Albi/Klötze l Der Kraftsport-Senior verteidigte im französischen Albi seinen zweiten Platz aus dem Vorjahr und darf sich erneut Vize-Europameister im Powelifting nach Classic-Version nennen.

Viele Italiener kamen nicht mehr zur EM

Und diese Meisterschaften waren ein voller Erfolg, obwohl auch da bereits die Auswirkungen der Verbreitung des Corona-Virus zu spüren waren. „Naja, viele Italiener haben gefehlt und ihre Teilnahme abgesagt. Dennoch waren zwei, drei mit dabei. Aber der Umgang untereinander war eigentlich ganz normal“, so Günter Lüdecke.

Die Meisterschaften fanden in der französischen Stadt Albi statt. „Das ist eine wirklich schöne Kleinstadt mit gut 50 000 Einwohnern. Es war dort sehr sauber und auch das Altstadt-Zentrum hat mir sehr gut gefallen. Der Wettkampfort selbst war auch bestens präpariert. Die Ausrichter haben sogar ein Extrazelt zum Warmmachen aufgestellt“, berichtet der Purnitzstädter weiter.

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Er selbst war bereits am Mittwoch aktiv. Nach der Waage, die zeigte exakt 82,49 Kilogramm an, wurde Lüdecke in der Altersklasse IV auf die Heberbühne gerufen. Auseinandersetzen musste sich der Altmärker dabei mit dem Favoriten Janosz Fabri aus Ungarn.

„Mir war aber vorher klar, dass, wenn alles normal läuft, Fabri auch den Titel holen wird. Ich bin aber mit der Zielstellung, meinen Vizetitel zu verteidigen, ins Rennen gegangen“, so der Klötzer.

Lüdecke liefert ab

Gesagt, getan! Lüdecke begann wie er sagt mit einem Sicherheitsversuch von 142,5 Kilogramm in der Beuge. „Ich habe mich gut gefühlt und meinen Fahrplan dann abgespult. Auch der Ex-Bundespräsident Frank Wunderlich hat mir noch Tipps gegeben“, so Lüdecke. Der steigerte sich über 150 Kilogramm im zweiten auf noch 155 Kilogramm im dritten Versuch. „Ich habe aber auch gemerkt, dass die 160 nicht kommen würden. Von daher bin ich ruhig geblieben und habe die 155 sauber gebeugt. Lohn dafür waren dreimal 3:0-gültig Wertungen.

Nicht ganz nach Plan lief es im Bankdrücken. Zwar kamen die 82,5 Kilogramm im ersten Versuch sehr sicher, doch danach hakte es etwas. Im zweiten Versuch scheiterte Lüdecke an 87,5 Kilogramm. „Die linke Seite ist kurz nach unten gegangen, das darf nicht sein“, so der Senior.

Auch bei der Gewichtswiederholung im dritten Durchgang lief es nicht optimal. Lüdecke änderte die Griffbreite zu spät, das Kommando Start fiel bereits. So war auch dieser Versuch ungültig und 82,5 Kilogramm gingen in die Wertung.

Mentale Fitness lässt nach

Beim abschließenden Kreuzheben gab Lüdecke noch einmal alles. Er stieg mit 165 Kilogramm ein und steigerte sich danach auf 172,5 Kilogramm. Bei den 177,5 Kilogramm im dritten Versuch fehlte dann die letzte Konzentration. „Irgendwie hat mich dann der Kopf im Stich gelassen. Manchmal ist das so, dann kannst du den Versuch natürlich vergessen“, berichtet der Altmärker.

Widersacher Fabri lag ohnehin bereits klar vorn und legte zum Abschluss noch einmal starke 230 Kilogramm im Kreuzheben auf die Bohle. „Wir verstehen uns beide sehr gut, und Janosz hat verdient gewonnen. Er hat aber auch ganz andere Möglichkeiten“, so Lüdecke. Allerdings wird es ein Wiedersehen der beiden Akteure bei den Weltmeisterschaften in Südafrika nicht geben. „Ich habe dort nicht gemeldet. Irgendwo ist es ja auch eine finanzielle Frage. Auch da hat Janosz viel mehr Reserven durch Sponsoren in seiner Heimat, die ihm das ermöglichen“, klärt Lüdecke auf.

Der holte übrigens mit der Deutschen Mannschaft der Altersklasse IV den dritten Platz in der Mannschaftswertung und holte damit nach Silber im Einzel auch Bronze im Team.

280 Teilnehmer in Frankreich

Insgesamt waren ungefähr 150 Männer und 130 Frauen bei diesen Meisterschaften dabei, die sehr gute Bedingungen vorfanden. Die Auswirkungen des Corona-Virus waren nur in sofern zu spüren, dass direkter Körperkontakt vermieden wurde. „Das hat man auch bei den Siegerehrungen gemerkt. da wurde auf den Handschlag verzichtet, aber so extrem wie es dann am Wochenende wurde, war es unter der Woche dort noch nicht“, so Günter Lüdecke abschließend.