Klötze l  Vier Tage später und lockere 12000 Kilometer nördlicher bereiteten ihm seine Familie, Freunde und natürlich Teammitglieder in der Zinnberghalle eine gebührenden Empfang. Montagabend, kurz vor 18 Uhr. Der kleine Vorraum der Klötzer Zinnberghalle platzt aus allen Nähten. Alle Anwesenden warteten auf den neuen Weltmeister. „Er müsste eigentlich gleich kommen“, so Trainer Günter Lüdecke recht aufgeregt.

Tosender Applaus und viele Jubelrufe

Und nur wenig später brauste Applaus auf, auch Jubelrufe und anerkennende Pfiffe waren zu hören. Patrick Lösel betrat den Raum und wurde als WM-Held gefeiert. Schwer behangen mit Edelmetall, aber doch recht schüchtern trat der Schwerathlet durch die Tür und hatte gleich einmal das Mikrofon eines sachsen-anhaltischen Radiosender für ein Interview vor der Nase.

Doch nicht nur das mediale Interesse war an diesem Abend groß. Auch Vertreter aus Politik und Sport waren erschienen, um dem Weltmeister zu beglückwünschen.

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Trainer gibt erste Glückwünsche

Die erste Glückwünsche und Lobeshymnen kamen natürlich von Günter Lüdecke, den man gern auch als Vater des Erfolges bezeichnen kann. „Ich glaube Patrick hat hier etwas erreicht, was außerordentlich ist. Er war zwar in keiner Disziplin ganz vorn, zeigte aber die stabilste Leistung in allen drei Disziplinen, so dass am Ende der Titel herausprang. Das ist das Größte, was es gibt“, freute sich der Coach und Abteilungsleiter des VfB 07.

Auch Bürgermeister Uwe Bartels war gekommen, um zu gratulieren. „Patrick hat unsere Region weit über die Landesgrenzen bekannt gemacht. Er ist ein Vorbild und Aushängeschild. Und vielleicht wird Kraftsport ja mal olympisch, dann können wir ihn sicher auch dort noch bestaunen“, so Bartels.

KSB-Chef Franke stolz

KSB-Chef Lutz Franke würdigte ebenfalls die starke Leistung des Altmärkers. „Wir freuen uns natürlich riesig, so ein Talent in unseren Reihen zu haben. Das zeigt auch, was man mit Training und Willen erreichen kann. Wir sind stolz auf Patrick“, so Franke, der einen kleinen Gutschein als Geschenk im Rucksack hatte.

Lösel selbst war allerdings froh, „endlich wieder zu Hause zu sein. Es waren ganz schöne Strapazen“, so der Athlet.

Lösel mit neuen Rekorden

Sportlich überzeugte der mittlerweile 18-Jährige auf ganzer Linie. Seine 287,5 Kilogramm in der Beuge und auch die 270 im Kreuzheben bedeuteten neue Deutsche Rekorde - ebenso die 742,5 KIlogramm Gesamtleistung.

„Ja es lief ganz gut für mich. Ich wusste aber zu keinem Zeitpunkt im Wettkampf, wo ich stehe. Ich hatte bei der EM nämlich ständig auf den Monitor geschaut und mich damit selbst nervös gemacht. Diesmal hat der Bundestrainer das aber strikt verboten“, so Lösel mit einem Lächeln auf den Lippen.

Und erst, als Lösel nach seinem letzten Versuch im Kreuzheben - er hatte die 270 Kilogramm doch noch in die Wertung gebracht - wieder im Aufwärmreum angekommen war, signalisierte der Bundestrainer, dass es zum Titel gereicht hat.

„Erst da hatte ich dann auch wirklich gemerkt, was ich hier geschafft hatte“, so Lösel. Geschafft hatte er zwar in keiner Disziplin den Einzeltitel, aber eben den Gesamtsieg.