Salzwedel l Eine leichte Euphorie war beim SVT Uelzen/Salzwedel nach dem 27:25-Derbysieg in Clenze im Rahmen der Handball-Landesliga Lüneburg schon zu spüren. Zum einen brachte er eine Portion Selbstvertrauen, zum anderen aber auch die Gewissheit, dass man doch noch gewinnen kann.

TSV Wietzendorf gewinnt

Letzteres war auch das Ziel gegen den TSV Wietzendorf. Doch vom Schwung aus dem Clenze-Spiel war nicht mehr viel zu sehen, die Westaltmärker mussten sich in heimischer BBS-Halle mit 23:27 (10:13) geschlagen geben. Einzig positiv für den SVT: Auch die Konkurrenten aus Clenze, Luhdorf/Scharmbeck und Celle unterlagen, so dass im Abstiegskampf weiterhin alles möglich bleibt.

Schon in der Anfangsphase bekamen die Salzwedeler am Sonnabend keinen Fuß auf die Platte. Sie erlaubten sich viel zu viele Ballverluste, die von den flinken Wietzendorfern zumeist auch direkt bestraft wurden. Das 2:5 in Minute zehn aus SVT-Sicht kam daher nicht überraschend. Trainer Klaus Gobat reagierte früh und tauschte viel durch. Wie schon in Clenze bewies er einen guten Riecher, als er Daniel Kolley anstelle von Philip Duda ins Tor beorderte.

Daniel Kolley im Tor stark

Kolley präsentierte sich in der zweiten Hälfte des ersten Abschnitts als Fels in der Brandung der Hansestädter und meisterte zahlreiche Bälle. Im Angriff richteten es dann die Routiniers. Zweimal Denny Hornisch und Michael Schulze sorgten für den 7:7-Ausgleich (21.). Berechtigte Hoffnung keimte im Lager der Hallenherren auf. Doch es folgte wieder eine größere Schwächephase im Angriff.

Wieder wurden zahlreiche Bälle hergeschenkt, während sich die Gäste über Tempogegenstöße auf 12:8 (26.) absetzten. Bis zur Pause blieb der Vorsprung der von vielen Fans unterstützten Wietzendorfer komfortabel (13:10).

TSV Wietzendorf nicht überragend

Der Verbandsliga-Absteiger spielte – lediglich Thees Michel Wrogemann tat sich mit neun Treffern etwas hervor – zwar nicht überragend, wurde aber immer wieder durch die Hallenherren aufgebaut. Diese erlaubten sich nämlich auch im zweiten Abschnitt zu viele Ballverluste und Fehlwürfe. Nachdem Gordon Sobolowski und Gustav Gercke ihre Salzwedeler Farben immerhin wieder auf 12:13 (33.) heranbrachten, schien zunächst wieder alles offen.

Doch erneut schlugen die TSV-Männer dreimal in Folge zum 16:12 (36.) zu. Eine erneute Aufholjagd gelang den Schützlingen von Trainer Klaus Gobat nicht. Im Gegenteil: Wietzendorf setzte sich bis auf 23:16 (48.) ab und packte damit zugleich auch den Deckel auf dieses Duell. In Schlagdistanz – vier Treffer Rückstand war schon das Höchste der Gefühle – kamen die Salzwedeler nicht mehr.

„Wir haben dieses Spiel durch eigene Fehler verloren. Viele Bälle haben wir förmlich weggeworfen. Dazu haben wir unter anderem zwei Siebenmeter verballert. Das hat uns einfach das Genick gebrochen“, musste SVT-Coach Gobat feststellen.

Dennoch freute er sich, dass seine Youngster wie Friedrich Düster oder auch die Gercke-Brüder Gustav und Ludwig („An ihnen lag es mit Sicherheit nicht“) einen ordentlichen Auftritt hinlegten. Immerhin also noch eine positive Erkenntnis für den SVT Uelzen/Salzwedel an einem ansonsten aber doch eher schwarzen Tag.

SVT Uelzen/Salzwedel: Duda, Kolley – Schulze (6 Tore), Reichardt, L. Gercke (2), G. Gercke (2), Düster (2), Hornisch (5), Schönfelder (3), Kersten, Zunder, Jana, Krauth (2), Sobolowski (1).

TSV Wietzendorf: Mi. Lütjens, Blume, H. Bess, Drewes (2), Timme (6), Ma. Lütjens, Michaelis (2), J. Bess (2), J. Wrogemann (1), Küster (3), Kretschmar (2), Hemme, T. M. Wrogemann (9).