Oebisfelde l Tobias Stefani, seit dieser Saison Trainer der Reserve des SV Oebisfelde, war am Sonnabend, nach Abpfiff der Verbandsliga-Begegnung in heimischer Hans-Pickert-Halle gegen die SG Seehausen, enttäuscht. Enttäuscht über die 25:29 (15:15)-Niederlage aber vor allem über die Leistung seiner Mannschaft. „Wir haben uns praktisch selbst geschlagen. Grund war der schlechte Auftritt in der Offensive. Wir haben viele klare Möglichkeiten nicht in Tore ummünzen können. Zudem schlossen wir auch zahlreiche Angriffe zu unvorbereitet ab. Diese Niederlage war daher völlig unnötig“, konkretisierte der ehemalige SVO-Torhüter.

Situation spitzt sich zu

Für die Allerstädter, die in der vergangenen Saison als Aufsteiger unter Trainer Toni Seiler auf einen starken siebten Rang gelandet waren, wird die Lage nun langsam kritisch. Nach fünf absolvierten Partien steht die Stefani-Sieben mit 0:10 Punkten am Ende der Tabelle. Dort werden sich die Oebisfelder wohl auch noch am kommenden Sonnabend befinden. Denn beim Ex-Sachsen-Anhalt-Ligisten HSG Osterburg, der mit 9:1 Zählern hinter Spitzenreiter HSV Haldensleben (12:0) ungeschlagen auf Position zwei steht, dürfte kaum etwas zu holen sein.

Die SVO-Reserve hat es aber natürlich noch selbst in der Hand, das Blatt nach und nach zu wenden. In der Mannschaft, die die Abgänge von Spielmacher Erik Breiteneder und Außenakteur Felix Kleist noch kompensieren muss, steckt jedenfalls viel Potenzial. Doch derzeit fehlt den jungen Mannen um die Routiniers Reno Thiele, Marcel Mieth und Hans Meinke einfach das Erfolgserlebnis.

Dieses hätten sie am Sonnabend gegen Seehausen durchaus einfahren können. Dass es nicht klappte, lag nicht nur an der erwähnten miserablen Chancenverwertung, sondern auch an der mangelnden Cleverness. Beispiele dafür gab es einige. So kurz vor der Pause.

SVO kann Führung nicht verteidigen

Die Hallenherren lagen in der 24. Minute mit 12:13 im Hintertreffen. Dann schlugen Niklas Müller, Nils Oraschewski und Marcel Mieth zu. Resultat: Der SVO lag mit 15:13 vorn und hätte anschließend den Vorsprung sogar auf drei Treffer ausbauen können. Das geschah leider nicht.

Die mit einigen Personalproblemen angereisten Gäste schlugen clever zurück. Christian Walenciak besorgte den 14:15-Anschluss und Daniel Cornehl mit der Halbzeit-Sirene den 15:15-Pausenstand.

Im zweiten Durchgang lieferten sich beide Vertretungen dann einen offenen Schlagabtausch. Der war nicht unbedingt hochklassig, aber sehr spannend. Dabei traten die Abschlussschwächen der Oebisfelder dann besonders zu Tage.

SGS-Schlussmann der Matchwinner

Dass die Gastgeber so oft scheiterten, lag nicht nur an ihrer Unkonzentriertheit, sondern auch an SGS-Schlussmann Christoph-Elias Nöring. Er wartete mit vielen starken Paraden auf und legte damit den Grundstein für den vierten Saisonsieg der Formation aus der Ostaltmark.

Ihren Erfolg leiteten die Gäste dann in der 44. Minute beim Stand von 21:21 ein. Denn danach lagen nur noch die SG-Männer vorn. Einige Minuten zwar nur mit einem Treffer (24:23/51.), doch in der Schlussphase dann entscheidend mit drei Toren (26:23/53.).

Trainer Stefani versuchte mit zwei Auszeiten (49./52.) die sich abzeichnende Niederlage abzuwenden. Umsonst. Seine Männer agierten beim Abschluss weiter zu ungenau. Außerdem ließen die Seehäuser in der Abwehr nichts mehr anbrennen. „Es war eine geschlossene Leistung meiner Mannschaft. In der Defensive standen wir, vor allem im zweiten Abschnitt, sicher“, lobte SG-Trainer Frank Leo.

Statistik

SV Oebisfelde II: Köhler, Wehr - F. L. Hack, T. B. Hack (3), Thiele (3/1/55. Rote Karte), Meinke (3/2), Müller (1), Meinel (2), Oraschewski (3), Mieth (4), Keller (3), K. Breiteneder (3).

Siebenmeter: 5/3;

Zeitstrafen: 4.

SG Seehausen: Nöring, Helge - Werneke (2), Cornehl (6), Liepelt (5/2), Walenciak (4), Menofs (2), Wille (1), Wagener (4), Söhnel (5/1).

Siebenmeter: 4/3;

Zeitstrafen: 5.