren erst wieder gegen den HSV Magdeburg und das zudem deutlich mit 23:30. Es war unsere höchste Niederlage der Saison.“

Zu schaffen machte den Oebisfelderinnen aber immer wieder ein Problem, welches sie in der Vorsaison nicht hatten. „Es kam leider zu einigen, teils langwierigen Verletzungen. Diese haben unserem Spiel ohne Zweifel geschadet“, schätzte der Trainer ein.

Personalsituation war angespannt

Mit Elisa Wagner und Beatrice Franke verletzten sich zwei Spielerinnen, die Spiele entscheiden können. Zudem musste Josefin Meyer häufiger berufsbedingt passen. „So mussten wir oft Spiele ohne gelernte Kreisläuferin bestreiten. Wir konnten das aber durch unseren großen Kader relativ gut auffangen“, erläuterte Chrstian Herrmann.

Trotz aller Widrigkeiten war der SVO aber gut dabei. Resultat: Mit Blick auf die Rückrunde steckte sich die Mannschaft intern Platz drei als Ziel. „Diese Position war realistisch. Leider haben wir aber in den entscheidenden Spielen, in denen wir auf Platz drei hätten springen können, gepatzt. Dazu gehört vor allem die unnötige Niederlage in eigener Halle gegen Salzland und das letzte Heimspiel gegen HSV Magdeburg“, bemängelte der Übungsleiter und ergänzte: „ Es reichte nicht. Nur ein Sieg (Köthen 26:25) aus sechs Spielen gegen die Spitzenteams war zu wenig.“

Trainer ist zufrieden

Christian Herrmann ist dennoch mit Platz vier in der SAL zufrieden: „Wir sind als Aufsteiger gestartet und haben die ersten drei Teams der Tabelle ärgern können.“

Am 28. April, 23:20-Sieg beim TSV Niederndodeleben II, war für Christian Herrmann dann Schluss als Trainer. „Es waren vier wunderbare Jahre mit den Mädels. Ich habe viel gelernt und mitgenommen. Natürlich werde ich den Weg der Mannschaft weiter verfolgen“, so der scheidende Übungsleiter.