Arendsee l Bei den Ostdeutschen Meisterschaften im Bankdrücken haben die altmärkischen Vertreter eine würdige Darbietung geliefert. Nach dem wegen der Corona-Pandemie ersten öffentlichen Wettkampf am vergangenen Sonnabend, sahen die Zuschauer im Strandbad Arendsee Spannung, Schweiß und Kampfgeist bis zum Schluss.

Aus altmärkischer Sicht konnten vor allem Michael Schmidt aus Stendal bei den Herren und Katrin Ribb aus Salzwedel bei den weiblichen Teilnehmern überzeugen. Ribb stemmte im dritten Versuch beim Bankdrücken respektable 102,5 Kilogramm bei den Frauen. Nur die Deutsche Meisterin Lolita Zankl aus Darmstadt konnte die Westaltmärkerin in Schach halten. Der 61-jährigen hessichen Wettstreiterin gelangen 115 kg.

Bei den Herren konnte Michael Schmidt (Galaxy Stendal) in der AK2 (50-55 Jahre) für Aufsehen sorgen. Mit 145,5 Kilogramm ließ der Ostaltmärker mächtig aufhorchen. Damit stemmte Schmidt das Doppelte seines eigenen Körpergewichtes.

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Eine Gewichtsklasse höher (-110 kg), führte Hagen Ribb aus Salzwedel dem Publikum vor Augen, wie man sich durchbeißt. Ihm gelang es mit einem klaren Plan im Kopf, 155 Kilogramm zu stemmen.

In der Gruppe der ältesten Bankdrücker konnte Manfred Grothe (-90kg) mit seinen 80 Jahren überzeugen. Ihm gelang es, immerhin respektable 100 Kilogramm zu heben. Vor dem Wettkampf ging der „Methusalem“ der Kraftsportler noch angeschlagen an seine drei Stemmversuche. Bei einem Trainingsunfall schlug eine Hantel auf die Brust von Grothe.

Rainer Finke mit 64 Jahren gelang es am Ende gar, 115 Kilogramm in der Gruppe der Ältesten zu heben.

Turnierkampfrichter Enrico Schütze durfte sich auch in schwierigen Corona-Zeiten, in denen viele Kraftsportler zwischenzeitlich nicht im Fitnessstudio trainieren durften und stattdessen während des Lock-Downs zu Hause blieben, auf viele bekannte Gesichter der Kraftsportszene.

Unter anderem waren Steve Benthin und Johannes Luckas am Start, die als Youtube-Stars und Sportschauspieler ihren Traum zum Beruf gemacht haben. Die beiden Athleten, die seit nun mehr über 20 Jahren im Kraftsport aktiv sind, begeisterten in Arendsee erneut.

Die wohl größte sportliche Leistung vollbrachte Felix Natzschka in der Gewichtsklasse M (110 kg). Unter der Betreuung von Oliver Schwarz gelang es Natzschka, satte 300 Kilogramm in den Arendseer Himmel zu heben. Zu Beginn startete das Kraftpaket mit 270 Kilogramm, steigerte sich auf 295 Kilogramm und knackte schlussendlich die 300-er Marke. Dem Zuspruch und der Überzeugung seines Coaches konnte sich Natzschka bedingungslos gewiss sein, so dass die Energieleistung alles andere, als blanke Illusion schien. Und so trumpfte Natzschka mit sensationeller Darbietung bei den Ostdeutschen Meisterschaften 2020 groß auf.

Kampfrichter Schütze bilanzierte, mit den 300 gestemmten Kilogramm, einen denkwürdigen Moment im Kraftsport erlebt zu haben.

Kampfrichter Enrico Schütze von den Powergym Sports Productions (PSP) aus Lüchow bedankte sich bei allen Teilnehmern für den packenden Wettkampftag und die beeindruckende Resonanz. Ganze 78 Teilnehmer meldeten sich für die Veranstaltung am Arendsee an. Darunter fanden sich auch Jugendwettkämpfer und Newcomer im Teilnehmerfeld wieder (u. a. Christian Schöndube vom ESV Lok).

Bereits jetzt blicken die Athleten auf den 26. September. Dann steht der nächste große Wettkampf in Stendal für die Kraftsportler auf dem Programm. Der neunte „Stark-fürs-Leben-Pokal“ unter Schirmherr Kevin Kuske findet ab 9 Uhr im Hotel „Schwarzer Adler“ statt.

Jedes von den Sportlern gestemmte Kilogramm wird dann mit 19 Cent berechnet. Das zusammen gerechnete Resultat aller gestemmten Kilos soll dann dem Hospiz Stendal, sowie als Spende der Krebsgesellschaft Sachsen-Anhalt zu Gute kommen.